Verkehrslärm plagt Senioren an der Kemminghauser Straße - kommt Tempo 30?

hzVerkehr in Eving

Immer mehr Verkehr, immer mehr Lärm. Die Bewohner des Seniorenheims an der Kemminghauser Straße schlagen Alarm. Es soll unbedingt Tempo 30 kommen. Ist das überhaupt möglich?

Eving

, 19.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kemminghauser Straße ist eine der am meisten befahrenen Straßen im Stadtbezirk Eving. Der Seniorenbeirat der Stadt Dortmund hatte bereits Ende vergangenen Jahres immense Lärmbelästigungen für die Bewohner des AWO-Seniorenheims, das an der Kemminghauser Straße liegt, beklagt.

Aus dem Grund strebten die Interessenvertreter der Senioren an, eine Tempo-30- Strecke zwischen der Einmündung Lüdinghauser Straße und Württemberger Straße einzurichten. Das Vorhaben stieß bei der Bezirksvertretung Eving (BV) auf geteilte Meinungen. Letztendlich schlossen sich die meisten Politiker gegen die Stimmen der CDU dem Antrag des Seniorenbeirates an.

Kein direkter Zugang zur Straße verhindert Vorhaben

Laut eines Abschlussberichtes des Tiefbauamtes der Stadt Dortmund scheint das Vorhaben jedoch nicht realisierbar zu sein. Das Amt erkennt zwar an, dass auch auf Landesstraßen unter bestimmten Umständen die Geschwindigkeit reduziert werden kann. Aber, so steht es im Bericht, es könne eine räumlich und zeitlich begrenzte Tempo-30-Zone nur eingerichtet werden, „soweit die Einrichtungen für Senioren oder Kinder über einen direkten Zugang zur Straße verfügen.“

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Die Aussage bezieht sich auf eine Änderung der Straßenverkehrsordnung (StVO) aus dem Jahr 2016. Demnach sind Temporeduzierungen in Ausnahmen vor Kindergärten, Schulen und eben Altenheimen möglich - unter der genannten Prämisse, dass es einen Zugang zu der betroffenen Straße gibt.

Im Fall des AWO-Seniorenzentrums liegt der Zugang jedoch eben nicht an der Kemminghauser Straße, die auf einem Abschnitt in eine Tempo-30-Zone verwandelt werden soll. Laut Bericht des Tiefbauamtes mit Bezug auf die StVO scheint damit eine Geschwindigkeitsreduzierung aussichtslos. Bei der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung Anfang Februar gab es dann jedoch eine Wendung.

Die Bezirksvertretung will die Möglichkeiten prüfen

Bezirksbürgermeister Oliver Stens (SPD) deutete an, dass eine Gesetzes-Änderung das Vorhaben nun doch ermöglicht. Er überraschte die Anwesenden mit der Aussage, dass seit Januar dieses Jahres nicht mehr unbedingt ein direkter Zugang zu einer Straße nötig ist, um dort eine Tempo-30-Strecke einzurichten.

Das Bundesverkehrsministerium hat das auf Anfrage dieser Redaktion bestätigt. Demnach sei eine Geschwindigkeitsreduzierung auch dann möglich, wenn sich eine Hauptverkehrsstraße im unmittelbaren Bereich von besagten Einrichtungen befinde. Dadurch sei es nun, so Stens, „einfacher, das Tempolimit durchzusetzen“.

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Einen konkreten Beschluss gibt es aber noch nicht. „Wir werden jetzt innerhalb der Bezirksvertretung prüfen, was gemacht werden kann“, erklärt Stens. Das heißt aber auch, dass das Vorhaben, trotz ablehnender Haltung seitens der Stadt Dortmund, noch nicht endgültig vom Tisch ist.

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