Sechs Demos am Samstag - eine von ihnen sorgte für jede Menge Anzeigen

hzDemonstrationen in der City

Entgegen aller Befürchtungen liefen die Demos am Samstag vergleichsweise ruhig ab. Nur eine unangemeldete Versammlung machte der Polizei Probleme. Die Hansastraße war zeitweise blockiert.

Dortmund

, 16.05.2020, 20:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Obwohl die Ausgangslage alles andere als vielversprechend war, ist der große Demo-Samstag am 16. Mai in der Dortmunder City vergleichsweise ruhig über die Bühne gegangen. Nur eine unangemeldete Demo sorgte gegen Nachmittag für Reibereien und blockierte zeitweise Teile der Hansastraße.

Mehrere angemeldete Demos fanden jedoch davor ohne besondere Vorkommnisse in der Innenstadt verteilt statt: auf dem Friedensplatz, auf der Kleppingstraße, auf dem Platz der deutschen Einheit, an der Ecke Kampstrasse/Katharinenstrasse. Dort startete der Demo-Samstag mit einer vergleichsweise kleinen Kundgebung der Gelbwesten.

Anders als vor zwei Wochen lief die Gelbwesten-Kundgebung störungsfrei.

Anders als vor zwei Wochen lief die Gelbwesten-Kundgebung störungsfrei. © Oliver Schaper

Nachdem es vor zwei Wochen am Rande einer solchen Demo zu einer Aufsehen erregenden Festnahme gekommen war, war die Kundgebung am Samstag nahezu unspektakulär. Rund 15 Personen hatten sich am Fuß der Petrikirche versammelt, wo sie Schilder aufstellten und Musik über einen Lautsprecher spielten.

Eine Kundgebung unter dem Motto „Frieden, Freiheit, Mut“ um 14 Uhr auf dem Friedensplatz wurde eine Stunde später von der linken Kundgebung „Gemeinsam gegen Pandemie und Infodemie“ abgelöst. Hier versammelten sich rund 50 Teilnehmer zu einer Demo, die sich unter anderem gegen Verschwörungstheorien richtete.

„Keine Bühne für Aluhüte“ forderten die Teilnehmer einer linken Demo auf dem Friedensplatz.

„Keine Bühne für Aluhüte“ forderten die Teilnehmer einer linken Demo auf dem Friedensplatz. © Oliver Schaper

Unangemeldete Versammlung auf dem Alten Markt

Die Demo war am Freitag vom Alten Markt auf den Friedensplatz verlegt worden. Die Polizei hatte befürchtet, dass der Alte Markt zu klein ist, um den Sicherheitsabstand zwischen den Demonstranten zu gewährleisten.

Und tatsächlich wurde es dort eng, als sich um 15.30 Uhr immer mehr Menschen auf dem Alten Markt zusammenfanden. Schätzungsweise 150 Personen trafen sich dort wie in der vergangenen Woche für einen gemeinsamen „Spaziergang“. Angemeldet war diese Versammlung nicht.

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Augenscheinliche Impfgegner, Verschwörungstheoretiker, Infektionsschutz-Gegner - aber auch stadtbekannte Rechtsradikale tummelten sich auf dem Platz. Einige der Personen waren zuvor schon am Rande der anderen Demonstrationen gesichtet worden.

Stadtbekannte Rechtsradikale wie Sascha Krolzig (Mitte, blaues Hemd) mischten sich unter den Demozug vom Alten Markt zur Hansastraße.

Stadtbekannte Rechtsradikale wie Sascha Krolzig (Mitte, blaues Hemd) mischten sich unter den Demozug vom Alten Markt zur Hansastraße. © Oliver Schaper

Die Polizei war - wie auch an den anderen Demo-Schauplätzen - mit vielen Kräften vor Ort. Als sich die Versammlung nach einiger Zeit unter Klatschen und Trommeln in Bewegung setzte, begleiteten die Beamten den spontanen Demozug - und stoppten ihn knapp hundert Meter später.

Auseinandersetzungen bei Demo-Stopp

In diesem Moment wurde es auch zum ersten Mal unruhig in der City - denn nicht alle Demonstranten wollten den Stopp akzeptieren. Auf Höhe der Ecke Hansastraße/Silberstraße kam es zu Drängeleien und verbalen Auseinandersetzungen zwischen Polizeibeamten und Demonstranten, auch einige Neonazis machten lautstark auf sich aufmerksam.

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Doch die Lage beruhigte sich nach wenigen Minuten, als die Polizeit den Demonstranten der Grund für den Stopp mitgeteilt hatte. Der Spaziergang werde von der Polizei nun als offizielle Versammlung gewertet - dementsprechend sei den Beamten ein Versammlungsleiter mitzuteilen.

Der Aufforderung kamen die Demonstranten nach, die Versammlung durfte fortgeführt werden - jedoch nur an Ort und Stelle, ohne Spaziergang. Und so blieben die Protestler noch rund eine halbe Stunde vor Ort, allerdings weitgehend von der Polizei abgeschirmt. Und: Gegen die Versammlungsleiterin wurde Strafanzeige wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz gestellt.

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Auch gegen 15 Mitglieder der rechtsradikalen Szene wurden Ordnungswidrigkeitsanzeigen gestellt, sie sollen gegen die Corona-Schutzverordnung verstoßen haben. Die Polizei hatte sie zuvor von der Demo isoliert, um die Personalien festzustellen. Anschließend wurde der Gruppe ein Platzverweis für die Innenstadt erteilt. Gegen 16.45 Uhr endete die Versammlung offiziell.

Weitere Anzeigen stellte das Ordnungsamt um 18.10 Uhr auf dem Friedensplatz gegen 23 Personen, die dort gegen die Corona-Schutzverordnung verstoßen haben sollen.

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