OB-Kandidat schlägt Zusammenlegung dreier Flughäfen der Region vor

hzFlughafen Dortmund

Thomas Westphal, Oberbürgermeister-Kandidat der SPD, hat in einer Gesprächsrunde für einen „westfälischen Flughafenverbund“ plädiert. Sein Vorschlag stieß auf Kritik bei den anderen Parteien.

von Niko Wiedemann

Dortmund

, 22.05.2020, 19:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Dortmunder Flughafen blieb nicht von der Corona-Krise verschont. Nach Jahren des Aufwärtstrends sind die Fluggastzahlen auf ganzer Linie eingebrochen, zwei Drittel der 450 Mitarbeiter sind derzeit nur noch in Kurzarbeit beschäftigt.

Wie kommt der Dortmunder Airport wieder aus der Krise? Dieser Frage haben sich am Montag (18.5.) die Oberbürgermeister-Kandidaten von SPD, CDU, Grünen, FDP und der Linken gestellt. Anlässlich der Kommunalwahl am 18. September hatte die Gewerkschaft Verdi zusammen mit den Betriebsräten der Stadtwerke, DEW21 und dem Flughafen eine Diskussionsrunde veranstaltet.

Kandidaten fordern Hilfe vom Staat

Thomas Westphal, OB-Kandidat der SPD und Vorsitzender der Wirtschaftsförderung Dortmund, warb angesichts der prekären Lage des Dortmunder Flughafens für staatliche Mittel aus dem sogenannten Wirtschaftsstabilisierungsfonds.

„Nur mit Krediten wird es jetzt schon nicht mehr gehen“, sagte Westphal in der Gesprächsrunde. Auch Andreas Hollstein (CDU), Daniela Schneckenburger (Grüne) und Utz Kowalewski (Linke) forderten staatliche Hilfe.

Michael Kauch (FDP) begrüßte die Ankündigung der Landesregierung, dass es Kreditbürgschaften für Flughäfen geben soll. Daniela Schneckenburger sprach sich neben Staatshilfen für ein tragfähiges Wirtschaftskonzept aus, das auch klimapolitische Ziele berücksichtigt.

Westphal wirbt für westfälischen Flughafenverbund

Mit einem anderen Vorschlag sorgte SPD-Kandidat Westphal für hitzige Diskussionen: „Wir haben drei Flughäfen in regionaler Nähe, die alle ihre Leistungskraft nicht richtig entfalten können. Deswegen liegt es nahe, darüber nachzudenken, wie man die zu einem westfälischen Flughafen zusammenbaut“, erklärte er. Sein Vorschlag sieht vor, dass sich die Flughäfen Dortmund, Paderborn und Münster ihre Geschäftsfelder künftig untereinander aufteilen.

FDP-Mann Kauch kritisierte den Vorschlag. Es sei fraglich, ob die Gesellschafter der anderen Flughäfen dem Vorschlag zustimmen würden. „Der Dortmunder Flughafen muss grundsätzlich auch in der Lage sein, alleine zu überleben“, forderte Kauch. Auch CDU-Kandidat Andreas Hollstein hielt den Vorschlag für unrealistisch. Er gab zu bedenken, dass die Fixkosten auch im Falle eines Zusammenschlusses bei den einzelnen Flughäfen bleiben würden.

Nur der Linken-Kandidat Utz Kowalewski begrüßte den Vorstoß Westphals. Ein Zusammenschluss erlaube es den Flughäfen, ihre Geschäftsfelder so aufzuteilen, dass sie sich nicht gegenseitig Konkurrenz machen. So könne verhindert werden, dass an den Flughäfen die Preise sinken. „Es geht darum, dass man nicht im Wettbewerb gegeneinander, sondern im Verbund miteinander versucht, kostendeckend zu arbeiten“, so Kowalewski.

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