Dortmunder sollen online Karten für illegale Corona-Party verkauft haben

Coronavirus

Dortmunder haben eine umstrittene Party mit fast 140 Besuchern gefeiert. Eine Geburtstagsfeier war angekündigt, doch es kamen auch fremde Menschen, die Karten übers Internet gekauft hatten.

Dortmund

, 06.10.2020, 10:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
In Bochum ermittelt das Ordnungsamt aktuell zu einer offenbar illegalen Corona-Party.

In Bochum ermittelt das Ordnungsamt aktuell zu einer offenbar illegalen Corona-Party. © Dean Machala (Unsplash)

In Dortmunds Nachbarstadt Bochum gibt es Ärger um den bekannten Innenstadt-Club Untergrund. Am Samstagabend (3.10.) haben einem Bericht der WAZ zufolge 136 Personen dort eine Party gefeiert - nach Corona-Regeln war sie illegal.

Anders als einer der Veranstalter behauptete, war dem Ordnungsamt keine Anmeldung der Party bekannt, wie Sprecherin Charlotte Meitler gegenüber unserer Redaktion mitteilt. Die Stadtverwaltung habe erst am Montagabend nach dem Event von dem Vorwurf erfahren und will den Vorgang jetzt prüfen. Welche Konsequenzen die Organisatoren, Besucher und Vermieter jetzt befürchten müssen, sei noch nicht klar.

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Die Organisatoren sollen in Dortmund wohnen und Eintrittskarten übers Internet an Fremde verkauft haben. „Bringt den Unkostenbeitrag passend mit. Wenn euch jemand fragen sollte, es ist ein Geburtstag, das sind Unkosten, nichts weiter als das“, zitiert die WAZ einen der Organisatoren. Es könne durchaus sein, dass auf der Tanzfläche kein Mundschutz bei zu wenig Abstand getragen wurde: „Ja, vielleicht sind wir etwas leichtsinnig gewesen“, heißt es.

Der Club Untergrund wirbt damit, die Räume für private Feiern mit bis zu 150 Personen zu vermieten. Unter anderem ist im Internet zu lesen: „Bock auf ne fette Fete?“ Das Team kümmere sich um alle städtischen Genehmigungen, steht da. Doch es wird auch betont, dass das nur zu „besonderen Anlässen“ möglich ist. Für eine Stellungnahme waren die Betreiber bis Dienstagabend, 18.30 Uhr, nicht zu erreichen.

Facebook-Seite war erst zu Beginn der Corona-Ausbreitung erschienen

Die Gruppe, die nach Informationen unserer Redaktion hinter der Party steht, hat nach einer (unbeantworteten) Anfrage offenbar ihre Facebook-Seite gelöscht. Sie war erst Anfang März dieses Jahres, also fast zeitgleich mit Beginn der Coronavirus-Ausbreitung in Nordrhein-Westfalen, ins Leben gerufen worden.

Das Instagram-Profil der „Initiative“ ist nur mit Erlaubnis des Seiten-Inhabers einsehbar. Rund 950 Personen sind Abonnenten dieser Seite. Öffentlich lesbar steht da nur, man sei „im Auftrag unterwegs, die Afterhour zu bewahren“. Dieser Begriff bezeichnet die Zeit am frühen Morgen, in der noch getanzt wird, nachdem andere Party-Locations schon geschlossen haben.

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