Die besten Tipps gegen Einbrüche - Dortmunder Experte erklärt, wie Täter denken (mit Video)

hzWohnungseinbrüche

Viele Dortmunder investieren in Einbruchschutz. Doch für den richtigen Schutz braucht es die richtige Perspektive – die des Täters. Ein Experte zeigt, was wirklich schützt - und abschreckt.

Dortmund

, 07.09.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer sich vor Einbrüchen schützen will, muss auch lernen, wie ein Täter zu denken. Bei der Polizei Dortmund arbeitet jemand, der das regelmäßig tut: Kriminalhauptkommissar Markus Schettke berät die Dortmunder dazu, wie sie ihre Wohnung oder ihr Haus vor Einbrüchen schützen können. Dies sind die wichtigsten Tipps.

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Attraktive und unattraktive Ziele

„Wenn Einbrecher ein Gebäude auskundschaften, achten sie darauf, wie Türen und Fenster gesichert sind“, sagt Markus Schettke. „Zum Beispiel, ob es eine Verstärkung am Schloss der Haustür gibt.“ Ein weiterer wichtiger Aspekt sei die Frage, wie gut ein Täter für Passanten oder Nachbarn sichtbar ist, während er den Einbruch begeht.

Je besser gesichert ein Haus ist und je höher das Risiko für den Einbrecher ist, entdeckt zu werden, desto unattraktiver ist das Gebäude als Einbruchsziel.

Generell gelte es, ein umfassendes Konzept zu entwickeln. „Eine super gesicherte Haustür bringt nichts, wenn ein Einbrecher einfach durch die Terrassentür kommen kann“, sagt Markus Schettke.

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Fenster

Für die Sicherung von Fenstern und Terassentüren rät Markus Schettke zu sogenannten Pilzköpfen. Diese Bolzen haben eine pilzförmige Ausstülpung, mit denen sie in Metall-Halterungen im Fensterrahmen greifen. Das führt dazu, dass Einbrecher die Fenster nicht ohne Weiteres aufhebeln können.

Wichtig sei – wie bei allen Sicherungseinbauten – sowohl zertifizierte Produkte zu kaufen (zum Beispiel mit TÜV- oder VdS-Siegel) als auch einen vertrauenswürdigen Handwerker zu beschäftigen.

Dass Fenster besser gesichert sind, hat auch eine andere Folge: „Wir beobachten, dass mehr Einbrecher durch das Glas kommen.“ Fenster werden also nicht aufgehebelt, sondern eingeschlagen. Gegen einen solchen Einbruch können Fenster aus Verbundsicherheitsglas schützen.

Türen

Für Menschen im Mehrfamilienhaus ist die Wohnungstür (mit Ausnahme für Wohnungen im Erdgeschoss) der wichtigste Sicherungspunkt. Durch die Haustür können Einbrecher leicht kommen, indem sie sich etwa als Paketbote ausgeben oder einer anderen Person in den Flur folgen.

Markus Schettke rät für Wohnungstüren zu dickeren Schließblechen, einem Bohr- und Ziehschutz für den Schließzylinder und zu einem Zusatzschloss oder einer Türkette. Letztere ist besonders für ein Szenario wichtig: „Wenn eine unbekannte Person vor der Tür steht, ist es wichtig, mit dieser reden zu können. Es gibt immer wieder Fälle, bei denen sich Einbrecher unter einem Vorwand gewaltsam Zutritt zur Wohnung verschaffen.“

Wer die maximale Sicherheit für die Wohnungstür möchte, kann in einen Panzerquerriegel investieren, der sich über die gesamte Breite der Tür zieht.

Verhalten

Auch durch richtiges Verhalten kann man viel zur Einbruchsprävention beitragen: „Man sollte versuchen, nicht den Eindruck von Abwesenheit zu erwecken.“ Permanent heruntergelassene Rolläden schützen zum Beispiel nur bedingt, zeigen aber, dass niemand zu Hause ist.

Wenn ein Einbrecher es doch in die Wohnung schafft und man selbst zu Hause ist, rät Schettke dazu, sich bei der Flucht nicht in den Weg zu stellen: „Einbrecher haben null Interesse daran, sich mit Ihnen zu prügeln – tun es aber, wenn nötig.“ Es gebe oftmals eine Art Sozialsystem in den Einbrecherbanden. Wenn ein Täter erwischt wird und ins Gefägnis muss, kommt die Bande für die Familie auf. Wenn der Täter jedoch eine schwerere Straftat begeht – also zum Beispiel gewalttätig wird – greife dieses System nicht mehr.

Beratung bei Markus Schettke

Jeder Dortmunder kann die polizeiliche Beratung von Markus Schettke kostenlos nutzen. Termine sind je nach der eigenen Flexibilität innerhalb weniger Tage bis weniger Wochen zu bekommen. Für Fragen steht die Hotline unter Tel. (0231) 132 7950 montags bis freitags von 9-12 Uhr und von 13-15 Uhr zur Verfügung.
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