Dortmunder Brücke wird zum Berliner Flughafen – Kosten explodieren

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Ob die erste Kostenschätzung für den Neubau der Brücke an der Straße Am Remberg im Jahr 2014 zu optimistisch war oder nicht. Gebaut wird erst jetzt – und jetzt wird’s so richtig teuer.

Schüren

, 30.06.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nichts hält länger als ein Provisorium. Das gilt auch für die Brücke an der Straße Am Remberg, die in Höhe der B236 über die ehemalige Werkbahntrasse des Stahlwerks führt. Blöd nur, wenn das Provisorium langsam den Geist aufgibt und in alle Einzelteile zerfällt.

Die Balkenbrücke, die aus dem Jahr 1969 stammt, sollte schon im Jahr 2014 abgerissen werden. Schon vor sechs Jahren waren die Mängel schon nicht mehr zu übersehen, der südliche Gehweg, eine Holzkonstruktion, war da schon gesperrt.

Der hölzerne Gehweg ist schon seit vielen Jahren gesperrt.

Der hölzerne Gehweg ist schon seit vielen Jahren gesperrt. © Jörg Bauerfeld

2019 dann der nächste Akt in dem Brückenschauspiel. Bei einer Kontrollfahrt wurden derartige Mängel an dem Bauwerk festgestellt, dass die Brücke sofort für den Verkehr gesperrt wurde.

Brücke wurde noch einmal ausgebessert

Anstatt jetzt aber Nägel mit Köpfen zu machen und die alte Brücke durch eine neue zu ersetzen, wurde das Provisorium mit nicht unerheblichem Aufwand und nicht unerheblichen Kosten wieder „tragfähig“ gemacht. Jetzt aber soll neu gebaut werden – doch eine böse Überraschung gibt es: eine immense Kostensteigerung.

2014 betrugen die geplanten Kosten für ein neues Bauwerk, das auf vier Pfeilern ruhen wird, 1,15 Millionen Euro. Sechs Jahre später sieht die Kostenschätzung schon ganz anders aus. Jetzt soll die neue Brückenkonstruktion, inklusive Abriss der alten Brücke, rund 4,21 Millionen Euro kosten.

Kostensteigerung um fast 300 Prozent

Also eine Kostensteigerung um fast 300 Prozent. Wenn das kein Schnäppchen ist. Aber wie kann das sein? Ein Grund sind die Kanalbaumaßnahmen an der Schüruferstraße. Da die Straße Am Remberg als Umleitung dient, sollte nicht auch gleichzeitig die Brücke erneuert werden.

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Dann gab es Irritationen um Grundstücke direkt im Bereich der alten Brücke. Diese befinden sich noch in Privatbesitz und sollten eigentlich als Arbeitsraum für das Bauwerk und auch als Zuwegung zum Baufeld unter der Brücke dienen.

18 Monate Bauzeit

Und schlussendlich kam die Erhöhung der Baupreise hinzu. Jetzt aber soll gebaut werden. Neun Monate sind für Abriss und Neubau veranschlagt. Weitere neun Monate für Verfüll- und Straßenbauarbeiten.

Wann genau die Arbeiten beginnen, steht noch nicht fest.

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