Im „Kieztörtchen“ gibt es einen der unserer Meinung nach besten veganen Kuchen Dortmunds. © Thomas Thiel
Gastro-Führer

Dortmund für Veganer: Dieses Viertel ist ein veganes Kuchen-Paradies

Wer sich in Dortmund vegan ernähren will, hat es manchmal schwer. Trotzdem gibt es so manchen Geheimtipp in Sachen tierfreiem Genuss. Bei veganem Kuchen führt an einem Viertel kein Weg vorbei.

Ramona Dworschak hat eine komplizierte kulinarische Beziehung zu ihrer Heimatstadt. Und das ist noch freundlich formuliert. „Dortmund ist eine Vollkatastrophe im veganen Sinne“, sagt sie.

Dworschak hat durchaus Expertise in diesem Bereich. Die Veganerin ist die Chefin des Bistros „Gut Tut“ an der Lindemannstraße, einem der Pioniere der veganen Küche in Dortmund. Seit 2007 gibt es dort, kurz vor der Möllerbrücke, ausschließlich vegane Gerichte.

Damals war das „Gut Tut“ ein Exot in Dortmunds Gastro-Szene – und auch 14 Jahre später ist die kulinarische Landkarte in Sachen veganer Restaurants, Cafés und Läden immer noch relativ überschaubar.

Und doch gibt es vegane Genuss-Perlen in Dortmund. Wir haben uns unter langjährigen Dortmunder Veganern wie Dworschak umgehört und die Erkenntnisse mit eigenen Recherchen kombiniert.

Ramona Dworschak führt das vegane Bistro „Gut Tut“. Dort gibt es übrigens auch leckeren veganen Kuchen. © Nicole Giese (Archivbild) © Nicole Giese (Archivbild)

Herausgekommen ist eine Sammlung von kulinarischen Tipps für Veganer in Dortmund, die wir im Rahmen einer kleinen Serie in loser Reihenfolge vorstellen. Wir starten mit unseren Lieblings-Läden für veganen Kuchen.

Ein durchaus schwieriges Feld, viele Menschen können sich Backen ohne Eier, Butter, Milch und Sahne nicht vorstellen. „Früher gab‘s für mich als Veganerin deswegen immer nur Apfelkuchen“, erinnert sich Dworschak. Das hat sich mittlerweile geändert: Immer mehr Dortmunder Cafés bieten ausgefallene Kuchen und Torten ohne tierische Produkte an.

In einem Viertel in Dortmund ist die Auswahl besonders groß – dem Kreuzviertel. Hier gibt gefühlt an jeder dritten Ecke einen Laden mit veganen Kuchen. Wir stellen einige davon vor.

Die vegane Kuchentheke des „Doppeltsolecker“ im Kreuzviertel ist die wahrscheinlich vielfältigste ihrer Art in Dortmund. © Thomas Thiel © Thomas Thiel

„Doppeltsolecker“: das vegane Kuchen-Bollywood

Das Tages-Bistro in den Räumen des alten „Café Chokolat“ verfolgt ein ziemlich ausgefallenes Konzept: Es bietet vegane und vegetarische ukrainische Küche. Weniger bekannt ist, dass das „Doppeltsolecker“ auch die wahrscheinlich umfangreichste vegane Kuchen-Theke der Stadt besitzt.

Ein gutes Dutzend vegane Kuchen und Torten fährt Besitzerin Jelena Poljetchek zu den Wochenenden – der klassischen Kuchen-Rushhour – auf. Die Auswahl wechselt, zu den häufigen Gästen auf der Karte gehören Klassiker wie Donauwelle oder Bienenstich, aber auch ausgefallene Kreationen wie „Oreo Strawberry Cheesecake“, „Banana Joe“ mit Erdnussbutter und Schoko oder Himbeer-Basilikum-Joghurt.

Die „Doppeltsolecker“-Kreationen sind wie Bollywood-Streifen: knallig, bombastisch, manchmal einen kleinen Tick drüber. Wer sie isst, hat lange was davon. Sie sind keine leichte Kost, aber eine leckere.

