Diese Dortmunderin besuchte die Juniorakademie

Für hochbegabte Schüler

Hinter der 13-jährigen Franziska Sausmikat aus Mengede liegen spannende Tatort-Zeiten. Sie hat Ratten seziert, ihre eigene DNA analysiert, Blutspritzer berechnet und mit dem bekannten Kriminalbiologen Mark Benecke gearbeitet. Sie besuchte jetzt die Juniorakademie für hochbegabte Schüler. Wir haben sie besucht.

MENGEDE

, 23.09.2017, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die 13-jährige Franziska Sausmikat.

Die 13-jährige Franziska Sausmikat.

Die spannenden Zeiten durchlebte Franziska Sausmikat in den Sommerferien, als die Neuntklässlerin des Kirchlinder Bert-Brecht-Gymnasiums die NRW-Junior-Akademie für besonders begabte Schüler in Königswinter besuchte. Elf Tage lang war sie Studentin der Forensik.

„Viele Schüler wissen von diesem Angebot gar nichts und sind vielleicht auch an außerschulischer Weiterförderung interessiert.“ Das schrieb Franziska Sausmikat in einer E-Mail an die Redaktion. Wir haben ihren Hinweis gerne aufgenommen und die 13-Jährige zu Hause besucht.

Noten und Motivation 

Eine Lehrerin, erzählt sie, habe sie für die Ferien-Akademie vorgeschlagen. Ihre Noten und Motivation hätten den Ausschlag gegeben. „Wir haben unsere Tochter aber nie auf Hochbegabung testen lassen. Das Ergebnis würde für uns ja nichts ändern“, sagt Simone Sausmikat (39).

Die Fakten sprechen ohnehin für sich. „Ihr fällt einfach alles sehr leicht“, erzählt ihre Mutter. Mit fünf Jahren konnte Franziska lesen und schreiben, sie ist Klassenbeste, der letzte Zeugnisschnitt lag bei 1,2. „Außer für Mathe muss ich für kein Fach lernen“, sagt Franziska ohne die kleinste Spur von Angabe. Sie ist vielmehr ein ganz normales Mädchen, das den BVB gut findet, Harry Potter liest, sich gerne mit Freunden trifft. Später möchte sie Englisch, Biologie und Chemie unterrichten.

"Der Verwesungsgeruch war ekelig"

Daran hat auch der Forensik-Kurs nichts geändert. „Es war eine tolle, interessante und informative Zeit“, sagt Franzi. Aber dauerhaft möchte sie nicht als Ermittlerin arbeiten. „Wir haben Rattenleichen seziert, verbrannt und sie verwesen lassen, um zu dokumentieren, wie sie sich verändern.“ Die Nager töteten die Schüler übrigens nicht selbst – sie wurden tiefgefroren im Zehnerpack im Zoohandel gekauft. „Der Verwesungsgeruch war ekelig, eine Mischung aus verfaulten Eiern und Tintenkiller. Einige Schüler haben sich übergeben.“

Die Zeit an der Akademie möchte Franzi nicht missen. Sie habe dort viel gelernt, über Biologie, ihre eigene DNA und Kunstblut. „Und die Gemeinschaft untereinander war superschön“, sagt sie. Alle seien sich sehr nah gewesen. „Da lag wohl auch daran, dass wir alle schon dieselben Erfahrungen gemacht haben.“ Ganz vorsichtig deutet Franziska hier Probleme wie Mobbing und Neid an.

Am letzten Tag der Ferienakademie wurden alle Eltern zur Abschlussfeier nach Königswinter eingeladen. „Das hatte was von einem Abiball“, berichtet Simone Sausmikat. Ihr richtiges Abitur wird Franziska 2021 machen. Mit 17 – denn sie wurde mit fünf eingeschult.

Fakten auf einen Blick:

  • Die Nominierung für die Juniorakademie NRW läuft über die Schule. Sie richtet sich an Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9.
  • Die Ausschreibungen schicken die Bezirksregierungen an alle Gymnasien und Gesamtschulen in NRW.
  • Die Auswahl erfolgt über die Bewerbungen.
  • Franzis Eltern mussten 420 Euro zuzahlen.
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