Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die Mitmenschen wieder aufmuntern

hzGlosse: Wenn Sie Günna fragen...

Wenn Sie Günna fragen, hat Günna immer eine ganz eigene Sicht auf die Dinge. Immer ehrlich, immer direkt, immer Dortmund. Thema diesmal: Die Erlebnisse während des „Homedrinkings“.

von Günna Knust

Dortmund

, 04.04.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hömma, Fritz, wir sehn uns ja heute leider widda nur per Handy-Bildschirm weil wir wegenem Kontaktverbot und Social Distancing bis auf weiteres noch zum Homedrinking verdonnert sind. Ich bin jetz schon länger zu Hause als mir dat eigentlich lieb iss und andern Leuten scheint dat genauso zu gehn denn ich krieg neuerdings viele Anrufe von Bekannte und Verwandte von denen ich schon ewich nix mehr gehört hab.

Bei manche freut man sich ein Loch innen Bauch dat sie nach lange Zeit ma widda ein Lebenszeichen senden abba es sind auch einige dazwischen die dich nur anbimmeln weil ihnen schon die Decke aum Kopp fällt und die dann hoffen von dir aufgemuntert zu werden. Einer rief sogar nur an weil er wie aum Schwarzmarkt Lokuspapier und Mehl gegen eine paar von diese Schutzmasken tauschen wollte.

Masken basteln aus Klosettpapier

Ich hab ihm dann gesacht dat ich nich helfen kann weil ich mir schon vor 2 Wochen im Baumarkt ein Bidet geholt hab und nache morgendliche Thronbesteigung jetz nur noch mit nasse Waschlappen arbeite und dat könnte ich ihm zur Nachahmung empfehlen weil er sich dann aus seinem Klosettpapier selber Masken basteln könnte.

Manchmal sind es nur Kleinichkeiten mit denen du in diese schwere Zeiten Mitmenschen widda aufmuntern kannz denn für uns alle iss dat ja Neuland wat wir grade durchmachen müssen und da fehlt es uns neben Erfahrung eben auch sehr oft anne Feinfühlichkeit im Umgang miteinander.

Der Hauptgrund dafür iss glaubich dat sich der Mensch übba die Jahrhunderte nich weiterentwickelt hat. Während die Technik um ihn herum sich in Riesenschritten imma schneller auffem neusten Stand positionierte iss der Homo Sapiens stehengeblieben und wie man jetz sieht woll imma noch auffe Stufe vom Jäger und Sammler.

Irritierend: Es wird weniger Bier gekauft

Wat mich in dem Zusammenhang abba irritiert iss dat ich inne Zeitung gelesen hab dat trotz Krise und dem Stayhome neben Nudeln und rollenweise Analzellulose deutlich weniger Bier gekauft wird als zu Normalzeiten. Dat sprengt in meinen Augen jedes Klischee übba uns Doatmunda wo doch eben erst erwiesen wurde dat der pH Wert vom Bier plus dem Alkoholgehalt für dat Coronavirus schädlich sein soll.

Hömma, Fritz, Bier als leckeres Vorbeugemittel wird in Krisenzeiten zu wenich gekauft. Für mich unfassbar und dat kann nur daran liegen dat inne Wohnungen wegen dem vielen Klopapier jetz kein Platz mehr für Bierkisten iss odda noch viel schlimmer: Hamster mögen kein Pils. Prost.

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