Diese Tricks versuchen Betrüger am Telefon

Fangfragen und Schwindeleien

Sie rufen mit gefälschten Rufnummern an, stellen trickreich Fangfragen und gehen mit aggressiver Tonlage gegen ihre Betrugsopfer vor. Dubiose Unternehmen haben dabei nicht nur Senioren im Visier. Die Verbraucherzentrale rät bei verdächtigen Anrufen zu gesundem Misstrauen und selbstbewusstem Auftreten.

Dortmund

, 27.04.2017, 03:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Häufig versuchen dubiose Unternehmen trickreich, am Telefon an das Geld ihrer Opfer zu kommen. Sie stellen Fangfragen und legen die Antworten als Zustimmung zu einem Kaufvertrag ab – und fordern Geld.

Häufig versuchen dubiose Unternehmen trickreich, am Telefon an das Geld ihrer Opfer zu kommen. Sie stellen Fangfragen und legen die Antworten als Zustimmung zu einem Kaufvertrag ab – und fordern Geld.

Anrufe wie die einer angeblichen Kreditkarten-Firma aus Amsterdam bei Verbrauchern sind definitiv verboten. Laut Helene Schulte-Borries von der Dortmunder Verbraucherberatung wollte der selbst ernannte „Finanzdienstleister“ einer jungen Frau am Telefon eine Kreditkarte aufschwatzen. Die Sache hat einen Haken: „Eine Kreditkarte erhalten die Kunden nie, dafür aber hohe Rechnungen“, sagte die Verbraucherschützerin über eine aktuelle Methode.

Generell blickt die Verbraucherberatung an der Reinoldistraße auf steigende Zahlen, obwohl die Europäische Union der aggressiven Telefonwerbung einen Riegel vorgeschoben hat. Der Schutz der Privatsphäre ist längst in deutsches Recht übernommen worden.

Aggressiv und bedrohlich

Doch die Drückerkolonnen am Telefon scheren sich einen feuchten Kehricht um den Verbraucherschutz. Aggressiv und teilweise bedrohlich gehen sie nicht nur am Telefon gegen ihre Opfer vor – den für den Vertragsabschluss aufgebauten Druck halten sie auch später aufrecht. Die Amsterdamer Firma, die exklusive Kreditkarten-Konditionen vorgaukelt, geht gegen später Widerstand leistende Kunden mit einem Inkasso-Unternehmen aus Düsseldorf vor. Hohe Geldforderungen sollen die Opfer einschüchtern und so ihren Widerstand brechen. Aktuell betroffen ist auch eine geflüchtete Frau, die sich am Telefon nicht wehren konnte.

Helene Schulte-Borries erkennt krasse „Verstöße gegen das Wettbewerbsgesetz“ sogar bei Stromanbietern – und rät Betroffenen zur Offensive, wenn sie auf die Tricks am Telefon hereingefallen sind. Spezialisierte Verbraucherschützer in Dortmund können bei Widersprüchen helfen und sogar Abmahnungen durchsetzen. Das sei schwierig, aber nicht unmöglich.

Fangfragen sollen ein "Ja" entlocken

Betroffen sind laut Verbraucherberatung nicht nur Senioren, auf deren Leichtgläubigkeit die Täter setzen, sondern Opfer in allen Altersklassen. Trickreich versuchen es die Anrufer in den Gesprächen mit Fangfragen: Sie wollen unbedingt ein „Ja“ hören.

Helene Schulte-Borries berichtet über steigende Anfragen nach Betrugsversuchen und warnt vor Fangfragen: „Hören Sie mich?“, sei so eine typische Frage, um ein verhängnisvolles „Ja“ zu provozieren. Das „Ja“ bewerten die Täter dann als Zustimmung zu einem Vertrag. Statt „Ja“ zu sagen, sollten die Angerufenen „Ich kann Sie verstehen“ sagen – oder sich erst gar nicht in ein Gespräch mit anderen, zunächst unverfänglich wirkenden Fangfragen verwickeln lassen. „Auf keinen Fall persönliche Daten nennen, selbstbewusst auftreten und im Zweifel einfach auflegen“, rät die Verbraucherschützerin.

Vorsicht vor Gewinnspielen

Vorsicht geboten sei aktuell auch bei Gewinnspielen am Telefon. „Sie sind nur die Eingangstür, um die Betroffenen zur Nennung persönlicher Daten zu verleiten“, berichtet die Verbraucherschützerin.

Nach einem Informations-Termin mit 100 Teilnehmern im Januar 2017 im Hansmann-Haus sieht der Vorsitzende des Seniorenbeirats, Franz Kannenberg, weiter großen Beratungsbedarf speziell für Senioren: „Man muss die modernen Betrugsmethoden erkennen und immer wieder öffentlich aufklären.“

Wegen der großen Nachfrage im Januar will der Dortmunder Seniorenbeirat diese Kooperation mit der Verbraucherzentrale wiederholen. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

Die Polizei hält Vorträge für Senioren und gibt Tipps für den Schutz vor Straftaten. Kontakt zum Kommissariat: Tel. 0231 / 1 32 79 50. Werbung mit Telefonanrufen ist laut Bundesnetzagentur verboten, wenn der Angerufene diesen Anrufen vorher nicht ausdrücklich zugestimmt hat. Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb sieht Bußgelder für unerlaubte Telefonwerbung bis zu 100.000 Euro vor. Die Bundesnetzagentur verfolgt diese Delikte nach einer Anzeige und benötigt dafür präzise Angaben: Datum des Anruf, Name des Anrufers, Rufnummer (falls nicht unterdrückt), beworbenes Produkt, Details zum Gesprächsverlauf. Kontakt: Tel. 0291 /  99 55 206.
Im Internet gibt es ein .

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