Nach Hörde fließt in diesem Jahr die größte Einzelsumme aus dem Städtebau-Förderprogramm für Dortmund. © Hans Blossey
Fördermittel bewilligt

Dortmund bekommt Millionen für Stadterneuerung – wohin das Geld fließt

Städtebau-Fördermittel sind eine wichtige Finanzspritze für den Strukturwandel in Dortmund. Auch für 2021 gibt es knapp 4,9 Millionen Euro für verschiedene Projekte. Doch nicht alle Wünsche der Stadt wurden erfüllt.

Es war ein symbolträchtiger Ort: Am geografischen Mittelpunkt von Nordrhein-Westfalen in der Aplerbecker Mark übergab NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach den ersehnten Bescheid zur Städtebau-Förderung 2021 an Oberbürgermeister Thomas Westphal.

Mit knapp 1,85 Millionen Euro erhält das Hörder Zentrum den größten Batzen. Finanziert werden damit vor allem das Hof- und Fassadenprogramm, die Umgestaltung der Faßstraße und die Gestaltung des „Stadteingangs“ im Norden der Faßstraße.

Ins „Hansa-Revier“ Huckarde fließen knapp 1,26 Millionen Euro für die Umgestaltung von Aufenthalts- und Spielflächen und für das Hof- und Fassadenprogramm, 909.000 Euro gibt es für das Bürgerbegegnungszentrum in Dorstfeld, weitere 354.000 Euro für den Abbruch des Hochhauses Kielstraße 26, 450.000 Euro aus dem „Investitionspakt Sportstätten“ für die Aufwertung von drei Bolzplätzen in der Nordstadt.

Zur Übergabe der Förderbescheide trafen sich OB Thomas Westphal, die Landtagsabgeordnete Nadja Lüders, Ministerin Ina Scharrenbach und Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel am geografischen Mittelpunkt von NRW in der Aplerbecker Mark. © Stadt Dortmund/Katharina Kaverm © Stadt Dortmund/Katharina Kaverm

„Die Stadt Dortmund freut sich“, teilte die Verwaltung mit. Allerdings bleiben viele Wünsche, die die Stadt für das Förderprogramm angemeldet hatte, unerfüllt. Projekte über 21 Millionen Euro hatte das Amt für Stadterneuerung ursprünglich auf der Liste. Gerade mal knapp ein Viertel der Summe ist jetzt tatsächlich bewilligt.

Vor allem zwei große Projekte bleiben in diesem Jahr ganz auf der Strecke. Für das Stadtteil- und Bildungszentrum Wichlinghofen hatte das Amt für Stadterneuerung eine Gesamtsumme von 6,68 Millionen Euro beantragt. Dafür steht nun kein Geld des Landes in Aussicht.

Kein Geld für Kampstraße

Besonders schmerzlich: 6,4 Millionen Euro hatte sich die Stadt für den zentralen Bauabschnitt zwischen Reinoldi- und Petrikirche erhofft. Doch schon seit einigen Monaten ist klar, dass aus dem Städtebau-Förderprogramm 2021 kein Cent dafür fließt.

Das Problem: Das Land legt seit Herbst vergangenen Jahres strengere Kriterien an. Weil die Mittel insgesamt knapp sind, sollen die Städte bei ihrer Wunschliste klare Prioritäten setzen, erklärt Susanne Linnebach als Leiterin des Amtes für Stadterneuerung. Und die Anmeldungen zur Finanzierung sollen sich an konkreten Bauabschnitten orientieren.

Die Kampstraße soll zum „Boulevard“ umgebaut werden. © Dennis Werner © Dennis Werner

Für das Städtebau-Förderprogramm 2022 will man den Fehler nun ausbügeln. Die Stadt hat für den nächsten Bauabschnitt an der Kampstraße eine Summe von 5,6 Millionen Euro – 80 Prozent der geschätzten Baukosten von 7 Millionen Euro – angemeldet und das Vorhaben auf Rang 1 der Prioritätenliste gesetzt. Dahinter folgen weitere Investitionen in das Projekt „Soziale Stadt“ in Westerfilde und Bodelschwingh und der Stadtumbau Derne.

Und es gibt einen Trost für die „Boulevard“-Planer: Weil die Städtebau-Fördermittel immer erst im Frühjahr oder Sommer des laufenden Jahres bewilligt werden, drohte eine Verschiebung für den Baustart in der Kampstraße. Das scheint jetzt abgewendet. Die Bezirksregierung habe einem „förderunschädlichen vorzeitigen Baubeginn“ zugestimmt, berichtet Susanne Linnebach.

Klarheit über Förderbedingungen

Insgesamt ist die Chefin der Stadterneuerung mit der Mittelbewilligung für 2021 durchaus zufrieden. „Wir können damit weiterarbeiten“, stellt sie fest. Die neuen Vorgaben des Landes hat man für die nächsten Jahre nun im Blick. „Da gibt es für uns nun Klarheit.“

Die Schwerpunkte stehen für Susanne Linnebach dabei fest: Im Mittelpunkt werden Investitionen für die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2027 rund um die Kokerei Hansa in Huckarde stehen. Aber auch die Nordstadt unter anderem mit der Speicherstraße und das Quartier an der Dorstfelder Brücke im Umfeld des früheren HSP-Geländes sind im Fokus. „Wir haben viele Ideen“, sagt Susanne Linnebach.

Für Hörde ist dagegen ein Ende des Finanzsegens absehbar. „Hier sind in den vergangenen Jahren insgesamt 21 Millionen Euro Fördermittel geflossen“, bilanziert die Amtsleiterin. „Und wir haben unsere Ziele erreicht.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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