Die Retter an der Ruhr

Übung der Wasserrettungsstation am Hengsteysee

24.05.2007, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Acht Rettungsschwimmer wollen zwei Tage lang versorgt sein. Dann klingelt das Telefon. Ortsgruppenleiter Stefan Raetsch nimmt den Anruf entgegen. Sein Ruf «Einsatz für den Sanitätstrupp» alarmiert die eben noch mit den Vorräten beschäftigen Antonia Uhle und Cornelius Ludmann. Der Leiter der Ortsgruppe Hombruch lässt Details folgen: Eine Wanderin ist auf dem Serpentinenwaldweg zwischen Syburg und Ruhrlauf schwer gestürzt. Sofort greifen die beiden Rettungssanitäter zu Notfallrucksack und Schaufeltrage und eilen den Berg hinauf. Nach wenigen Minuten anstrengenden Bergaufeilens erreichen sie die Unglückstelle. Kopfüber liegt eine junge Wanderin in der Spitzkehre des Weges, ein Pfosten des Sicherungszaunes ist abgebrochen. Während Cornelius Ludmann per Funk das Auffinden der Verunglückten an die Station meldet, nimmt Antonia Uhle Kontakt mit der Jugendlichen auf. Diese ist zwar benommen, aber bei Bewusstsein. Kira heißt sie und ist 15 Jahre alt, erfährt Antonia. Kira klagt über Schmerzen beim Atmen, deshalb greift Cornelius zur Sauerstoffmaske, um die Atmung zu erleichtern, während Antonia Puls und Blutdruck überprüft. Vorsichtshalber stabilisieren die beiden DLRG-Helfer anschließend die Halswirbelsäule mit einem «Stiftneck» und befreien dann die Verunglückte mit Hilfe der teilbaren Schaufeltrage aus ihrer unbequemen Lage am Hang. So können sie dann Notarzt und Rettungswagen übernehmen. Doch in diesem Fall wird der Notarzt nicht gebraucht, denn glücklicherweise ist alles nur eine Übung. Übungen wie diese gehören zum ständigen Programm der Wachmannschaften am Hengsteysee, denn inzwischen gehören Einsätze an Land genauso zum Einsatzspektrum wie der Einsatz auf dem Wasser. Sie nehmen sogar an Bedeutung zu, weiß Stefan Raetsch zu berichten, denn die Wege rund um den Hengsteysee erfreuen sich zunehmender Beliebtheit nicht nur bei den Spaziergängern, sondern auch bei Joggern, Walkern, Inlineskatern, Kick- und Skateboardfahrern sowie Mountainbikern. Besonders an Gefällstrecken kommt es dabei immer wieder zu Stürzen und Kollisionen. Deshalb, so der Leiter der Hombrucher DLRG, haben die meisten Rettungsschwimmer außer der Fachausbildung als Rettungsschwimmer und ABC-Taucher und weiterführenden Ausbildungen als Bootsführer und Rettungstaucher inzwischen auch eine Ausbildung als Sanitäter und einige auch als Rettungssanitäter. Damit sind die Hombrucher Rettungsschwimmer bestens gerüstet, die ersten lebensrettenden Minuten bis zum Eintreffen des Notarztes zu überbrücken.

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