Dortmunder Grundschulleiter: „Kinder werden hohen Nachholbedarf haben“

hzCoronavirus

Viertklässler sollen ab dem 7. Mai wieder in die Grundschulen zurückkehren. Ulrich Schwätzer, Leiter der Reichshof-Schule, befürwortet das: „Es ist wichtig, die Kinder aus ihrer Isolation zu holen.“

Brackel

, 05.05.2020, 11:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Viertklässler kehren am 7. Mai zurück in die Grundschulen. Doch vieles ist noch nicht geregelt. Wir haben darüber stellvertretend für die Grundschulen im Dortmund Nordosten mit dem Leiter der Reichshof-Grundschule in Brackel, Dr. Ulrich Schwätzer, gesprochen.

Hallo, Herr Schwätzer, halten Sie die den Neustart in den Grundschulen für gut oder schlecht?

Auf jeden Fall für gut. Es ist jetzt wichtig, die Kinder aus ihrer Isolation zu holen. Die richtige Lernbereitschaft entsteht erst im Unterricht. In der gegenwärtigen Situation haben wir Lehrer keine Kontrolle über den Lernerfolg der Schüler.

Wie genau wird das funktionieren?

Wir werden – beginnend mit den Viertklässlern – mit einem rollierenden System anfangen. Das heißt, die einzelnen Stufen kommen jeweils nur alle vier Tage. Und wenn sie kommen, teilen wir die einzelnen Klassen noch mal in drei Gruppen auf, sodass maximal zehn Schüler gleichzeitig in einer Gruppe sind.

Da wir dreizügig sind, werden also immer neun unterschiedliche Gruppen an einem Tag anwesend sein. Die Gruppen kommen zu unterschiedlichen Zeiten und nutzen verschiedene Eingänge und Teile der Schule. Außerdem gibt es Abstandsanzeiger.

Nun sind Kinder im Grundschulalter nicht unbedingt dafür bekannt, dass sie besonders diszipliniert sind...

Wir haben relativ breite Flure und auch mehr Aufsichtspersonal vor Ort als im Normalbetrieb. Ich bin zuversichtlich, dass das klappen wird. Das gilt auch für die Pausen auf dem Schulhof. Natürlich werden wir auch im Unterricht die besondere Situation ansprechen. Auch der Offene Ganztag soll ja dann für die Schüler wieder öffnen, die an dem Tag Unterricht haben.

Jetzt lesen

Gab es in den vergangenen Wochen eine Betreuung der Schüler Ihrerseits?

Wie alle Schulen haben wir die Schüler mit Aufgaben versorgt. Wie viel Rücklauf da kommt, hängt natürlich auch immer von der persönlichen Situation der Kinder zu Hause ab. Wenn jemand nur am Küchentisch im allgemeinen Familientrubel seine Aufgaben erledigen kann, wird es schwierig. Ich gehe davon aus, dass viele Kinder einen hohen Nachholbedarf haben.

Stichwort häusliche Gewalt in Corona-Zeiten. Hören Sie in der Richtung etwas?

Nein, das ist natürlich aus der Distanz schwierig. Aber wenn es wieder losgeht, werden für alle Kinder, die Hilfe brauchen, auf jeden Fall auch unsere Schulsozialarbeiter bereitstehen.

Wie sieht es mit der Sauberkeit und Hygiene an der Reichshof-Grundschule aus?

Darum kümmert sich der Schulträger, also die Stadt Dortmund, und ich kann sagen: Das läuft gut.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt