Die Fußballvereine Grün-Weiß Kley und SuS Oespel-Kley wollen nicht länger Rivalen sein

hzGeplante Vereinsfusion

Es ist eine Rivalität wie zwischen dem BVB und Schalke. Damit soll nun Schluss sein, sagen die Sportvereine Grün-Weiß Kley und SuS Oespel-Kley. Im Gespräch ist sogar eine Fusion.

Oespel, Kley

, 18.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Weg, der vor den Sportvereinen SuS Oespel-Kley und Grün-Weiß Kley (GWK) liegt, wird lang sein. Und holprig. Denn das Fernziel ist, dass die beiden Klubs nach jahrzehntelanger Konkurrenz fusionieren werden. Die Rivalität begann mit der Geburtsstunde von GWK am 28. Juni 1981 und gehört zur Oespel-Kleyer Fußballgeschichte wie die Bäume zum Dorneywald.

„Es ist eine Rivalität wie zwischen dem BVB und Schalke 04“, sagt GWK-Vize-Vorsitzender Paul Roos (60). Ein Satz, der das schwierige Unterfangen noch deutlicher macht. Gerade die alteingesessenen Mitglieder zu überzeugen, wird Schwerstarbeit sein. Das einzig Verbindende war bislang der Sportplatz im Dorneywald, den sich GWK und der SuS teilen müssen. Die Vorstände beider Klubs hingegen haben sich schon ein kleines Stückchen angenähert.

„Es geht hier um eine Überlebensfrage“

Tief in die Geschichte der konkurrierenden Vereine will man an diesem Montagabend während des Pressegesprächs nicht eindringen. Der Fokus ist ganz klar auf die Zukunft gerichtet und auf das Überleben der beiden Vereine. Denn es sind vor allem Vernunftsgründe und nicht etwa eine spät entdeckte gegenseitige Liebe, die den 111 Jahre alten SuS und den wesentlichen jüngeren GWK auf einmal zusammenrücken lassen.

„Wenn wir nichts tun, wird es uns beide irgendwann nicht mehr geben. Es geht hier um eine Überlebensfrage“, sagt Paul Roos und macht damit den Ernst der Lage klar. Beide Vereine seien einfach zu klein, um dauerhaft alleine weiter existieren zu können. „Es wird immer schwieriger, Ehrenämter zu besetzen, die Mannschaften zu bestücken, und die Sponsoren müssen wir uns auch noch teilen“, so Paul Roos. Ein großer Verein habe zudem viel mehr Strahlkraft und so könne man leichter neue Mitglieder gewinnen.

Die Fußballvereine Grün-Weiß Kley und SuS Oespel-Kley wollen nicht länger Rivalen sein

Die Mannschaft "GWK Classic" gewann das Altherren-Turnier, das der SuS und GW Kley gemeinsam ausrichteten. © Martin Kasper

SuS und Grün-Weiß Kley richteten zum ersten Mal gemeinsames Turnier aus

Um zu testen, ob was zusammenwachsen kann, was bislang nicht zusammenwachsen wollte, haben der SuS und GWK zum ersten Mal ein Fußballturnier gemeinsam veranstaltet: ein Altherren-Turnier mit Mannschaften aus Dortmund, Bochum und Witten. „Es ist vielleicht kein Zufall, dass das Turnier auf den bundesweiten ‚Tag der offenen Gesellschaft’ fiel“, so Roos.

Im Anschluss waren beide Seiten positiv überrascht. „Es hat super geklappt. Wir konnten uns gegenseitig aufeinander verlassen“, erzählt GWK-Schriftführer Martin Kasper (31). Man habe die Helfer-Teams bewusst gemischt, man sei gut miteinander ins Gespräch gekommen und habe auf diese Weise Vertrauen auf- und Vorurteile abgebaut. Auch Jürgen Eggers (64), stellvertretender Kassierer beim SuS, zieht ein positives Fazit, kann sich eine Fusion dennoch nicht in naher Zukunft vorstellen. „Das braucht noch mindestens drei Jahre.“

Wie soll der neue Verein heißen?

Paul Roos sieht das anders: „Wir müssen den jetzigen Schwung nutzen und die Sache vorantreiben.“ Eine Fusion in der kommenden Saison 2020/21 ist für ihn durchaus vorstellbar. Egal ob nächstes Jahr oder erst in drei Jahren: Was nun folgen wird, sind viele Gespräche. Zunächst innerhalb der Vorstände, die ausloten werden, ob man überhaupt eine gemeinsame Basis und Ausrichtung finden wird.

Bevor aber eine Entscheidung für oder gegen eine Fusion fallen kann, müssen die Mitglieder gefragt werden. Paul Roos rechnet mit einer Zustimmung von 80 bis 90 Prozent. „Vor allem viele Zugezogene fragen sich, warum es hier überhaupt zwei Fußballvereine gibt.“ Die schwierigsten Hürden, die genommen werden müssen, sind fraglos die Einigung auf einen neuen Namen und neue Vereinsfarben ...

Das sind die aktuellen Mitgliederzahlen

  • Der SuS Oespel-Kley hat aktuell 326 passive und aktive Mitglieder, darunter circa 70 Kinder und Jugendliche. Neben den Fußballmannschaften gibt es auch noch eine Damen-Gymnastikgruppe.
  • Grün-Weiß Kley hat aktuell 160 Mitglieder, darunter circa 50 Kinder und Jugendliche. Der Verein verfügt zusätzlich über eine Disc-Golf-Abteilung.
  • Wer mehr über die „Rivalitätsgeschichte“ beider Vereine erfahren möchte, ist bei Platzwart Jürgen Kleibrink richtig. Er hat Grün-Weiß Kley mitgegründet und ist heute SuS-Mitglied.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Halterner Zeitung Knappschaftskrankenhaus Lütgendortmund

Söhne einer verstorbenen Patientin rasten aus und verletzen zwei Klinik-Mitarbeiterinnen