Digitale Bildung: Müssen Schüler und Lehrer bald alles wieder neu lernen?

hzLernplattform „IServ“

Während des Lockdowns war das Bildungsportal „IServ“ eine Rettung für viele Dortmunder Schulen. Doch bald läuft die bisherige Vereinbarung aus - und dann?

Dortmund

, 23.09.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als die Schulen im März vom einen auf den anderen Tag geschlossen wurden, brauchte es vor allem eins: Eine Plattform, über die das digitale Lernen auf Distanz organisiert werden kann. Vielen Schulen fehlte ein solcher Zugang.

Beim Braunschweiger Unternehmen „IServ“ fand die Stadt eine Lösung, die schnell von vielen Schulen genutzt werden konnte. Doch es gab von Anfang an einen Haken.

Schon im März war klar: Irgendwann wird „IServ“ Geld kosten

„Wir haben IServ im März kostenlos herausgegeben. Aber es war festgelegt, dass es nach einem halben Jahr kostenpflichtig wird“, sagt Benjamin Heindl, Geschäftsführer des IT-Unternehmens. Ob es einen neuen Vertrag geben wird, ist derzeit noch nicht entschieden.

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Die Stadt Dortmund bestätigt auf Anfrage dieser Redaktion, dass die kostenfreie Nutzungszeit zum 30. September endet. „Die Schulen wurden darüber informiert“, sagt Stadtsprecherin Katrin Pinetzki.

Stadt Dortmund muss Auftrag europaweit ausschreiben

Die Kommune darf nicht einfach einen neuen Vertrag abschließen, sondern muss einen Auftrag gemäß Gesetz europaweit ausschreiben. Die Suche nach einer technischen Betriebsplattform läuft seit einigen Wochen.

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„Der Zuschlag kann voraussichtlich noch in diesem Jahr erteilt werden“, sagt Stadtsprecherin Katrin Pinetzki. Vom Ergebnis sei abhängig, ob die Online-Plattform IServ langfristig weiter zur Verfügung steht oder ein Wechsel zu einem anderen Anbieter erfolgt. Vor dieser Frage stehen laut IServ-Geschäftsführer Benjamin Heindl aktuell rund 2000 Schulen in Deutschland.

Heindl und Stadtsprecherin Katrin Pinetzki kündigen übereinstimmend an, dass die Betriebsplattform auch über den 1. Oktober hinaus zur Verfügung stehen werde. Wie genau eine Übergangsphase aussehen könnte und wie lange sie dauern würden, sagen das Schulverwaltungsamt und das Unternehmen nicht.

„Wir würden es gerne weitermachen. Wenn allerdings absehbar ist, dass die Wahl auf einen anderen Anbieter fällt, dann werden wir IServ deaktivieren“, sagt Benjamin Heindl. Er räumt ein, dass es für Schüler und Lehrer, die sich gerade an das System gewöhnt haben, kein optimaler Zustand sei.

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Stadtsprecherin Katrin Pinetzki weist darauf hin, dass für alle Schulen die Möglichkeit besteht, die Lernplattform Logineo LMS zu nutzen, die das Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW zur Verfügung stellt.

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