Notaufnahmen nicht nutzbar – Rettungsdienst stockt Kapazitäten erheblich auf

hzEvakuierung des Klinikviertels

Zwei wichtige Notaufnahmen in Dortmund können nicht genutzt werden. Was passiert während der Evakuierung des Klinikviertels im Notfall - zum Beispiel bei einem Herzinfarkt? Ein Überblick.

Dortmund

, 10.01.2020, 15:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Notaufnahmen des Klinikums Mitte, des St.-Johannes-Hospitals und der Kinderklinik bewältigen rund 70 Prozent der Notfallpatienten an einem durchschnittlichen Tag. Wegen der Evakuierung des Klinikviertels müssen alle drei Notaufnahmen schließen.

Bereits seit Jahresbeginn fahren die Notaufnahmen ihre Kapazitäten zurück. Patienten werden in andere Krankenhäuser umgeleitet, da sie sonst bei der Evakuierung verlegt werden müssten.

Um dennoch alle lebensbedrohlichen Notfälle bewältigen zu können, hat der Rettungsdienst seine Kapazitäten erheblich aufgestockt.

Mehr Einsatzfahrzeuge, mehr Personal

Klar sei, dass man alle Notfälle bedienen werde, betont Dr. Hans Lemke, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes.

Um das zu bewältigen, seien zeitabhängig sieben zusätzliche Rettungswagen und fünf zusätzliche Krankentransporter im Einsatz. Zudem stehen ein Intensiv- und ein Schwerlast-Krankentransporter bereit. An einem normalen Tag sind in Dortmund insgesamt 31 Rettungswagen verfügbar.

Auch ein weiterer Notarzt sei im Dienst. Zudem haben alle nicht betroffenen Notaufnahmen in Dortmund ihre Kapazitäten aufgestockt. „Teilweise ist dort doppelt so viel Personal im Einsatz wie üblich“, sagt Dr. Hans Lemke.

Krankenhäuser um Dortmund mit eingebunden

Weil mit dem Klinikum und dem St.-Johannes-Hospital zwei spezialisierte Herz-Zentren wegfallen, müssten Patienten mit einem akuten Herzinfarkt möglicherweise in Krankenhäuser in den umliegenden Gemeinden gebracht werden.

In Dortmund sei das Knappschaftskrankenhaus in Brackel für die Behandlung von Herzinfarkten ausgestattet. Sollten dessen Kapazitäten ausgelastet sein, könnten Patienten in Krankenhäuser in der Umgebung gebracht werden, zum Beispiel in das Universitätsklinikum Bochum.

„Alle umliegenden Gemeinden wurden informiert und die dortigen Krankenhäuser sind auf ein erhöhtes Patientenaufkommen aus Dortmund vorbereitet“, sagt Dr. Hans Lemke.

Auch Kassenärzte halten Notfallversorgung aufrecht

Opfer von schweren Verkehrsunfällen können wie üblich in das Traumazentrum des Klinikums Nord gebracht werden, so Dr. Hans Lemke. Es ist nicht von der Evakuierung betroffen. Auch dort seien die Kapazitäten der Notfallversorgung erheblich hochgefahren worden.

Auch die Kassenärztliche Vereinigung hält ihren Notdienst am Wochenende aufrecht. Da die Räumlichkeiten im Klinikum dafür ebenfalls nicht zur Verfügung stehen, übernehmen niedergelassene Ärzte in ihren Praxen die Versorgung von nicht lebensbedrohlichen Notfällen. Informationen dazu erhalten Patienten unter der Telefonnummer 116 117.

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