Die Tull-Villa und Gerüchte ums Extrablatt und die Bar Celona

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Die Modernisierung der 127 Jahre alten Tull-Villa ist eine schier unendliche Geschichte geworden. Mittlerweile ist das Baugerüst an der Fassade verschwunden. Tut sich jetzt doch etwas?

Hörde

, 27.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war ein vielversprechendes Bauprojekt am Phoenix-See: Direkt neben der Hörder Burg sollte eine geschichtsträchtige und marode Villa wieder in neuem Glanz erstrahlen.

Die 1893 erbaute Tull-Villa wollte man aus ihrem Dornröschenschlaf erwecken, nach einem kostspieligen Umbau sollten sowohl die Oldenburger Gastronomie-Kette „Bar Celona“ wie auch das „Joseph-Joachim-Konservatorium“ dort einziehen.

2014 startete der Umbau des historischen Gebäudes. Es gab Probleme baulicher Natur, immer wieder verzögerte sich die Fertigstellung der Arbeiten am Haus. Im Sommer 2017 wurde ein Baustopp ausgerufen.

Zoff hinter den Kulissen

Hinter den Kulissen war viel passiert. Das Geld war den Investoren ausgegangen. Die beiden Gesellschafter der Eigentümer-GmbH der Immobilie hatten sich zerstritten, lieferten sich juristische Scharmützel.

Es war kompliziert geworden - und irgendwann wollte keiner der damals Beteiligten sich noch über das Projekt äußern.

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In den vergangenen Wochen aber, hatten aufmerksame Hörder mitbekommen, dass das über Jahre aufgestellte Baugerüst an einer Hausseite abgebaut worden war. Ein Indiz dafür, dass vielleicht doch etwas an neuer Bewegung in die vermeintlich unendliche Geschichte Tull-Villa gekommen sein könnte?

Hoffen auf neuen Eigentümer

In der Bezirksvertretung (BV) hatten die Politiker gehofft. dass vielleicht wieder etwas passieren könnte, wenn sich ein neuer Eigentümer des Hauses annehmen würde.

„Die Bezirksvertretung hatte das Thema lange Zeit auf dem Tisch. Aber, ob da ein neuer Sachstand zu verzeichnen ist, halte ich für fragwürdig“, sagt Bezirksbürgermeister Sascha Hillgeris.

Bekannt ist Hillgeris nur, dass der mit den Gewerken beauftragte Bauunternehmer Stefan Rundholz schon längere Zeit seine Arbeiten an der Villa beendet habe.

Harsche Abfuhr

Bei der Gastro-Kette „Bar Celona" hatte man noch im Herbst 2018 verlautbaren lassen, dass man an den Verträgen für den Einzug einer Filiale festhalten wolle. Nur habe das Unternehmen den damals anvisierten Verkauf des Gebäudes abwarten wollen.

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Eine erneute Anfrage unserer Redaktion bezüglich des geplanten Standortes schmetterte ein Unternehmenssprecher harsch ab: „Wir haben andere Probleme, als irgendwelche Fragen von Lokalzeitungen zu beantworten.“

Der freundliche Ton, mit dem man damals den bevorstehenden Einzug eines Cafés in die Villa in den Sozialen Netzwerken begleitete, ist verflogen. Die Tull-Villa ist zum Reizthema geworden.

Neuigkeiten zum Projekt angekündigt

Eine Nachfrage bei den früheren Gesellschaftern des Bauprojekts bringt ein wenig mehr Licht ins Dunkel.

Während einer der Ex-Bauherrn meint, dass er schon lange Zeit nicht mehr involviert sei, schürt sein ehemaliger Geschäftspartner Alexander Ostrowski die Hoffnung darauf, dass bald doch etwas passieren könnte.

Laut Ostrowski sei intern noch etwas zu klären, Neues zum Sachstand könne er Ende April mitteilen.

Unbestätigtes Gerücht

Wenn es überhaupt aktuell etwas Neues zur Bauruine gibt, dann ist es ein unbestätigtes Gerücht bezüglich der Gastro-Nutzung: mit einer geplanten Ansiedlung des Cafe Extrablatt am Phoenix-See gehe das Aus für die Bar Celona in der Tull-Villa einher.

Als Mitgesellschafterin an der Bar-Celona-Franchise-Kette dürfte die Cafe Extrablatt GmbH wohl kaum daran interessiert sein, bei der angespannten Lage auf dem Gastronomie-Sektor sich an einem Standort noch selbst Konkurrenz zu machen.

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