Diese Frau hat den Nordstadt-Schriftzug entworfen

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Der bunte Nordstadt-Schriftzug an der Münsterstraße begrüßt schon jahrelang Anwohner und Besucher des Dortmunder Viertels. Nun musste ihn die Künstlerin restaurieren.

von Alexandra Wachelau

Nordstadt

, 21.11.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Nordstadt-Schriftzug an der Leopoldstraße Ecke Münsterstraße steht schon fast zehn Jahre auf der Grünfläche in Richtung Nordstadt. Das große Fundament der Buchstaben dient häufig als Sitzfläche, der Schriftzug selbst hebt sich bunt von der Umgebung ab.

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Ulrike Fischer ist die Künstlerin, die hinter dem Schriftzug steckt. Schon an anderen Stellen der Dortmunder Nordstadt hat sie sich verewigt – beispielsweise an der Brackeler Straße am Borsigplatz mit dem Kunstwerk „Viel Glück“.

Sie selbst kommt eigentlich aus Unna, hat aber 23 Jahre in der Nordstadt gewohnt. Jetzt lebt sie in Lanstrop. Zu ihrer Nordstadt-Zeit habe sie bereits gemerkt, dass sie vor allem mit Menschen zusammen Kunstprojekte gestalten möchte: „Das war auch die Grundidee des Projekts“, sagt sie.

Gestaltung ist mit den Anwohnern der Nordstadt entstanden

Die Färbung des Schriftzugs ist während der Internationalen Woche 2010 der Dortmund Agentur entstanden. Besucher und Bewohner der Nordstadt haben die Buchstaben gemeinsam gestaltet. „Ich finde es als Grundidee wichtig, eine Beteiligung für Menschen zu schaffen“, sagt Fischer. „Die Reaktionen der Menschen sind auch oft sehr schön, viele möchten gerne bei so einem Projekt mitwirken.“ Die so entstandene interaktive Kunstaktion wurde schließlich 2011, unter anderem von Bürgermeister Ullrich Sierau, eingeweiht. Er selbst hat den Pinsel dafür in die Hand genommen.

Diese Frau hat den Nordstadt-Schriftzug entworfen

Das Holz wurde nach zehn Jahren witterungsbeständig aufgearbeitet. Alle zwei Jahre erneuert Künstlerin Ulrike Fischer die Farbe des Kunstwerks. © Robin Albers

Bis dahin war es ein langer Weg. Die damalige Leitung des Rombergparks, Heribert Reif, hat die Arbeitsgrundlage beschafft: „Herr Reif hatte durch die Renaturierung der Schondelle einige Buchenstämme übrig“, sagt Fischer.

Das Zuschneiden der Buchstaben gestaltete sich als schwierig. „Das war natürlich viel Arbeit, aber Letztenendes hat es geklappt“, sagt sie. Pro Tag hat sie zusammen mit der Grünbau GmbH einen Buchstaben zugeschnitten. Die farbige Gestaltung war schließlich ganz den Gästen der Internationalen Woche überlassen. „Die Nordstadt ist bunt, genauso bunt sind wir dann auch geworden“, sagt Fischer.

Restauration des Schriftzugs

Inzwischen ist fast ein Jahrzehnt vergangen. Alle zwei Jahre malt Fischer die Farbe nach. „Ich gebe dabei immer mein Bestes, die originale Gestaltung beizubehalten“, sagt sie. Dennoch sieht man den Baumstämmen inzwischen ihr Alter an.

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Die Witterung hat das Holz angegriffen, an manchen Stellen haben sich Insekten eingenistet. Nun bearbeitet sie das Kunstwerk mit einer Kunststoffpaste.

Sie erzählt, dass ein besonderer Vorteil des Kunstwerks erst unabsichtlich entstanden ist: „Das Fundament für die Buchstaben war zu lang angelegt, deswegen haben wir eine Sitzfläche daraus gestaltet.“ Dass diese Idee so gut ankommt, freut die Künstlerin.

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