Dortmunder Handwerk von Corona-Krise „mit voller Wucht erfasst“

Coronavirus

Fast kein Lebensbereich ist nicht betroffen von der Corona-Krise. Auch das Handwerk in Dortmund spürt die Auswirkungen - wenn auch in sehr unterschiedlichem Maße.

Dortmund

26.03.2020, 14:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vor allem das Lebensmittel-Handwerk ist von der Corona-Krise betroffen.

Vor allem das Lebensmittel-Handwerk ist von der Corona-Krise betroffen. © dpa

Die Corona-Krise hat das Handwerk mit voller Wucht erfasst, gerade auch im Kammerbezirk Dortmund, berichtet die Handwerkskammer. Jeder zweite Betrieb in Nordrhein-Westfalen – 47 Prozent – sei von den Auswirkungen betroffen. „Im Kammerbezirk sind es 36 Prozent“, teilt die Kammer mit.

Am stärksten trifft die Krise demnach das Lebensmittelhandwerk. Hier berichten bereits rund drei Viertel der Betriebe von negativen Auswirkungen.

Das hat eine Blitzumfrage der Dachorganisation Handwerk.NRW mit dem Westdeutschen Handwerkskammertag (WHKT) ergeben, an der landesweit 5.548 Unternehmen - 788 aus dem Kammerbezirk Dortmund - in den vergangenen Tagen teilgenommen haben,

Jetzt lesen

Am besten hält sich nach der Umfrage zunächst noch das Bauhauptgewerbe, wo aktuell erst 21 Prozent der Unternehmen Beeinträchtigungen verspüren. Da die Krise dynamisch voranschreitet, spiegelt die Umfrage der vergangenen Tage zwar nicht den „Stand heute“ wider. Sie zeige aber trotzdem schon, dass das Handwerk weitreichend betroffen ist von der Corona-Krise, bilanziert die Kammer.

19 Prozent der befragten Handwerksfirmen aus dem Kammerbezirk Dortmund antworteten, sie seien aktuell bereits stark oder gar sehr stark von nachlassender Nachfrage und Umsatzrückgang erfasst.

Sorgen um Liquidität

Ein drohender Liquiditätsengpass ist das von den Unternehmen aller Branchengruppen des Handwerks am häufigsten genannte Problem. 49 Prozent der befragten Firmen sehen für die nahe Zukunft Zahlungsschwierigkeiten voraus. 40 Prozent erwarten Kurzarbeit – insbesondere das Baugewerbe, die Zuliefer-Unternehmen und größere Lebensmittelbetriebe. 37 Prozent erwarten einen erhöhten Kreditbedarf.

„Wir befinden uns in einer nie dagewesenen Ausnahmesituation, die uns alle vor besondere Herausforderungen stellt“, sagt Kammer-Präsident Berthold Schröder. „Gleichzeitig möchte ich allen Handwerkerinnen und Handwerkern im Kammerbezirk Dortmund Mut machen, dass sie in der aktuellen Lage nicht alleine gelassen werden.“

Lob für Landesprogramm

Die Landesregierung habe mit der Verabschiedung des 25-Milliarden-Euro- Hilfspaketes bewiesen, dass sie den Ernst der Lage erkannt habe und jetzt rasch und beherzt handeln werde, erklärt Schröder. Zusätzlich würden die Handwerkskammern dabei unterstützen, das wirtschaftliche Leben so gut es geht aufrechtzuerhalten. Die Berater der Handwerkskammer Dortmund stünden telefonisch oder per Mail für alle Fragen zur Verfügung.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt