Dortmunder Biergärten zum Vatertag: „Das wird gut, aber mit Abstrichen“

hzCorona-Krise

Restaurants mit großen Biergärten werden gerade am Vatertag normalerweise überrannt. Wegen der Corona-Einschränkungen wird in Dortmund diesmal alles anders laufen. Aber wie?

von Carolin West, Beate Dönnewald, Joel Kunz

Castrop-Rauxel, Lütgendortmund, Westerfilde, Kirch

, 20.05.2020, 17:25 Uhr / Lesedauer: 3 min

Vatertag ist Bollerwagen-, Volksfest- und Biergarten-Tag. Normalerweise. Denn trotz aller Corona-Lockerungen wird diesmal einiges anders laufen müssen. Bereits der Regelbetrieb in der Gastronomie ist derzeit wegen der Vorgaben stark eingeschränkt. Am Vatertag (21.5.) sieht es da nicht anders aus.

„Das wird schon gut, aber mit Abstrichen“, sagt Marijan Ribicic, Wirt der Gaststätte „Im schönen Wiesengrund“ in Westerfilde. Normalerweise war sein Biergarten an der Mosselde 58 gerade zum Vatertag brechend voll.

„Ich könnte gar nicht sagen, wie viele Menschen hier waren“, sagt der Wirt in Erinnerung ans vergangene Jahr. „Manche haben sich zu acht auf eine Bank gequetscht, andere haben nur mit ihren Bollerwagen da gestanden und ein Bier getrunken.“ Am Donnerstag (21.5.) wird er diesmal wegen der Abstandsregelungen nur etwa ein Drittel seiner Tische nutzen können. Ein Bier im Stehen ist nicht erlaubt.

Die Gaststätte "Im schönen Wiesengrund" bekommt Hilfe bei der Zugangskontrolle in den Biergarten.

Die Gaststätte "Im schönen Wiesengrund" bekommt Hilfe bei der Zugangskontrolle in den Biergarten. © Stephan Schütze

Wirt plant mit Reservierungen

Ein Ordner wirt darauf achten, dass nicht zu viele Menschen in den Biergarten kommen. Die Tische werden zugewiesen. Sowohl der Ordner als auch die Gäste müssen dabei Masken tragen. „Wir haben mit Vorreservierungen gearbeitet, um besser planen zu können“, sagt Marijan Ribicic.

Auch, weil er mehr Tische pro Gruppe benötige, je nachdem aus wie vielen verschiedenen Haushalten die Gäste kommen. Wer zwischen 11 und 21 Uhr noch kommen möchte, sollte sich also besser vorher unter Tel. (0231) 37 11 90 anmelden. „Ich musste schon einigen absagen.“

Grundsätzlich sei er Optimist, so Marijan Ribicic, doch derzeit falle es ihm manchmal schwer, positiv zu denken. „Es gibt einfach viele Vorgaben, an die wir uns halten müssen, die uns die Arbeit erschweren. Viele Gäste bestellen lieber als hier zu essen und zu trinken, weil es ihnen zu viel ist mit den Maßnahmen.“

Das Hotel-Restaurant „Volksgarten Mengede“ kann nur die Hälfte seines Biergartens für Gäste öffnen.

Das Hotel-Restaurant „Volksgarten Mengede“ kann nur die Hälfte seines Biergartens für Gäste öffnen. © (A) Stephan Schütze

Auch Ulrich Lang, Wirt des Hotel-Restaurants Volksgarten Mengede, hält sich mit Begeisterungsstürmen zurück. „Ich freue mich zwar allein schon darüber, dass wir überhaupt wieder öffnen dürfen, aber es ist schon alles sehr eingeschränkt“, sagt er.

„Wenn voll, dann voll“

Zum Vatertag rechnet er mit keinem allzu großen Ansturm. Die meisten Gäste seien eher verhalten. Seinen Biergarten wird er von 11 bis 22 Uhr nur zur Hälfte öffnen. Etwa 50 Plätze stehen dann zur Verfügung, eine Reservierung ist nicht möglich. „Wenn voll, dann voll“, sagt Ulrich Lang.

Der Zutritt ist nur durch das Restaurant am Eckei 96 erlaubt. Ein Mitarbeiter wird darauf achten, dass es nicht zu viele Gäste werden. Die Tische werden mit 1,50 Meter Abstand zueinander aufgestellt, um auch den Abstand zwischen den Gruppen zu wahren.

Tische werden desinfiziert

Einen größeren Abstand zwischen den Tischen wird es auch im beliebten Biergarten des Restaurants „Tante Amanda“ in Westerfilde geben. Inhaber Franz-Josef „Bubi“ Leuthold kündigte an, dass er sich ebenso wie die anderen Wirte an die gesetzlichen Bestimmungen halten werde.

Beispielsweise müssen sich die Gäste beim Betreten des Biergartens registrieren und die Tische werden nach jedem Besuch desinfiziert. An der Selbstbedienungstheke müssen Gäste eine Maske tragen und Abstand halten.

Antonio Link von "Hopfen und Salz" wünscht sich einen ruhigen Vatertag in seinem Biergarten und Restaurant.

Antonio Link von "Hopfen und Salz" wünscht sich einen ruhigen Vatertag in seinem Biergarten und Restaurant. © privat

Antonio Link, Chef des Lütgendortmunder Bier-Restaurants „Hopfen und Salz“, schaut mit gemischten Gefühlen auf den Vatertag. Mit seinem Team achte er seit der Wiedereröffnung penibel darauf, alle Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten, betont der Gastronom. Er wolle einfach keine Probleme wegen allzu übermütiger Gäste am Vatertag bekommen oder gar mit Ischgl-Verhältnissen in Verbindung gebracht werden. „Damit das nicht passiert, wird ein Kellner für den Empfang abgestellt.“

134 à-la-carte-Reservierungen bei Hopfen und Salz

Um 12 Uhr wird das Restaurant an der Volksgartenstraße öffnen. „134 à-la-carte-Reservierungen haben wir schon“, erzählt der 43-jährige Gastronom. Platz für unangemeldete Gäste gebe es aber noch reichlich - natürlich unter Einhaltung der Corona-Regeln. „Die nehmen wir wirklich sehr ernst. Wir haben zum Beispiel extra ein Online-Bestellsystem eingeführt, um Kontakt mit den Speisenkarten zu vermeiden.“

Jetzt lesen

Insgesamt sei es seit der Wiedereröffnung Mitte Mai besser gelaufen als gedacht. „Am vergangenen Sonntag haben wir sogar das Niveau von 2019 erreicht“, so Link. Generell seien die Umsatzeinbußen aber enorm. „Es fehlt einfach der Veranstaltungs-Sektor. 40 Hochzeiten wurden abgesagt. Zwei Sommerfeste mit 200 und 500 Personen auch. Das tut schon weh“, so Antonio Link.

Kleyer Wirtin öffnet ihren Dorfkrug bereits ab 10 Uhr

Jasmin Nickstat, Wirtin des „Dorfkrugs“ in Kley, hat ihren Biergarten am Dienstag (19.5.) erstmals nach der Corona-Pause geöffnet. Ganz schnell seien die neun Außen-Tische an der Kleybredde besetzt gewesen. „Die Wiedersehensfreude war riesig, Wir haben uns alle sehr vermisst“, schwärmt die 46-Jährige.

Jasmin Nickstat vom Dorfkrug blickt mit einem "mulmigen Gefühl" Richtung Vatertag. Aber sie freut sich auch auf ihre Gäste.

Jasmin Nickstat vom Dorfkrug blickt mit einem "mulmigen Gefühl" Richtung Vatertag. Aber sie freut sich auch auf ihre Gäste. © (A) Beate Dönnewald

Das Vatertags-Geschäft möchte sie nach der langen Schließungszeit auf jeden Fall mitnehmen. „Ein paar ihrer Jungs“ hätten sich bereits angemeldet. „Ein bisschen Angst habe ich natürlich auch, dass irgendwer über die Strenge schlägt.“ Aber ihr Optimismus überwiegt: „Es wird schon alles klappen, schließlich ist mein Mann ja auch noch da.“

Wer keinen Platz im Biergarten ergattert, müsse mit einem Platz in der Kneipe Vorlieb nehmen, so Jasmin Nickstat. „Ich kann da kein Auge zudrücken. Die Abstände müssen eingehalten werden.“ Das Bier fließt im „Dorfkrug“ ab 10 Uhr.

Lesen Sie jetzt