Darf Einkaufshilfe für Senioren wieder starten? Entscheidung ist da

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Wegen des Coronavirus musste das Jobcenter die Maßnahme für 1-Euro-Jobs aussetzen. Davon war auch ein Einkaufsservice für Senioren betroffen. Nun gibt es eine neue Entwicklung.

Dortmund

, 28.04.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war ein Hin und Her: Am 8. April hatten die Bundesagentur für Arbeit und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales entschieden, dass Arbeitsgelegenheiten (AGH), auch 1-Euro-Jobs genannt, wegen der Corona-Krise unterbrochen werden müssen.

Jobcenter-Kunden, die in einer „systemrelevanten“ AGH-Maßnahme, wie der Dortmunder Senioren-Unterstützungs-Service „Suse“ der Dobeq, beschäftigt sind, durften jedoch weiter arbeiten.

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Am 21. April war dann auch die Sonderregelung vom Tisch: Alle AGH-Maßnahmen wurden seitens der Behörden ausnahmslos gestoppt. Das Infektionsrisiko sei zu groß, hieß es.

Senioren standen eine Woche ohne Hilfe da

Eine Woche lang waren viele Senioren in Dortmund deshalb ohne Unterstützung. Für viele war das schon zu viel: „Einige Senioren haben bei uns angerufen und geweint“, erzählt Heike Henze-Brockmann von der Dobeq unserer Redaktion. Die Senioren waren von der Aufgabe, selbstständig einkaufen zu gehen, überfordert.

Doch der Beschluss wurde vom Bundesarbeitsministerium nun wieder gekippt: Am Freitag (24. April) wurde verkündet, dass AGH-Maßnahmen wieder stattfinden dürfen.

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Allerdings nur, wenn die Sicherheitsvorkehrungen bei der Tätigkeit eingehalten werden: Abstand halten, Hygiene-Standards gewährleisten, Mundschutz tragen. Die Regelung gilt zunächst bis zum 30. Juni, die endgültige Entscheidung über AGH-Maßnahmen liegt im Ermessensspielraum der einzelnen Jobcenter.

In Dortmund werde im Einzelfall entschieden, ob ein AGH-Beschäftigter weiterarbeiten darf, wie eine Pressesprecherin des Jobcenters in Dortmund erklärt. AGH können weitergeführt werden, wenn „die Träger und die teilnehmende Person bestätigen können, dass kein individuelles Gesundheitsrisiko bei Ausübung der jeweiligen Tätigkeit besteht“ – erst dann stimmt das Jobcenter zu.

Senioren werden wieder unterstützt

Bei der Dobeq ist man erleichtert: Seit Montag (27. April) läuft der Betrieb von Suse wieder langsam an und die Teilnehmer unterstützen die Senioren wie gewohnt im Alltag.

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Der schnelle Start sei laut Henze-Brockmann nur möglich gewesen, da man schon vorbereitet war: Die Teilnehmer wurden bereits über die Schutzmaßnahmen aufgeklärt, als es noch die Ausnahmeregelung für systemrelevante Bereiche gab, Schutzkleidung hatte die Dobeq da schon besorgt.

Allerdings ist die Teilnahme an der AGH auf freiwilliger Basis. Die Teilnehmer, die aus Sorge, sich mit Covid-19 anzustecken, nicht arbeiten möchten, müssen das nicht tun. Eine Sanktion, also eine Kürzung ihrer Jobcenter-Leistungen, müssen sie nicht befürchten. Normalerweise ist das nämlich der Fall.

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