Wird Dortmund zum zweiten Mal von Pokémon-Go-Spielern überrannt?

hzPokémon Go Fest

Sie sind wieder da: Tausende Pokémon-Go-Fans sind seit Donnerstag zum Go-Fest 2019 in Dortmund unterwegs. Viele fürchten Chaos wie im Vorjahr. So war die Lage am Donnerstag in der Stadt.

Dortmund

, 04.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Über die nächsten Tage hinweg strömen wieder zehntausende Fans des Augmented-Reality-Spiels Pokémon Go nach Dortmund. Wie schon im vergangenen Jahr gastiert eins der Hauptevents der „Pokémon Go Sommertour“ in der Stadt.

Doch Bilder wie 2018 – mit einer völlig überfüllten Innenstadt und Plätzen, an denen auch zu Fuß kaum ein Durchkommen war, Überlastung des Handynetzes und Gastronomen, die am Sonntag völlig ausverkauft waren – sucht man zum Start des Go Fest 2019 am Donnerstag (4.6.) noch vergeblich.

Eine (kleine) Erinnerung an 2018 gibt es hier:


Internationale Gäste streifen durch die Innenstadt

Streift man in der Mittagszeit bei bestem Wetter einmal durch Dortmunds Fußgängerzone, sieht man aber durchaus: Es ist irgendwie mehr los als an einem üblichen Wochentag um die Mittagszeit.

Die Pokémon-Spieler sind meist auch recht einfach zu identifizieren. In kleinen Gruppen mit gebanntem Blick aufs Handy, meist verläuft ein Kabel zum Rucksack oder in die Hosentasche, damit dem Smartphone nicht der Strom ausgeht.


Und was noch auffällt: Deutsch hört man heute weniger. Spanische, englische, asiatische und osteuropäische Wortfetzen bestimmen das, was man als Passant heraushört.

„Spannende Herausforderung“

Das bestätigt Sigrun Späte, Pressesprecherin von Dortmund Tourismus. „So ein unterschiedliches internationales Publikum haben wir nur ganz selten. Bei bestimmten Messen zum Beispiel. Auch bei Fußballspielen kommt das vor, aber da kommen die Fans ja meist aus einem bestimmten Land.“

Die Kommunikation auf Englisch mit vielen unterschiedlichen Akzenten sei für alle Mitarbeiter eine spannende, aber auch schöne Herausforderung. Überascht sei man auch darüber, dass viele Gäste zum Go-Fest – anders als 2018 – bereits am Dienstag und Mittwoch angereist sind. „Besonders aus dem asiatischen und amerikanischen Raum.“ Das bestätigten auch die Hoteliers.

Viele reisten dafür bereits Samstag wieder ab, die Buchungslage bliebe aber gleich hoch. „Das heißt, es sind unterschiedliche Menschen, die hier über die Woche zu Besuch kommen“, so Späte.

Chaos soll sich nicht wiederholen

Um nach der Erfahrung von 2018, ein Chaos in der Geschäftsstelle der Touristeninformation an der Kampstraße zu vermeiden, gibt es einen eigenen Stand an der Reinoldikirche. „Wir wussten ja, was auf uns zukommt.“

Auch die Stadt zeigt sich bisher zufrieden mit dem Verlauf des Events. Mann könne mit dem wiederkehrenden Event zeigen, dass der digitale Wandel mit Augmented Reality, Erlebnis von Spiel und Stadt, auch nach Dortmund gehört, sagt Sprecher Robert Litschke.

Einzelhändler bleiben beim Tagesgeschäft

Die Einzelhändler auf dem Westenhellweg hingegen haben sich nicht übermäßig vom Pokémonfieber infizieren lassen. Lediglich der Technikhändler Saturn hat einige Auslagen vor seinem Geschäft aufgestellt.

Mit einer pfiffigen PR-Aktion versuchte das Klinikum Dortmund am Donnerstag (4.7.), Pokémon-Spieler zum Blutspenden zu animieren. Der Erfolg lässt – zumindest mit Blick auf das Feedback bei Twitter – noch auf sich warten.

Es scheint bisher, dass das geänderte Konzept – das Event über vier anstatt zwei Tage zu verteilen und die Veranstaltung über ein Ticketsystem auf eine kalkulierbarere Menge an Besuchern zu beschränken – aufgeht.

Abzuwarten bleibt, wie sich die Situation zum Wochenende hin entwickelt und ob dann noch mehr Spieler nach Dortmund kommen, auch wenn sie keinen Zugang zum Westfalenpark haben.

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