Porträt

Dortmund – eine Stadt mit Geschichte und besonderen Menschen

Dortmund ist Ziel vieler Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. Doch in welche Stadt kommen sie eigentlich? Wir versuchen, Dortmund kurz und knapp zu erklären.
Dortmunds grüne Seite ist unter anderem im Westfalenpark mit dem Florianturm zu sehen. © Stephan Schuetze

Der Fußballverein Borussia Dortmund ist das erste, was vielen Menschen zu Dortmund einfällt. Doch was ist Dortmund eigentlich für eine Stadt?

Dortmund ist eine internationale Stadt

Fangen wir mit Zahlen an: Dortmund hat rund 600.000 Einwohner, ist damit die drittgrößte Stadt in Nordrhein-Westfalen und die größte Stadt im Ruhrgebiet. Mehr als jeder dritte Dortmunder hat übrigens einen ausländischen Pass oder zumindest eine Migrationsgeschichte. Das macht sich in einigen Stadtteilen wie der Nordstadt besonders stark bemerkbar. Hier hat mehr als die Hälfte der Einwohner keinen deutschen Pass.

Dortmund ist eine alte Stadt

Auch, wenn man es auf den ersten Blick nicht sieht: Dortmund hat eine lange Geschichte. Schon im Mittelalter war sie eine Hansestadt mit reichen Kaufleuten und vielen internationalen Beziehungen.

Neue Bedeutung bekam Dortmund mit der Industrialisierung ab Mitte des 19. Jahrhunderts. Kohle wurde gefördert, große Industriebetriebe wie das Stahlunternehmen Hoesch entstanden. Dortmund wurde mit dem Ruhrgebiet zur größten Bergbau- und Industrieregion Europas.

Eine besondere Rolle spielte auch das Bier. Dortmund war bis in die 1990er Jahre die Stadt in Europa, in der das meiste Bier gebraut wurde. Heute ist von einst sieben Großbrauereien nur noch eine übrig. Aber als Qualitätsmarke ist Dortmunder Bier weiterhin bekannt – und schmeckt noch immer.

Die Industrie ist Geschichte

Generell ist die Industrie in Dortmund inzwischen weitgehend Geschichte. Seit 35 Jahren gibt es in Dortmund keine Zeche mehr, das letzte Stahlwerk schloss vor 20 Jahren. Es begann das, was man den Strukturwandel nennt. Bestes Beispiel dafür ist der Phoenix-See in Hörde: Da wo früher ein Stahlwerk stand, ist ein See mit neuen schicken Wohnvierteln und einem Hafen entstanden, der viele Besucher anzieht.

Die Hafen-Promenade am Phoenix-See ist ein beliebtes Ausflugsziel. © Björn Althoff (A)

Statt großer Industriebetriebe sind jetzt Handwerk, Behörden, mittelgroße Betriebe, Dienstleister wie Versicherungen, Technologie- und IT-Unternehmen wichtige Arbeitgeber.

Dortmund ist Hochschulstadt

Eine große Rolle spielen die Hochschulen. An der Technischen Universität und an der Fachhochschule gibt es zusammen mehr als 40.000 Studierende. Dortmund ist also eine große Studentenstadt, auch wenn man es in der Stadt nicht so sehr spürt. Denn die Uni liegt auf einem Campus außerhalb der Innenstadt. Dort ist auch der größte Technologiepark Europas entstanden.

Ist Dortmund eine schöne Stadt?

Darüber lässt sich streiten. Das Problem ist, dass vom alten Dortmund bis auf einige historische Kirchen und schöne Wasserschlösser nur noch wenig zu sehen ist. Denn Dortmund gehörte zu den Städten, die im Zweiten Weltkrieg besonders stark bombardiert wurden. 1945 war die Innenstadt zu mehr als 90 Prozent zerstört. Beim Wiederaufbau hat man leider viele alte Gebäude nicht wiederentstehen lassen.

Das Wasserschloß Bodelschwingh erinnert an die weit zurückreichende Geschichte der Stadt. © Stephan Schuetze

Man wollte eine neue Stadt bauen. Deshalb prägen vor allem Bauten aus den 1950- und 1960er Jahren das Bild der Innenstadt. Es gibt aber noch schöne Wohnviertel mit alten Häusern wie das Kreuzviertel oder auch in der Nordstadt.

Dortmund hat Grün und Kultur

Schön ist vor allem, dass Dortmund sehr grün ist. Mehr als die Hälfte des Stadtgebiets besteht aus Parks, Wäldern und anderen Grünflächen. Einige Vororte wirken fast wie Dörfer. Viele Menschen leben also in einer grünen Umgebung. Deshalb sagt auch die große Mehrheit der Einwohner, dass sie gern in Dortmund leben.

Dortmund bietet auch eine gute Versorgung für Familien mit Schulen und Kindergärten, für kranke und alte Menschen. Und es gibt viele Kultur- und Freizeitangebote – ein Theater mit Oper, Schauspiel, Ballett, Orchester und Kindertheater, viele Museen und natürlich die Parks. Der Rombergpark ist einer der größten Botanischen Gärten Europas, der Westfalenpark mit dem Florianturm ein beliebtes Ausflugsziel.

Weltweit bekannt ist der Signal Iduna Park mit der „gelben Wand“ der BVB-Fans. © Stephan Schuetze

In den Westfalenhallen finden viele Veranstaltungen von Messen über Sport bis Konzerten statt. Und der Signal Iduna Park, Heimat von Borussia Dortmund, ist das größte Fußballstadion Deutschlands und weltweit bekannt – vor allem für die besondere Atmosphäre mit mehr als 20.000 Fans auf der Südtribüne.

Dortmund hat besondere Menschen

Wenn man Zugezogene fragt, was Dortmund ausmacht, sagen viele aber vor allem: die Menschen. Die Menschen im Ruhrgebiet gelten als besonders offen und ehrlich. Fremde haben es hier leichter als anderswo, sich einzuleben. Vielleicht liegt es daran, dass schon seit mehr als 100 Jahren immer wieder Menschen neu nach Dortmund und ins Ruhrgebiet gekommen sind.

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