Disko-Betreiber in Dortmund: „Wir haben fast der Hälfte der Kunden Hausverbote erteilt“

hzNach 17 Einsätzen der Polizei

Jede Menge Beschwerden gibt es über eine Disko in der Dortmunder City. Die Polizei ist häufig vor Ort. Der Betreiber sagt jetzt: „Wir geben uns größte Mühe.“ Doch die Kundschaft sei schwierig.

Dortmund

, 11.03.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Anfang des Jahres gab es ganze 17 Polizei-Einsätze an einer kleinen Disko in der Dortmunder City. Der Club „Black and White“ steht in der Kritik, Anwohner ärgern sich sehr über Ruhestörungen und Schlägereien auf der Straße. Laut Polizei seien die Einsatzzahlen durchaus auffällig.

„Das mit den Beschwerden stimmt zum größten Teil“, sagt Emmanuel Asong. Mit seinem Bruder betreibt er seit September 2017 den Club am Westenhellweg. Platz gebe es darin für etwa 200 Leute, in der Regel seien bis zu 100 Personen vor Ort. In den Nächten zu Samstagen und Sonntagen gehe die Party meist gegen 1.30 Uhr so richtig los.

„Unsere Kunden sind schwierig“

Asong schiebt ganz offen vorweg: „Unsere Kunden sind die schwierigsten, die man haben kann.“ Häufig komme es vor, dass sie sich spät in der Nacht „gegenseitig die Köpfe einschlagen wollen“. Vor allem wenn das Team Feierabend machen will und die Gäste nach draußen schickt, werde die Stimmung bei einigen häufig aggressiv.

„Manche Kunden gehen extra vor die Tür und ziehen da eine Show ab“, sagt Asong. Bewusst, damit das Team der Disko Schwierigkeiten bekommt, meint er: „Wenn die Leute auf der Straße Probleme machen, müssen wir selbst die Polizei rufen.“

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Mehr als 100 Hausverbote habe das Team bereits ausgesprochen, „fast der Hälfte unserer Kunden“, so Asong. Damit seien auch deutliche Umsatzeinbußen verbunden: „Unsere Security kostet genauso viel wie die Pacht. Wir geben uns die größte Mühe, die Lage ruhig zu halten.“

Wegen der zahlreichen Beschwerden von Anwohnern habe das Ordnungsamt schon diktiert, dass die Disko nur bis 3 Uhr nachts öffnen darf, erzählt Asong. Auch das bedeute weniger Einnahmen. Der 45-Jährige betont, keinerlei Ärger rund um seinen Laden haben zu wollen. Dazu wünscht er sich von den Anwohnern einen Dialog.

Die Lage habe sich bereits verbessert

„Kein einziger ist jemals zu uns gekommen“, meint Asong. Es sei allerdings schon vorgekommen, dass die Polizei wegen Ruhestörung gerufen wurde, nur weil die Tür der Disko kurz offen war. Am Tag nach der Anfrage unserer Redaktion hat er uns morgens direkt angerufen. „Wir verstecken uns nicht“, sagt der Betreiber. Gerne würden er mit den Beschwerdeführern über die Probleme reden.

Aus seiner Sicht sei die Lage am „Black and White“ übrigens schon deutlich besser geworden. In den ersten Monaten des Clubs sei noch kein Sicherheitsdienst angestellt gewesen. Da habe es bestimmt zehn Polizei-Einsätze pro Monat gegeben. Jetzt waren es zuletzt 17 Einsätze innerhalb von 10 Wochenenden.

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