Kann der Muttertag die Dortmunder Floristen noch retten?

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Noch vor wenigen Wochen musste ein Großteil der Ware vernichtet werden, mittlerweile sind Blumen wieder besonders gefragt. Für einige Betriebe ist der Muttertag die letzte Überlebenschance.

Dortmund

, 10.05.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Blumenstrauß für Mama ist am Muttertag beinahe so selbstverständlich wie der Schokohase an Ostern oder der Weihnachtsmann an Heiligabend. Dass die Nachfrage nach Blumensträußen und Gestecken rund um den Muttertag in jedem Jahr besonders ansteigt, ist daher kein Geheimnis. Doch während der Corona-Krise ist dieser besondere Tag für Floristen und Blumengeschäfte vor allem auch eins: Die letzte Überlebenschance.

Es ist nur wenige Wochen her, da musste in einigen europaweiten Blumengroßmärkten bis zu 80 Prozent der Ware vernichtet werden, erklärt Ute Kersting, Inhaberin der Blumencompany im Kreuzviertel.

Bestellungen um 50 Prozent gestiegen

„Infolge des Shutdowns ist die Nachfrage damals vollkommen eingebrochen. Der Muttertag ist natürlich in jedem Jahr ein gutes Geschäft, aber in diesem Jahr ist er besonders wichtig.“

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Die Bestellungen von Blumensträußen und Gestecken seien im Vergleich zum vergangenen Jahr bislang um knapp 50 Prozent gestiegen. Für kleinere Floristen ist der Muttertag deshalb zumindest ein kurzer Lichtblick: „Ich kenne einige Geschäfte, die mit dem Muttertags-Geschäft noch einmal versuchen, aktuelle wirtschaftliche Einbußen zu kompensieren und die ohne die Aussicht auf diese Einnahmen womöglich schon am Ende wären.“

Online-Lieferdienst für Sträuße boomt

Vor allem die Online-Nachfrage für den Lieferdienst ist laut Kersting im Vorfeld des Muttertages so groß wie noch nie. Das hänge zweifelsohne mit der aktuellen Situation zusammen und der Schwierigkeit, dass Angehörige teilweise nicht einfach ohne weiteres besucht werden können.

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„Wenn ich der Mama oder vielleicht auch der Oma nicht persönlich einen Strauß vorbeibringen kann, dann mache ich das jetzt eben per Lieferservice. Das ist schon außergewöhnlich“, betont Kersting.

Keine großen Veränderungen bei großen Ketten

Das gleiche Phänomen beobachtet Andreas Herter in seinem Geschäft in Hombruch. Auch hier sei die Menge an online bestellten Sträußen riesig, aber er betont zugleich: „Dieses eine Wochenende wird den Verlust der vergangenen Monate nicht rausreißen.“ Es sei zwar ein kleiner Aufschwung, doch wie es danach weitergehe, müsse man abwarten.

Für die Geschäfte der Pflanzen-Handelskette Blumen Risse bedeutet der anstehende Muttertag indes keine großen Veränderungen, denn: „Die Planungen für den Sonntag laufen bei uns ganz normal. Die grundsätzliche Nachfrage ist natürlich höher, aber wir binden jetzt schon Sträuße, damit wir dann entsprechend vorbereitet sind“, erklärt Matthias Bartak, stellvertretender Marktleiter in der Filiale im Indupark.

Kurzentschlossenen hilft der Besuch in der Tankstelle

Ähnlich ist die Situation beim Geschäft in der Wißstraße, wo Filialleiterin Petra Kalthoff ebenfalls mitten in den Vorbereitungen steckt: „Wir haben im Vorfeld des Muttertages immer etwas mehr Ware vorrätig und es ist schon etwas anderes als das alltägliche Geschäft.“ Wie groß der Ansturm dann tatsächlich werde, könne man ohnehin erst am Sonntag sehen.

Wer am Muttertag noch relativ spontan auf der Suche nach einem geeigneten Blumenstrauß ist, der kann auch in der Tankstelle seines Vertrauens fündig werden. Auch hier bereitet man sich auf solche Tage besonders vor, bestätigt Jürgen Schröder, Betreiber der Bavaria Tankstelle an der Evinger Straße: „Ich habe natürlich etwas mehr Blumenware geordert als an normalen Tagen. Denn wenn ich am Muttertag zu wenig da haben sollte, würde ich mich schwarz ärgern.“

In diesem Zusammenhang gleiche der Muttertag anderen Feiertagen wie beispielsweise Ostern. „Auch an Ostern haben wir mehr Blumen im Geschäft und wir haben auch in diesem Jahr festgestellt, dass die Nachfrage groß war“, betont Schröder.

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