Dortmund verliert Hunderte Arbeitsplätze - Eon und Oberbürgermeister feiern den Standort

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In Dortmund gehen durch die Übernahme des Energiekonzerns Innogy durch das Unternehmen Eon Arbeitsplätze verloren. Der OB spricht von dennoch von einer Bestätigung für den Standort.

Dortmund

, 22.11.2019, 17:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Energiekonzern Eon hatte im September durch die EU-Wettbewerbsbehörde die Genehmigung erhalten, das Unternehmen Innogy zu übernehmen, es zu zerschlagen und mit dem Konkurrenten RWE aufzuteilen. Eon übernimmt das Netz- und das Endkundengeschäft und reicht die eigenen erneuerbaren Energien und die von Innogy an RWE weiter. Der Name Innogy wird bis 2020 vom Markt verschwinden.

Eon möchte dadurch laut einem Unternehmenssprecher 600 bis 800 Millionen Euro jährlich an Synergieeffekten schaffen und bundesweit rund 5000 Arbeitsplätze einsparen.

Energiekonzern Eon: „Dortmund bleibt einer der wichtigsten Standorte.“

Schon bei der Bekanntgabe der Verschmelzung im September war der Verlust von Arbeitsplätzen befürchtet worden. Am Freitag ergibt sich zu diesem Thema eine etwas verwirrende Nachrichtenlage.

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Zunächst teilt Eon am Morgen mit: „Dortmund bleibt einer der größten Standorte der Eon in Deutschland“ - so zu lesen in einer Pressemitteilung vom Vormittag.

Oberbürgermeister ist sich sicher, dass die „ganze Region“ profitieren wird

Am Freitagmittag kommentiert Oberbürgermeister Ullrich Sierau die Unternehmensmeldung. „Es freut mich, dass die Rolle Dortmunds als bedeutender Standort der Energiewirtschaft durch diese Entscheidung bestätigt wird.“

Dortmund schaffe mit „anerkannter und führender Forschung, einer Vielzahl von Startups und Smart-City-Quartieren ein gutes und kraftvolles Milieu für Unternehmen wie Eon“.

Dies sei ein wertvoller Baustein, mit dem das Unternehmen neue Arbeitsplätze schaffen könne. „Wir waren vor und während der Umstrukturierung stets in gutem Kontakt mit vertrauensvollen Gesprächen“, so der OB. „Ich bin sicher, dass hier ein erfolgreicher Weg beschritten wird, von dem die ganze Region profitieren wird.“

Eon nennt Details zum Stellenabbau

In dieser Stimmung wird am Freitagnachmittag um 15.12 Uhr eine Meldung der Deutschen Presse-Agentur veröffentlicht. Hierin wird derselbe Eon-Sprecher, der am Mittag laut Presssemitteilung noch nichts zu den genauen Arbeitsplatz-Folgen für Dortmund sagen konnte, mit der Aussage zitiert, dass in Dortmund bis zu 800 Stellen wegfallen. Ebenso viele könnten es am Konzernsitz in Essen sein.

Immerhin: Dortmund bleibe mit etwa 1500 Mitarbeitern einer der größten Eon-Standorte in Deutschland, heißt es auch hier. Der mit Abstand größte Verteilnetzbetreiber von Eon, Westnetz, habe hier seinen Sitz. Das Unternehmen will die Zukunftsgeschäfte „City Energy Solutions“ und Elektromobilität verstärken.

Da es in beiden Städte wachstumsstarke Unternehmensteile gebe, könnten dort künftig auch neue Arbeitsplätze entstehen, sagte der Sprecher.


(mit Material von dpa)

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