Dortmunder helfen in der Corona-Krise Menschen in Plovdiv und im Kongo

hzCoronavirus in Dortmund

Die Corona-Krise verändert Deutschland. Doch in vielen anderen Ländern sind die Auswirkungen noch heftiger als hier. Zwei Beispiele dafür, wie Dortmunder dabei helfen, das zu verändern.

Dortmund

, 28.04.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Coronavirus-Pandemie ist ein weltumspannendes Phänomen. Keine Region auf dem Globus bleibt verschont. Gerade Länder mit schwächerer Sozialstruktur leiden noch deutlich mehr, als es sich vom sich gerade vorsichtig normalisierenden Dortmund erahnen lässt.

Bulgarien und Kongo sind zwei solcher Länder, zu denen eine Reihe von Dortmundern seit Jahren über Projekte in Stolipinovo und Bolenge enge Kontakte pflegt. Die Sorgen um die Menschen in diesen Ländern ist groß. Deshalb gibt es verschiedene Hilfsaktionen.

Hilfe für hungernde Familien im Roma-Viertel Stolipinovo

Ende März ist die Initiative „Helft Stolipinovo“ entstanden. Das gemeinnützige Unternehmen Grünbau sammelt Spenden für das überwiegend von Mitgliedern der Roma-Gemeinschaft bewohnte Viertel Stolipinovo in der bulgarischen Stadt Plovdiv.

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Die Verbindung zwischen Stolipinovo und Dortmund ist seit einigen Jahren eng. Ein großer Teil der bulgarischen Einwanderer nach Dortmund stammt aus dem Stadtviertel, das von Armut und Diskriminierung geprägt ist. Seit einigen Jahren gibt es verschiedene Austauschprojekte, um möglichen Problemen im Vorfeld zu begegnen und die Situation in Bulgarien zu verbessern.

Zu diesen Projekten gehört die Jugendbegegnung „Radio Plovmund“, die Grünbau gemeinsam mit dem Roma-Jugend-Club in Stolipinovo seit 2018 pflegt. In den vergangenen Wochen erreichten die Dortmunder viele Informationen, die Sorgen bereiten. Stefan Blank, Koordinator der Auslandsaktivitäten von Grünbau, berichtet von Familien, die hungern.

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„Städte sind komplett abgeriegelt, kleine Verkaufsstände wurden geschlossen. Die Polizei führt regelmäßig Razzien in den Roma-Vierteln durch“, sagt Stefan Blank.

Die Diskriminierung, die Roma ohnehin schon in Bulgarien erfahren, verstärke sich durch die Corona-Beschränkungen zusätzlich. Zudem verlören viele Menschen ihre Jobs und könnten sich kein Essen mehr leisten.

Direktspenden sind „ein Tropfen auf den heißen Stein“

„Helft Stolipinovo“ ruft deshalb zu Direktspenden auf, mit denen Essenspakete für bedürftige Familien ermöglicht werden. „Es ist ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagt Stefan Blank. Für 1000 Euro könnten sich rund 100 Familien eine halbe Woche lang mit Grundnahrungsmitteln versorgen.

Auf Probleme besonderer Natur treffen gerade auch die Menschen, die sich über die evangelische Kirche für Menschen in der Demokratischen Republik Kongo einsetzen.

In der Region Bolenge gibt es ebenfalls bereits Coronavirus-Infektionen. Erschwert wird die Situation durch die schwierige Aufklärung und die mangelnde Versorgung mit Hygiene- und Schutzmaterial. Mediziner vor Ort sprechen von einer großen Gefahr. Kongo hat gerade erst eine Ebola-Epidemie hinter sich gebracht.

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