Das Skelett der alten Stahlhalle soll Zentrum der Neuentwicklung an der nördlichen Speicherstraße werden. © Oliver Volmerich
Baustellen-Rundgang

Dieses Stahlskelett soll das neue Herz des Dortmunder Hafens werden

Rund um die Speicherstraße erfindet sich Dortmunds Hafen gerade neu. Auf einem Baustellen-Spaziergang stellte Oberbürgermeister Thomas Westphal das neue „Digitalquartier“ vor.

War es Skepsis oder Vorfreude? Das Interesse an der Entwicklung der Speicherstraße im Hafen ist auf jeden Fall groß.

Eine lange Karawane an Menschen zog am Freitagnachmittag bei nasskaltem Wetter über die Baustelle am Hafen, um sich über den Stand der Dinge zu informieren – und über die weiteren Pläne für das „Digitalquartier“, das hier entstehen soll. Die Stadt hatte zum 7. Bürgerdialog im Hafen eingeladen – „zum ersten Mal unter freiem Himmel“, wie Oberbürgermeister Thomas Westphal, der die Karawane anführte, anmerkte.

Das optische Highlight erlebten die interessierten Bürger gleich zum Auftakt – unter dem stählernen Gerippe der alten Knauf-Halle. Das eindrucksvolle Stahlskelett der früheren Werkshalle ist Mittelpunkt des Entwurfs des dänischen Architekturbüros Kobe für die Gestaltung der nördlichen Speicherstraße. In den vergangenen Monaten ist der größte Teil des alten Hallenkomplexes abgerissen und auch der Boden drumherum aufbereitet worden.

15.000 Tonnen Bodenmaterial wurden entsorgt, bilanzierte Ludger Schürholz als Geschäftsführer der „d-port“-Entwicklungsgesellschaft. „Bis Weihnachten sind wir hier fertig.“

Kleinteilige Bebauung

Nach dem Kobe-Entwurf soll die Stahlhalle unter einem gläsernen Dach mit Einbauten zu einem Zentrum des neuen Hafen-Quartiers werden – umgeben von Neubauten. „Es wird aber eine luftige und kleinteilige Bebauung, wie im Kobe-Entwurf vorgesehen, geben“, versicherte Schürholz.

So soll das neue Hafenquartier an der Speicherstraße aussehen.
So soll das neue Hafenquartier an der Speicherstraße aussehen. © Stadt Dortmund

Und es sollen auch möglichst viele Altbauten der Speicherstraße erhalten bleiben – von der kleinen Häuserreihe an der Speicherstraße bis zum Kreativspeicher in der Speicherstraße 100. „Das trägt dazu bei, den alten Charakter des Viertels und den Hafenflair zu erhalten“, erklärte Schürholz.

Altbauten und Kopfsteinpflaster

Und das gilt auch für die südliche Speicherstraße, wo zurzeit das alte Kopfsteinpflaster wieder eingebaut wird und diverse Um- und Neubauten laufen. Neben dem Neubau der Akademie für Theater und Digitalität sollen das alte Fuhrmanns-Gebäude als Projekt „Heimathafen“ und der sogenannte Projektspeicher als Sitz der Firma Mausbrand erhalten bleiben. Der Software- und App-Entwickler ist gewissermaßen eine Keimzelle des geplanten Digital-Quartiers.

Das große Speichergebäude gegenüber wird mit der Landmarken AG als Investor als „Hafenforum“ zum Gründerzentrum. Für den „Lensing Media Port“ im alten Speichergebäude nebenan läuft die Entkernung. Bis 2024 sollen beiden Bauten für neues Leben sorgen.

Zu einer Baustellen-Tour machten sich die Interessierten in der südlichen Speicherstraße auf. © Schaper

Noch offen ist die Frage, was aus den Bestandsgebäuden an der Speicherstraße 1 und 11 wird, die die Stadt ebenfalls vermarkten will. In einem Interessensbekundungs-Verfahren werden Investoren gesucht. Von Erhalt bis Teil- und Komplettabriss und Neubauten ist alles denkbar, betonte Arne van den Brink als zuständiger Wirtschaftsförderer.

Entscheidend sei die Nutzung, betonte auch Oberbürgermeister Thomas Westphal. „Es ist nicht das Ziel für die Stadt, hier viel Geld zu verdienen, sondern eine Entwicklung anzustoßen“, sagte der OB.

Mehrere öffentliche Plätze

Eine wichtige Frage der interessierten Bürger war, ob abseits kommerzieller Nutzung auch Platz für die Öffentlichkeit bleibt. Das wird so sein, versicherte van den Brink. Die Plätze zwischen den alten Speichergebäuden und am Santa-Monika-Anleger werden ebenso wie die Uferpromenade und die Speicherstraße selbst zu öffentlichen Flächen – und das autofrei.

Die Baustelle südliche Speicherstraße aus der Luft. © Hans Blossey

Sowohl die südliche als auch die nördliche Speicherstraße sollen weitgehend Fußgängern und Radfahrern vorbehalten bleiben, erläuterten die Planer. Geparkt wird in neuen Parkhäusern, die am Rande des neuen Quartiers entstehen. „Ziel ist es, das Quartier so autofrei wie möglich zu gestalten“, versicherte der OB. Den Gästen beim Bürgerdialog schien es recht zu sein.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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