Dortmunder Pizzabäcker stellt sich in Venedig internationaler Konkurrenz

hzPizzawettbewerb

Seine Fans hat Salvatore Mandellino längst überzeugt, dass er die beste Pizza macht. Jetzt macht er den nächsten Schritt, er will internationalen Ruhm erringen.

Lütgendortmund

, 24.11.2019, 13:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Lütgendortmund kann man in vielen Restaurants Pizza essen. Salvatore Mandellinos Pizzeria „Mr. Pizza“ an der Provinzialstraße/ Ecke Holtestraße kann man von außen nicht ansehen, dass darin neapolitanische Pizza der Spitzenklasse angeboten wird. Ein klassischer Geheimtipp eben.

Doch Salvatore Mandellino ist längst überregional bekannt. Das liegt an seinem Essen aber auch an seiner Aktivität im Internet. „Ich bin in allen Facebook-Gruppen, in denen es um Pizza geht“, sagt der Pizzabäcker, Pizzaiuolo in der Landessprache.

Mitglied der Pizza-National-Mannschaft

Dank dieser Aktivität wurde Salvatore Mandellino (41) im vergangenen Jahr in die deutsche Pizza-National-Mannschaft berufen, und auf diesem Wege drängten ihn seine Fans, an dem Wettbewerb „Pizza Stellate“ (Sterne-Pizza) teilzunehmen. Bei der Pizza-WM hatte eine Teilnehmerin mit Salvatore Mandellinos Teig den siebten Platz erreicht.

Zu diesem Wettbewerb treten italienische Pizza-Bäcker sowie internationale Vertreter an. Die Konkurrenz ist dementsprechend stark. Und Salvatore Mandellino ging mit einem mulmigen Gefühl an diese Herausforderung heran.

Jetzt lesen

Erfolgreich „Likes“ gesammelt

Mulmig deshalb, weil in den ersten beiden Runden des Wettbewerbs die Bäcker nicht an ihren Produkten gemessen werden. In Runde eins musste Salvatore Mandellino im Internet „Likes“ sammeln – mit Erfolg. In der zweiten Runde musste er sieben Juroren schriftlich Lust darauf machen, seine Kreation zu probieren – ebenfalls mit Erfolg.

Dortmunder Pizzabäcker stellt sich in Venedig internationaler Konkurrenz

Die Arbeit an jedem Morgen: Salvatore Mandellino portioniert den Pizzateig. © Holger Bergmann

Am 2. und 3. Dezember darf er nun endliche seine Pizza vor Publikum backen. In Venedig – nicht dem Touristen-Vendig, der momentan überfluteten Lagunen-Insel – sondern auf dem Festland.

Selbstgemachte Artischocken-Creme

Die Pizza, die er dort zubereiten wird, hat noch keinen Namen, aber viele Zutaten. Im Mittelpunkt steht eine selbst entwickelte Artischocken-Creme. Dazu kommen Mozzarella, Artischocken, Oliven und Kapern. Basilikum-Blätter und Chilifäden sorgen dann für die ansprechende Optik.

Pizza ist in Italien eine Frage der Ehre. Salvatore Mandellino hat der Jury eine neapolitanische Pizza angekündigt, „und die wissen, worauf sie achten müssen“, meint der in Dortmund geborene Sohn echter Neapolitaner, der seit 1996 in Lütgendortmund seine Pizzeria betreibt.

Knusprig und locker muss der Teig sein

Und neapolitanische Pizza ist ein kompliziertes Meisterwerk. „Der Teig mus gleichzeitig knusprig, locker und weich sein“, so Mandellino.

Der Pizzaiuolo geht mit einem Hintergedanken nach Venedig. Durch die Teilnahme erhofft er sich die Kontaktaufnahme zur „Pizzawebschool“. Bei der laut Salvatore Mandellino staatlich anerkannten Berufsschule könne man Lehrgänge besuchen, an deren Ende ein mit dem deutschen Meistertitel vergleichbarer Abschluss wartet. Davon träumt Salvatore Mandellino.

Jetzt lesen

Seine Fans allerdings träumen von leckerer Pizza und müssen am 2. und 3. Dezember nicht darauf verzichten. „Meine Mitarbeiter sind ja da“, verspricht Salvatore Mandellino.

Mit dem Auto nach Venedig

Bis dahin plant er die Anreise. Das wird nicht so einfach, weil er seine Zutaten mitnehmen wird. Eine Flugreise kommt nicht infrage. „Ich möchte nicht erleben, wenn die Zollbeamten die Artischocken-Creme entdecken oder sie den Teig für Plastiksprengstoff halten.“

Deshalb wird es wohl mit dem Auto in den Süden gehen. Kein Problem, denn er wird nicht alleine fahren. Ein befreundeter Pizza-Bäcker aus Krefeld hat es ebenfalls in die Endrunde geschafft und hat nun den gleichen Weg.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt