Dortmunder Süden zum Sperrgebiet erklärt

hzSerie Dortmund vor 30 Jahren

Prince in der Westfalenhalle, Rekordbesuche in den Freibädern und mehr: In unserer Serie „Dortmund vor 30 Jahren“ lassen wir die Vergangenheit wieder lebendig werden.

von Beat Linde

Dortmund

, 06.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was war vor 30 Jahren in Dortmund los? Worüber haben die Menschen gesprochen, was war aktuell? In unserer Serie „Dortmund vor 30 Jahren“ werfen wir für Sie einen Blick in unser Zeitungsarchiv – und lassen die Vergangenheit wieder lebendig werden. Heute der 6. August 1990:

Dortmunder Süden gesperrt

Die Dortmunder Imker waren in großere Sorge um ihre Bienen. Ein Bazillus befiel die kleinen Summer. Da alle befallenen Bestände im Dortmunder Süden lagen, wurde das gesamte Gebiet zum Sperrbezirk erklärt.


Die Bakterien verhinderten das Schlüpfen neuer Bienen, weswegen der Stamm nicht überleben kann. Zu erst beobachtet wurde der nun Dortmund betreffende Bazillus von Aristoteles, der übrigens selbst Imker war, aber sich nicht erklären konnte, was mit seinen Bienen passierte. 1990 waren die Imker da schon deutlich weiter: Nicht ausgewaschene Honiggläser übertrugen die Insekten-Krankheit.

Die Bienen infizierten sich in Altglascontainern an alten Honig-Überresten aus dem Ausland. Dort gibt es andere Verfahren in der Imkerei, durch die das Bakterium nicht vernichtet wurde und sich so bis nach Dortmund ausbreiten konnte. Daher folgte der Aufruf an die Bevölkerung, der seitdem nichts an Aktualität verloren hat: Honiggläser waschen vorm Wegwerfen!


Hitze und Besucherrekorde

Der bisher heißeste Tag des Jahres“, trieb nicht nur am Wochenende zuvor die Dortmunder in die Freibäder. Auch vor 30 Jahren war es ein Wochenende mit Hitze-Rekord:

Es wurde gekämpft um jeden freien Platz in Dortmunds Parks, Grünanlagen und Freibädern. Rund 8500 Badelustige verschlug es allein in das Freibad Hardenberg. Das Froschloch verzeichnete die meisten Besucher an einem Tag in seiner damals zwölfjährigen Geschichte, der Kronenburg-Garten musste sogar schließen, so groß waren die Besucherströme.

Allerdings hatte die Höchsttemperaturen auch ihre Schattenseiten: Zu 17 Einsätzen wurde die Dortmunder Feuerwehr gerufen. Eine weggeworfene Zigarette allein konnte Flächen- und Containerbrände verursachen.


Bitterer Saison-Start

„Arbeitsverweigerung“, „Versager“, „miserable Berufsauffassung“, „Kein Einsatz“ - So vernichtend beschrieb unsere Redaktion den Start von Borussia Dortmund in die Saison 90/91.

Vorangegangen war eine 1:3 Niederlage im Pokal gegen Greuther Fürth, damals in der vierten Liga und ab der zweiten Minute nur noch mit zehn Mann auf dem Platz. Eine ziemliche Blamage also.

Trainer Horst Köppel war „schockiert“ und attestierte seiner Mannschaft, sie habe katastrophal gespielt. Kapitän Michael Zorc, der einzige Spieler, den unser Kollege damals von der Kritik ausnahm, verlangte „eine Steigerung um 400 Prozent“ für den Bundesliga-Start. Auch der Verein ergriff direkt Konsequenzen und kürzte den Profis Prämien.


Prince von hinten betrachten

Prominenter besuch in Dortmund: Am Abend spielte Prince in der Westfalenhalle, es war sein zweites Konzert in Dortmund binnen zwei Monaten. 15.000 Fans erlebten eine 150-minütige Perfomance. Einige von konnten die Musiker-Legende allerdings kein einziges mal von vorne sehen - denn es wurden auch Tickets verkauft für die Rückseite der Bühne.

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