Dieser Dortmunder (28) will das Wasser-Problem der Welt lösen

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Eines der großen Zukunftsprobleme ist sauberes Wasser. Ein 28-jähriger Dortmunder schickt sich an, dieses Problem zu lösen. Und zwar schnell. Denn danach will er sich das nächste vornehmen.

Dortmund

, 13.11.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tim Bröckelmann ist 28 Jahre alt, kommt aus Dülmen und hat sein Abitur mit 2,6 gemacht. Gerade ist er dabei, eines der größten Zukunftsprobleme der Menschheit zu lösen: Sein Dortmunder Unternehmen WeDest will den Wasserkreislauf säubern und so Menschen reines Wasser zugänglich machen – und setzt dafür auch noch auf Solarenergie.

„Ich habe eine Doku über den verunreinigten Ganges gesehen“, erzählt Bröckelmann. „Ich war erschrocken über die Zustände dort. Und ich hatte Zeit. Da habe ich Verantwortung übernommen.“

Solare Destillation

Bröckelmanns Idee sei eigentlich nur die clevere Kombination von bereits Vorhandenem, sagt er. „Die Arbeit war nur das Zusammenfügen der Bausteine, die unsere Gesellschaft bietet.“ Damit meint er öffentlich verfügbares Wissen und auch Fördermittel.

Das Ergebnis: Ein Patent auf eine Technologie, die Solarenergie nutzt, um verunreinigtes Wasser durch Destillation zu reinigen. Bröckelmann hält es zusammen mit zwei Partnern, mit denen er WeDest gegründet hat.

Parabolspiegel sollen die Sonnenstrahlen bündeln und auf einen Apparat lenken, in der Wasser erst verdampft und dann wieder kondensiert. Dabei werden Verunreinigungen herausgefiltert. Eine ähnliche Idee werde in der Energiegewinnung bereits genutzt.

Das Sauerland als Garage

Zum Gründungsmythos großer Technologiekonzerne gehört oft eine Garage. Tim Bröckelmanns Garage war ein Ferienhaus im Sauerland. Dorthin habe er sich zurück gezogen, erzählt er. Erst für zwei Jahre am Stück und dann noch mal drei Jahre lang etwa 8 Tage im Monat.

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In dieser Zeit habe sich Bröckelmann das Wissen für seine Erfindung angeeignet. Aus Doktorarbeiten, die er jeweils in wenigen Tagen durchgelesen habe. Studiert hat Bröckelmann Statistik und Biologie, beides jedoch nicht zu Ende. „Irgendwann habe ich da kein neues Wissen mehr rausgezogen“, sagt er. Aktuell studiert er Informatik – das wohl sogar zu Ende, sagt er.

Dieser Dortmunder (28) will das Wasser-Problem der Welt lösen

So sieht einer der selbstgebauten Prototypen der Erfindung von Tim Bröckelmann aus. © Tim Bröckelmann

Sieben verschiedene Prototypen habe er entwickelt. In anderthalb Jahren soll eine erste Pilotanlage stehen, die die Technologie auf wirtschaftliche rentable Größe ausrollt. Und er suche Partner, die in verschiedenen Ländern in solare Destillation investieren wollen.

Medizinisch rein

Ein Beispiel, das Bröckelmann bringt, ist Indien. Das bevölkerungsreiche Land habe auch eine große Pharmaindustrie, die nur schwach reguliert sei. „Die kippen ihre Schadstoffe einfach in den Fluss und dann landet alles im Wasserkreislauf.“

Mit seinem Patent könne man das so verunreinigte Wasser so säubern, dass es danach wieder für die Medikamentenproduktion genutzt werden könne. Dort gelten höhere Standards als zum Beispiel für Trinkwasser. Aber trinken könne man sein destilliertes Wasser natürlich auch.

Knappe Ressource

Wasser sei eine knappe Ressource der Zukunft, sagt Bröckelmann. Die wachsende Chemieindustrie und die wachsende Weltbevölkerung verbrauchten immer mehr Wasser.

„In fünf Jahren will ich, dass Indien mit meiner Idee zugepflastert ist“, sagt Tim Bröckelmann. „Ich habe ja keine Zeit.“ Denn das nächste große Problem wartet schon.

Aktuell denkt Bröckelmann über das Insektensterben nach. Er hofft, mit einer Idee dazu beizutragen, die Insektenpopulation wieder zu regenerieren. Dafür möchte er eine KI und einen Roboter entwickeln, die wilde Gärten an verschiedenen Stellen in einer Stadt pflegen können.

Menschen, die dafür ihren Grund und Boden zur Verfügung stellen, bekommen dann vom Roboter den Ertrag der Grünflächen an die Haustür geliefert.

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