Dortmund bekommt in Ranking schlechte Noten für Nachhaltigkeit Das sollte ein Ansporn sein

Radfahren in Dortmund sieht derzeit oft so aus.
Radfahren in Dortmund sieht derzeit oft so aus. © Schaper
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Kann man mit statistischen Zahlen die Lebenswirklichkeit in einer Stadt abbilden? Die Frage stellt sich bei Städterankings immer wieder. Die regelmäßige Vergleichsstudie zu Wirtschaftskraft und Lebensqualität in den 71 deutschen Großstädten von IW Consult, Wirtschaftswoche und Immoscout24 gehört durchaus zu den eher renommierteren und seriösen.

Gleichwohl hat auch sie naturgemäß methodische Schwächen. Nur zwei Beispiele: Ein hoher Mietpreis mag vielleicht ein Zeichen für Wirtschaftskraft sein. In Städten wie München oder Berlin beeinträchtigt er aber eher die Lebensqualität der Menschen. Und warum ist die Zahl der Gästeübernachtungen ein Indiz für Lebensqualität, nicht aber der Grünanteil einer Stadt?

Trotzdem ist die Studie nicht wertlos, zumal sie in ihrer Regelmäßigkeit auch langfristige Entwicklungen aufzeigt. Dortmund kann positiv verbuchen, in Sachen Dynamik weiterhin zu den Top-10-Städten in Deutschland zu gehören. Das schlägt sich nun auch in der Niveau-Tabelle nieder, in der Dortmund mehrere Plätze gut gemacht hat.

Dass man in Sachen Nachhaltigkeit dagegen keinesfalls zur Spitze gehört, sollte zu denken geben. Negativ wirken hier vor allem die Abhängigkeit vom Gas bei der Wärmeversorgung und schlechte Radfahr-Bedingungen. An beiden Themen wird gearbeitet. Die Studie sollte da Ansporn sein.