Dortmunder City zu voll? Kreuzviertel-Händler hoffen auf Zulauf

hzVerkaufsoffene Sonntage

Das Land will Händler unterstützen und erlaubt fünf verkaufsoffene Sonntage rund um die Weihnachtszeit. Doch was sagen eigentlich die Händler aus dem Kreuzviertel dazu?

von Alina Wortmann

Kreuzviertel

, 08.10.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Land will den Handel unterstützen und hat mit der aktuellen Corona-Schutzverordnung auch eine Regelung für verkaufsoffene Sonntage getroffen. Demnach dürfen Geschäfte an fünf Sonntagen um die Weihnachtszeit öffnen. Was bei den Händlern in der Dortmunder Innenstadt keinen großen Anklang findet, begeistert die Händler im Kreuzviertel. Sie betrachten die Verordnung als Chance.

„Weihnachtsgeschäft wird anders verlaufen dieses Jahr“

Markus Philipp, Inhaber des U-Nikat im Kreuzviertel ist begeistert von verkaufsoffenen Sonntagen. Der Geschäftsführer möchte seinen Kunden eine Plattform bieten.

„Ich bin mir sehr sicher, dass das Weihnachtsgeschäft dieses Jahr anders verlaufen wird als letztes Jahr. Die Besucher werden durch die hohe Dichte in der Stadt mehr auf kleinere Läden ausweichen, und dadurch werden Läden wie meiner dann bewusster wahrgenommen.“

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In der Kaiserstraße sieht das anders aus. Weder die Parfümerie Wigger, noch das Comic Haus würden am Sonntag aufmachen. „Es lohne sich nicht“, hieß es aus den Läden.

Teamgeist ist gefragt

Wo es an so vielen verkaufsoffenen Sonntagen scheitern könnte, wäre die Arbeitsmoral. Teamgeist ist hier gefragt.

Der Geschäftsführer von Unterhaltung Lieblingsstücke, Matthias Hüllsebus, würde die Anzahl der verkaufsoffenen Sonntage, an denen er aufmachen würde, von seinen Mitarbeitern abhängig machen. „Das Problem ist das Durcharbeiten sieben Tage in der Woche. Wenn meine Mitarbeiter sagen, dass sie gerne Sonntag arbeiten wollen, dann stehe ich den verkaufsoffenen Sonntagen nicht entgegen.“

Auch die Geschäftsführerin vom Hej Store im Kreuzviertel, Claudia Dietze, steht der neuen Verordnung positiv gegenüber. „Normalerweise nehmen wir an den verkaufsoffenen Sonntagen nicht teil, aber in Zeiten von Corona finde ich dies absolut sinnvoll für uns Einzelhändler.“ Sie ist der Meinung, das dadurch besonders Berufstätige ihre Weihnachtseinkäufe besser aufs Wochenende verteilen können.

Fünf verkaufsoffene Sonntage sind zu viel

Geschäftsführerin Karin Götz von Milio-design findet fünf verkaufsoffene Sonntage zu viel.

Geschäftsführerin Karin Götz von Milio-design findet fünf verkaufsoffene Sonntage zu viel. © Alina Wortmann

Karin Götz, Gründerin von Milio-design, wäre mit so vielen Sonntagen überfordert. „Ich führe hier einen Familienbetrieb und habe zwei Kinder Zuhause. Für mich wären fünf verkaufsoffene Sonntage deutlich zu viel.“ Die Geschäftsführerin kann sich vorstellen, mal an einem Sonntag zu öffnen, möchte aber erst einmal abwarten und dies abhängig von den anderen Läden im Kreuzviertel machen.

Noch ist nicht geklärt, ob die neue Verordnung rechtlich haltbar ist. Zwei verkaufsoffene Sonntage sind bisher bestätigt worden in der Dortmunder Innenstadt.

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