Dortmunder Landwirt zwischen Corona-Einschränkungen und Dürre-Angst

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Allein auf dem Feld, allein im Stall – Landwirte können fast unberührt von Corona-Schutzmaßnahmen arbeiten. Bauer Manfred Budde aus Westerfilde erwartet trotzdem eine harte Zeit.

Westerfilde

, 26.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Pflügen, Säen, Düngen – keine der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus schränken Bauer Manfred Budde in seiner Arbeit ein. Nur in einem Aspekt ist der Westerfilder Landwirt von Corona-Maßnahmen betroffen: Die Pferdebesitzer, die ihre Tiere in Buddes Stall untergebracht haben, müssen ihren Besuch dokumentieren, um später eine mögliche Infektionskette rekonstruieren zu können.

Davon abgesehen spüren die Mitglieder des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Dortmund-West sogar eine gesteigerte Wertschätzung ihrer Arbeit und heimischer landwirtschaftlicher Produkte.

Mehr Wertschätzung für Landwirte

Davor hatten sich Budde und seine Kollegen in der Diskussion um Bienen-Sterben und Industrialisierung der Landwirtschaft ziemlich bedrängt gefühlt. Ihm und den anderen Landwirten könnte es jetzt also gut gehen. Doch die Sorgen sind erdrückend.

Der dritte Dürre-Sommer nacheinander steht bevor. „Wir müssen mit Ertragsausfällen rechnen“, sagt Budde, der viele Jahre der Vorsitzende des Ortsverbandes war.

Obwohl es schon lange nicht mehr geregnet hat, sieht es in Dortmund noch ganz gut aus. „Der Boden hier ist sehr lehmig, und kann Wasser länger halten“, so Budde. Langfristig werden sich die Bauern aber umstellen müssen, zum Beispiel bei der Feldarbeit.

Mit Greening gegen das Austrocknen des Bodens

So verzichtet Budde bereits bei mehreren seiner Äcker auf das Pflügen. Das soll das Austrocknen des Bodens hemmen. Außerdem könnte das sogenannte „Greening“ bald auf mehr Feldern Anwendung finden.

Beim Greening sorgt der Bauer dafür, dass auf dem Feld immer etwas wächst, es also immer grün ist und nicht wochen- oder monatelang lang brach liegt.

Gerste oder Weizen könnte man dann auf einem Feld aussähen, auf dem zum Beispiel bereits Klee wächst. Dessen Wurzeln haben den Boden bis dahin dann fest und feucht gehalten.

Fährt man an den Feldern in Westerfilde vorbei, fällt eines auf: Auf den meisten wächst Gras, kaum klassische Feldfrüchte. Ein noch junger Trend, den Budde erklären kann: „Stallbesitzer und Reitervereine ernten es als Futter für die Pferde.“

Der zweite Gras-Schnitt wird mau

Auch hier erwartet Budde ein Dürre-Problem. Jetzt steht das Gras noch hoch und satt grün, weil es dank des Taus am Morgen noch genug Wasser gibt. Dieses Gras wird bald geschnitten. Für den zweiten Schnitt im Sommer wird es kaum noch Wasser geben.

Trotzdem ist Budde kein Fan eines Vorschlags, den jetzt der WWF gemacht hat. Der fordert nämlich, dass angesichts der zunehmenden Dürre Entwässerungs-Systeme in der Landwirtschaft zurückgebaut werden sollen. Dazu sagt Budde: „Unsere Gräben entwässern auch die Straßen. Wenn es mal regnet und wir haben die Gräben nicht mehr, ist sofort Land unter.“

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