Die Musik zum Film

6400 Menschen verdienen in Dortmund ihr Geld in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Einige dieser "kreativen Köpfe" stellen wir in unserer Serie vor. Heute: Andreas Kuhlmann und Andres Hubmann von der Phoenix Music Group GmbH & Co. KG.

23.11.2007 / Lesedauer: 3 min

Gregorianische Gesänge erklingen, dann setzt ein Orchester ein, sakrale Musik erfüllt den Raum. Der ist nicht groß, um die 20 qm und ein Orchester ist weit und breit an der Gerberstraße im Brückstraßenviertel nicht in Sicht. "Es ist schon enorm, was man heute alles mit Technik machen kann", meint Andreas Kuhlmann. Die Musik, die er gerade abgespielt hat, hat er selbst komponiert und produziert. Sie hat eine WDR-Dokumentation über den Altenberger Dom begleitet. "Die Musik darf dabei nicht nerven, sie muss Emotionen transportieren", erläutert der 48-Jährige, der Violoncello, Klavier, Posaune und e-Bass studiert hat. Erst kürzlich zeigte das ZDF "Der Kreuzzug der Kinder". Auch dafür hat der 48-Jährige die Musik beigesteuert wie für andere Dokus auf arte oder 3sat.

Vor rund zwölf Jahren lernte er in einem Tonstudio den zehn Jahre jüngeren Andres Hubmann kennen, ebenfalls ein ausgebildeter Musiker. Die beiden erkannten, dass man in der schwierigen Branche mit einem kleinen Tonstudio auf keinen grünen Zweig kommt. "Man muss sein Geld eher mit den Erzeugnissen des Tonstudios, den Urheber- und Lizenzrechten verdienen." Sie gründeten die Phoenix Music Group. "Damit haben wir uns jetzt eine Nische erkämpft". Mit dem Label Silversonic betreuen sie Bands, die zwar nicht zu den ganz Großen der Branche gehören, "aber ihre Qualität müssen sie nicht mehr beweisen". Wie etwa Muvrini, eine korsische Band, die auch bei Night of the Proms auftritt.

Das Optimum rausholen

Die beiden Manns erwerben die Rechte an der Musik und sorgen dann dafür, "dass sie von möglichst vielen Menschen wahrgenommen wird". Das heißt, Radiostationen, Fernsehen und Printmedien werden kontaktiert und mit Pressetexten und selbstverständlich jeder Menge Musik versorgt.

"Wir versuchen, das Optimum für alle rauszuholen und darum haben wir einen guten Ruf", meint Hubmann, der bei Phoenix Music für das Produktmanagement und die Vermarktung der Musik zuständig ist, während Kuhlmann eher den künstlerisch-kreativen Part übernimmt. Wenn ausländische Musiker in Deutschland ein gutes Label suchen, "dann sind wir das Tor zu diesem Markt". Ihr Geld verdienen sie mit einer Beteiligung an den Verkaufserlösen und Radioeinsätzen.

Neben dem Label silversonic und der Film- und Werbemusik hat das Duo ein drittes Standbein: die "Fantasiereisen". Hier arbeiten sie mit Stefan Linsen zusammen. Der psychologische Berater schreibt und spricht die Texte, Andreas Kuhlmann schafft dazu die passende Musik. Gerade für Kinder ist die Reihe sehr erfolgreich. "Fast alle Lehrer in Grundschulen arbeiten heute mit Fantasiereisen. Die Kinder lernen dadurch, sich besser zu konzentrieren", so Hubmann. Das sei keine reine Entspannungsmusik, stellt Kuhlmann klar, "da schnattern auch Delphine oder piepsen Entenküken." Bettina Kiwitt

www.phoenixmusicgroup.de

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