Dortmunder Neonazis stehen bei Demonstration in Kassel 10.000 Gegendemonstranten gegenüber

Nach Mord an Walter Lübcke

In Kassel haben 120 Rechtsextreme demonstriert, darunter auch Dortmunder Mitglieder der Partei Die Rechte. Nahe des Büros des ermordeten Politikers Walter Lübcke trafen sie auf Gegenprotest.

Dortmund

20.07.2019 / Lesedauer: 2 min
Dortmunder Neonazis stehen bei Demonstration in Kassel 10.000 Gegendemonstranten gegenüber

Gegen eine Kundgebung der Neonazi-Partei Die Rechte sind in Kassel 10.000 Menschen auf die Straße gegangen. Auch führende Dortmunder Rechtsextreme waren in der hessischen Stadt. © dpa

In Kassel standen 10.000 Gegendemonstranten rund 120 Teilnehmern einer rechten Kundgebung gegenüber. Die Partei Die Rechte hat ihren Sitz in Dortmund. Mehrere Mitglieder der Neonazi-Szene mit Schwerpunkt in Dorstfeld sitzen im Vorstand der Partei. Sie protestierten gegen eine angebliche mediale Vorverurteilung im Zusammenhang mit der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke.

Der CDU-Politiker war am 2. Juni in seinem Haus im Landkreis Kassel erschossen worden. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Der 45-jährige Stephan E. hatte die Tat gestanden und dann sein Geständnis widerrufen.

31 Festnahmen bei der Großdemonstration in Kassel

Trotz eines Großaufgebotes der Polizei kamen sich Rechtsextreme und Gegendemonstranten zeitweise bis auf wenige Meter nahe. Flaschen flogen, es gab Gerangel mit Einsatzkräften.

Laut Polizei wurden 31 Personen zeitweise fest- oder in Gewahrsam genommen, unter anderem wegen Verstößen gegen das Vermummungsverbot und das Waffengesetz und wegen Zeigens verfassungswidriger Symbole.

Der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange hatte gegenüber dem Westdeutschen Rundfunk erklärt, dass es im Vorfeld Kontakt zwischen den Behörden in Dortmund und in Kassel gegeben hatte.

(mit Material von dpa)

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