Fünf Freunde aus Dortmund haben in mühevoller Arbeit ein 250 Quadratmeter großes Stück Grabeland in einen echten Garten verwandelt. Nun wird der Aufwand belohnt.

Dortmund

, 28.04.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Alles beginnt mit einer Schnapsidee: Im Sommer 2018 verkündet mein Kumpel Hannes, dass er einen Garten pachten will. 250 Quadratmeter, direkt am Stadion. Allein. Wie viel Arbeit kann so was schon sein? Urban Gardening und so. Freizeitwert. Cool. So halt.

Schnell können wir vier Freunde ihn überzeugen, dass er das Projekt alleine niemals gestemmt bekommt. Hat er schnell eingesehen. Seitdem ist es unser Garten.

Schwierig war’s vor allem, als es in der Anfangsphase, darum ging, das Grundstück vom Brombeer-Dschungel und von 30 Kubikmetern Müll zu befreien. Denn auf der Fläche war 20 Jahre lang nichts gemacht worden.

Es sind viele Stunden Arbeit, literweise Schweiß und jede Menge Liebe in diese Grünfläche geflossen, die wir auf Anregung von einem Bekannten aus Wien inzwischen liebevoll „Jäte-Republik“ nennen. Inzwischen sieht‘s auch gut aus. Aber kann das wirklich schon alles sein?

„Junge Leute, die ackern wie blöd und ein Garten-Projekt auf die Beine stellen, das ist doch eine Geschichte“, dachte ich - und wandte mich an die WDR-“Gartenzeit“. Dass ich nach nur einem Tag eine Rückmeldung von Moderatorin Susanne Küppers bekam, hätte ich nicht gedacht.

Nur zwei Wochen nach der Kontaktaufnahme ist das dreiköpfige Team - bestehend aus Kamerafrau Felicitas „Felix“ Klopp, der Moderatorin Susanne Küppers und natürlich Gärtner Rüdiger Ramme - bei uns zu Besuch. Zu viert empfangen wir die Crew. Will heißen: Hannes Czech, Lukas Blödt, Tim Steiner und ich verbringen den Tag mit den Gästen, unser Kumpel Felix ist noch in Urlaub.

Mit einem Wagen voller Pflanzen, Erde und Geräten rücken die Profis an. Unser Thema: Knollen pflanzen. Also Kartoffeln und Co. Auch exotische Sorten. Solche, die teuer sind.

WDR Gartenzeit

Infos zur Sendung

  • Rüdiger Ramme betreibt in Lohmar ein Gartencenter und bildet mit der Journalistin Susanne Küppers seit 17 Jahren das Duo der „Gartenzeit.“
  • Mehr als 1000 Beiträge haben sie gemeinsam produziert.
  • Ramme sagt, er schaut sich die Folgen nicht an, wenn sie fertig sind, weil er sich selbst gar nicht gern im Fernsehen sieht.
  • Die Sendung ist am Dienstag (30. April) um 19:30 Uhr in der Lokalzeit zu sehen.
Mit dieser Idee sind wir natürlich einverstanden. Denn alles, was der WDR mitbringt, ist für uns umsonst. Und da die Jäte-Republik ein Low-Budget-Projekt ist, sind wir für jede Unterstützung dankbar.

Dann wollen wir mal...

Zunächst müssen wir das fünf Mal elf Meter große, unbepflanzte Beet filmreif umgraben. Knochenarbeit vor laufender Kamera. Dennoch: Von Aufregung ist während des Drehs keine Spur. Das liegt vor allem an der gelassenen Art von Kamerafrau Felicitas. Sie hatte schon Trump und Obama vor der Kamera. Ein Dreh mit uns ist für sie ein Klacks.

Mit kurzen Kommandos dirigiert sie uns an die Stellen, an denen sie uns filmen möchte. Dann folgt ihr Standard-Kommentar - „Uuuund ich laufe!“ - und die Szene wird gefilmt.

Die Journalistin gibt Anweisungen aus dem Off

Redakteurin Susanne Küppers hat genaue Bilder im Kopf und gibt Anweisungen aus dem Off. „Leg doch mal deine Armbanduhr ab, Rüdiger, wir wollen hier keine Schleichwerbung machen.“ Oder: „Jetzt bitte alle innehalten!“ Heißt im Klartext: Jetzt bitte den Babbel halten. Rüdiger bringen die Kommentare zum Schwitzen, aber er setzt brav alle Instruktionen um.

Rüdiger Ramme zeigt die verschiedenen Knollen in die Kamera. Susanne Küppers gibt Anweisungen (l.) und Felix Klopp (r.) nimmt alles auf.

Rüdiger Ramme zeigt die verschiedenen Knollen in die Kamera. Susanne Küppers gibt Anweisungen (l.) und Felix Klopp (r.) nimmt alles auf. © Jäte-Republik / Freddy Schneider

Während des Drehs können sich Lukas (25) und Tim (27) gar nicht zurückhalten und bombardieren Rüdiger mit etlichen Fragen zur Pflege und Ernte. Der Profi lässt sich gern in einen Garten-Plausch verwickeln. Doch den müssen wir nach hinten schieben, denn Susanne sitzt uns im Nacken. Die Zeit drängt – und plötzlich tauchen Wolken auf. Bitte lass es jetzt nicht regnen! Schnell drehen wir weiter.

Das Wetter hält. Endlich kommen die ersten Kartoffeln in den Boden. Eine Pflanzschnur, die sogar schon Rüdigers Vater benutzte, hilft uns dabei. Danach folgen Knollen, von denen wir Gärtner-Anfänger noch nie etwas gehört haben. Innerhalb von sechs Stunden und viel Plackerei verwandelt sich unser Acker in ein ordentliches Beet mit gleich fünf besonderen Sorten:

  • Lila Süßkartoffel
  • Süßkartoffel Erato Gusto
  • Topinambur (einer Art Knollen-Sonnenblume)
  • Yacon (Knolle, die nach Birne schmeckt)
  • Erdmandel (laut Rüdiger Ramme ein Zyperngras)

Am Ende des Dreh-Tages hat uns Rügier viele Tipps gegeben. Und wir sind restlos begeistert: Unser Garten ist nicht wiederzuerkennen!

Tim Steiner (v.l.), Freddy Schneider, Hannes Czech, Lukas Blödt und Felix Eggert bilden die Garten-Truppe. Bei einer Spendengala lernten sich unsere Eltern kennen und ließen auch ein paar Euro in unserer Spendenbox.

Tim Steiner (v.l.), Freddy Schneider, Hannes Czech, Lukas Blödt und Felix Eggert bilden die Garten-Truppe. Bei einer Spendengala lernten sich unsere Eltern kennen und ließen auch ein paar Euro in unserer Spendenbox. © Jäte-Republik

Der Acker sieht professionell aus – und wir sind einen weiteren, wichtigen Schritt weiter: Wir sind in unsere erste Gemüse-Saison gestartet. Die Crew verspricht, im Herbst wiederzukommen für eine weitere Folge: wenn die Knollen geerntet werden. Noch ein prüfender Blick. Gartenprofi Rüdiger gefällt’s. „Ihr habt hier ein super Projekt. Und ihr wart wirklich fleißig, das sieht man.“

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