Dortmund wird sein Klimaziel für 2020 wohl verfehlen

hzCO2-Bilanz

Um 40 Prozent wollte die Stadt die Dortmunder CO2-Emissionen bis 2020 reduzieren (im Vergleich zu 1990). Die aktuelle Bilanz zeigt: Das wird wohl nichts. Statt dessen gibt es neue Ziele.

Dortmund

, 11.06.2019, 16:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Dortmund wird ihr Klimaziel für das Jahr 2020 wahrscheinlich nicht erreichen. Darauf lässt die aktuelle CO2-Bilanz für das Jahr 2016 schließen. Ursprünglich hatte die Stadt geplant bis 2020 die Stickstoffdioxid-Emissionen in Dortmund um 40 Prozent zum Bezugsjahr 1990 zu reduzieren.

Die jetzt vorgestellte Bilanz weist jedoch eine Reduzierung der Emissionen um 30 Prozent auf. Im Vergleich zur vorhergehenden Bilanz aus dem Jahr 2014 sind die CO2-Emissionen sogar um 3 Prozent gestiegen. Diese liege jedoch an dem besonders kalten Winter 2016, wegen dem mehr Heizenergie benötigt worden sei.

Reduzierung bei Industrie und Haushalten

Als Grund dafür, dass die Stadt ihr Klimaziel vermutlich knapp verfehlen wird, nennt Umweltdezernent Ludger Wilde vor allem den Autoverkehr. Der Verkehrssektor sei in den vergangenen Jahren beim CO2-Ausstoß stabil geblieben, die Stadt habe aber mit einem Rückgang der Emissionen gerechnet.

Vorbildlich zeigen sich dagegen die Dortmunder Haushalte: Der Stromverbrauch der privaten Haushalte ist laut Stadt seit 2010 kontinuierlich gesunken. Wohngebäude würden heute außerdem effizienter mit Wärme versorgt als 1990 und der Anteil von Fotovoltaik und Umweltwärme an der Energieversorgung wurde gesteigert.

Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Reduzierung der CO2-Emissionen war jedoch auch der Rückgang der Industrie in Dortmund. Vor allem die Schließung des Stahlwerks in Hörde fällt in den relevanten Zeitraum.

Neue Ziele bis 2050

Laut Stadt wird das 40-Prozent-Ziel in 2020 „voraussichtlich nicht ganz erreicht“ werden. Für die Zeit nach 2020 will sich die Stadt jedoch neue Ziele setzen. Am Ende soll im Jahr 2050 die Reduzierung des Treibhausgasausstoßes auf null stehen.

Als „greifbare Zwischenschritte“ definiert die Stadt eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 55 Prozent (ebenfalls im Vergleich zu 1990) bis zum Jahr 2030 und um 70 Prozent bis 2040. Das Handlungsprogramm für das Klimaziel 2020 soll zunächst bis 2030, dann mit dem entsprechenden 55-Prozent-Ziel, fortgeschrieben werden.

Keine aktuellen und belastbaren Zahlen gibt es zur lokalen Luftbelastung mit Schadstoffen, da die notwendigen Indikatoren und Kriterien fehlen, um die Wirkung zu ermitteln. Die Fortführung des Handlungsprogramms soll entsprechend um den Bereich Luftreinhaltung erweitert werden.

Die nächste Dortmunder CO2-Bilanz für das Jahr 2018 dürfte in etwa zwei Jahren fertiggestellt sein.

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