Deutlich leerer als normalerweise erlebte Sabrina Fehring (r.) den Freibadbesuch in Corona-Zeiten. © Schaper
Freibad

„Die Menschen denken: Jetzt ist doch alles wieder locker“

Die Freibäder in Dortmund haben wieder geöffnet - mit Auflagen. Fühlt sich das an wie früher? Oder besser? Oder ist die Sorge doch ständiger Begleiter? Ein Besuch im Naturfreibad Froschloch.

„Wie Urlaub“ – mit diesen Worten beschreibt Familie Kunau aus Dortmund den Ausflug in das Naturfreibad Froschloch. Der Vergleich trifft ins Schwarze, denn die sommerlichen Temperaturen laden dazu ein, dem Home-Office-Alltag ins kühle Nass zu entfliehen. Im Freibad Froschloch in Dortmund-Hombruch sorgt auch der kleine Strandabschnitt am Schwimmbeckenrand für das Urlaubsgefühl.

Familie Kunau ist zum ersten seit Beginn der Pandemie im Freibad. Dass es hier deutlich leerer ist als zu Zeiten vor Corona, sei ein Plus.

Auch ich war zum letzten Mal 2019 im Freibad – also, lange bevor irgend jemand etwas von Corona ahnen konnte. Besuche am Wochenende habe ich allerdings grundsätzlich vermieden: Da war es immer zu voll.

Gähnende Leere statt Menschenmassen

Jetzt wage ich mich also nach ewigen Zeiten wieder in ein Freibad. Gemeinsam mit meiner Mitbewohnerin mache ich mich also an diesem heißen Juni-Tag auf dem Weg ins Froschloch. Bilder von Menschenmassen, die Handtuch an Handtuch die Liegewiese belagern, kommen mir in den Kopf. Doch was man am Samstagmittag im Naturfreibad Froschloch vorfindet, ist: geradezu gähnende Leere.

Laut der Buchungsseite ist das Freibad an diesem Tag zu 100% ausgelastet – aber die große Liegewiese ist fast leer. Die Menschen, die im Freibad sind, verstecken sich am Rande der Wiese im Schatten der Bäume und Büsche. Knapp mehr als 1000 Menschen dürfen an einem Tag das Freibad besuchen, nicht mal ein Drittel der üblichen Besucherzahl. Einen Platz mit genügend Abstand zu finden, ist also kein Problem.

Bei ihrem Besuch in Dortmund freuen sich Sarah Seiler und Anne Hartmann aus Berlin über den Freibadbesuch im Froschloch. © Schaper © Schaper

Auch Sarah Seiler und Anne Hartmann freut die geringe Zahl an Menschen: „Ohne Corona läge man hier wie die Sardinen in der Dose.“ Die zwei kommen aus Berlin und besuchen mit ihren Kindern zurzeit Freunde in Dortmund.

Der Freibadbesuch bedeutet für sie auch wieder ein Stück Normalität: „Wir sind das erste Mal in diesem Jahr wieder im Freibad. Besonders die Kinder freuen sich darüber riesig.“

Dass wirklich nicht mehr Menschen als erlaubt ins Froschloch spazieren, regelt das Online-Buchungssystem. Karten an der Tageskasse gibt es nicht mehr. „Man merkt, dass viele ältere Menschen jetzt nicht mehr kommen, weil ihnen das zu kompliziert ist mit der Online-Buchung. Aktuell ist das aber die beste Lösung, sonst hätten wir jeden Tag einen riesigen Stapel an Zetteln mit Kontaktdaten“, erzählt Mitarbeiter Hendrik Galow.

Hendrik Galau hat im Naturfreibad Froschloch alles im Blick. © Schaper © Schaper

Neben der Datenabgabe zwecks Kontaktverfolgung gelten die üblichen Hygienevorschriften: Abstand halten, Hände desinfizieren und Maske tragen im Eingangsbereich, am Kiosk sowie in Innenräumen. Diese Maßnahmen zu kontrollieren, bereitet den Mitarbeitern trotzdem Schwierigkeiten. Eine von Galows Hauptaufgaben ist es, Menschen immer wieder an die Corona-Regeln zu erinnern.

„Die Menschen sind ausgelassen“

„Seit über einem Jahr gibt es jetzt die Maskenpflicht – und manche Leute meinen trotzdem, in Innenräumen wie etwa den Toiletten bräuchten sie keine Masken. Das muss ich denen dann erklären“, berichtet er. Die Besucher seien aber einsichtig.

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Freibadbesuch in Coronazeiten

Im Wasser ist es schwierig, die Abstände einzuhalten. „Die Menschen sind ausgelassen und denken jetzt ist Sommer, jetzt ist doch alles wieder locker“, erzählt Galow.

Falls es im Schwimmbecken doch zu voll wird, könnten die Mitarbeiter die Eingänge ins Wasser absperren. Dann werden nur noch Menschen hineingelassen, wenn andere Personen das Wasser verlassen. Um das gesamte Becken sind Seile gespannt. Einfach vom Rand ins Becken gleiten ist nicht mehr erlaubt.

Auf jeder Seite gibt es eine Leiter für den Zugang zum Wasser und eine zum Aussteigen. Damit kann der Personenverkehr im Wasser besser reguliert werden.

Im Schwimmerbecken ist es aber deutlich leerer als früher. Wo man früher im Slalom um Menschengruppen herumpaddeln musste, könnte man jetzt problemlos Bahnen ziehen.

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