„Kieztörtchen“: Schokoträume mit Mats Hummels

Das „Kieztörtchen“, einer der Hipster-Pioniere im Kreuzviertel, liegt zwei Kreuzungen südlich vom „Doppeltsolecker“ an der Essener Straße/ Arneckestraße. Das „Kiez“, in dem man in coronafreien Zeiten am Nebentisch auch schonmal Mats Hummels beim Brettspiele spielen beobachten kann, hat eine kleinere Auswahl an veganen Kuchen, aber eine sehr feine.

Der vegane Schoko-Beere-Kuchen ist unser persönlicher Geheimtipp. Die Schokocreme schmeckt traumhaft, ist aber nicht übertrieben. Und es gibt frische Beeren drauf!

„Herr Liebig“: ein hefiges Ungetüm

Im Herzen des Kreuzviertels an der Liebigstraße gelegen bietet das „Herr Liebig“ auch den einen oder anderen veganen Kuchen an. In unsere Tipps hat es das Kaffeehaus aber vor allem wegen einer besonderen kulinarischen Perle geschafft: seinen veganen Zimtschnecken.

Dieses Ungetüm aus gerolltem Hefeteig und Zimt ist ein Genuss – nicht zu süß, schön schlonzig-saftig und durchaus so mächtig, dass es eine Zwischenmahlzeit an einem Wochenend-Nachmittag ersetzen kann.

„Frollein Meier“: Blaubeerige Versuchungen

Vom Namen her das Gegenstück zum „Herr Liebig“ punktet das „Frollein Meier“ an der Große-Heim-Straße mit seinen frischen Kuchen. Neben vielen „normalen“ Kuchen gibt es meistens zwei bis drei vegane Varianten zu kaufen, die aber durchaus auch schnell ausverkauft sind.

Das Angebot wechselt wöchentlich, doch falls der Blaubeer-Banane-Kuchen da sein sollte, sprechen wir eine dringende Kaufempfehlung aus.

„Oma Rosa“: Kuchen-Tapas und Apfelkrempel

Unser letzter Tipp liegt knapp außerhalb des Kreuzviertels, ist den Abstecher aber definitiv wert: Nur ein paar Hundert Meter Luftlinie vom Kreuzviertel entfernt, hat Melanie Wentzel-Terrahe sich an der Chemnitzer Straße im Schatten des Volkswohlbund-Hochhauses ein kleines Kuchen-Reich aufgebaut: Dort betreibt sie nicht nur ihr Café „Oma Rosa“, sondern hat schräg gegenüber auch noch ihre eigene „Tortenschmiede“ aufgebaut.

Im Café wartet eine Kuchentheke mit ungewöhnlichem Konzept auf die Gäste. Wenn die „Doppeltsolecker“-Kuchen Bollywood sind, gibt es bei „Oma Rosa“ französischen Autorenfilm, um im Bild zu bleiben: Melli, wie sie alle nennen, bietet „Kuchen-Tapas“ an, man kann sich also seinen eigenen Kuchen aus kleinen Vierteln zusammenstellen.

Darunter sind auch immer vegane Leckereien – Kreationen mit ausgefallenen Namen wie etwa „Schneewitchen“ oder „Heidi Heidelbeere“. Uns persönlich am besten schmeckt aber der Apfelkrempel im Weckglas. Er wird warm gemacht und mit Vanilleeis serviert – ein Genuss! Aktuell gibt es ihn in der Corona-Pandemie „nur“ in einer Sparversion in der Muffin-Form ohne Eis, aber das wird sich im Laufe des Sommers bestimmt wieder ändern.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
1984 geboren, schreibe ich mich seit 2009 durch die verschiedenen Redaktionen von Lensing Media. Seit 2013 bin ich in der Lokalredaktion Dortmund, was meiner Vorliebe zu Schwarzgelb entgegenkommt. Daneben pflege ich meine Schwächen für Stadtgeschichte (einmal Historiker, immer Historiker), schöne Texte und Tresengespräche.
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