Heiße Phase der Grippewelle beginnt – wie geht es Dortmund?

hzInfluenza-Virus

Obwohl die öffentliche Aufmerksamkeit gerade eher dem Coronavirus gilt, wird die nahende Grippewelle wohl viel mehr Dortmunder betreffen. Sich zu schützen ist nicht einfach.

Dortmund

, 06.02.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch wenn das in China ausgebrochene Coronavirus gerade die öffentliche Wahrnehmung beherrscht: Eigentlich gehören die ersten Monate eines Jahres in Deutschland einer anderen Infektionskrankheit: dem Influenza-Virus. Auch Dortmund steht die jährliche Grippewelle bevor.

Höhepunkt zum Karneval

Der Dortmunder Hausarzt Dr. Prosper Rodewyk hat bereits Mitte Dezember erste Grippe-Fälle in seiner Praxis festgestellt. „Betroffen waren allerdings vor allem junge Menschen, bei denen die Krankheit auch einen milden Verlauf genommen hat.“

Das Muster ist in allen Jahren gleich. Im Winter steigt in Deutschland die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen an – manchmal etwas früher, manchmal etwas später. Nach einer mehrwöchigen Hochphase fällt die Zahl wieder auf das übliche Grundrauschen zurück. Akute Atemwegserkrankungen werden nicht ausschließlich von Influenza-Viren ausgelöst, sind aber ein wichtiger Indikator für den Verlauf einer Grippewelle

Aktuell befinden wir uns eher am Anfang der Grippewelle. „Der Höhepunkt ist überlicherweise zum Karneval“, erklärt Dr. Prosper Rodewyk.

Bisher unter hundert Fälle

In der aktuellen Grippe-Saison habe es in Dortmund rund 80 bestätigte Influenza-Fälle gegeben, gibt das städtische Gesundheitsamt an. Eine Grippe-Saison wird gezählt von der 40. Kalenderwoche eines Jahres, bis zur 39. Kalenderwoche des Folgejahres.

Die rund 80 Influenza-Fälle in Dortmund seit der 40. Kalenderwoche 2019 sind laut dem Gesundheitsamt im Vergleich zum gleichen Zeitraum der vorherigen Jahre eher wenige.

Das Gros dieser Saison steht uns allerdings wohl noch bevor. In der gesamten Saison 2018/2019 wurden in Dortmund 645 Influenza-Erkrankungen nachgewiesen, in der deutschlandweit besonders ausgeprägten Saison 2017/2018 gab es in Dortmund 766 nachgewiesene Influenza-Fälle.

Allerdings werden nicht alle Influenza-Erkrankungen auch im Labor nachgewiesen und gemeldet. Die tatsächliche Zahl der Influenza-Erkrankungen mag also höher sein.

Hände waschen und impfen

Sich gegen eine Ansteckung zu schützen, sei schwierig, weil der Erreger sehr leicht übertragen werde, erklärt Hausarzt Dr. Prosper Rodewyk – durch Tröpfcheninfektion. „Wenn zum Beispiel ein Busfahrer mit einer unerkannten Influenza niest, können Sie davon ausgehen, dass jeder in dem Bus zumindest gefährdet ist, sich anzustecken.“ Auch über Geldscheine übertrage sich das Virus.

Ein paar Tipps gibt es aber doch: „Regelmäßiges Händewaschen hilft, vor allem, wenn man im öffentlichen Nahverkehr unterwegs war.“ Auch wer sich in größeren Menschengruppen aufgehalten hat oder mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs war, sollte sich die Hände waschen.

Wer sich gegen Influenza impfen lassen möchte, kann das laut Dr. Rodewyk auch jetzt noch tun. Einziger Haken: In vielen Praxen ist der Impfstoff knapp. Empfohlen wird eine Impfung für Menschen über 60 sowie chronisch Kranke.

Warnzeichen plötzliches Fieber

Im Gegensatz zu einer Erkältung trete eine echte Grippe plötzlich auf und führe schnell zu hohem Fieber. „Wer den Verdacht auf eine Influenza hat und zum Arzt geht, sollte sich aber unbedingt vorher telefonisch anmelden“, so Dr. Prosper Rodewyk. Zur Arbeit gehen oder sich mit Freunden treffen, solle man bei einer Influenza nicht, um das Virus nicht weiter zu verbreiten.

In Isolation ins Krankenhaus gehört allerdings auch längst nicht jeder Influenza-Fall. Das hänge von der Schwere der Erkrankung ab, erklärt der Sprecher des Klinikum Dortmund Marc Raschke. In der Mehrheit der Fälle gehe die Grippe nach ein bis zwei Wochen wieder weg. Dann reiche es, sich zuhause zu schonen. Bei schweren Symptomen könne wiederum sogar eine Behandlung auf der Intensivstation nötig sein.

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