Optisch erinnert dieser Corona-Schnelltest an die handelsüblichen Schwangerschaftstests aus der Drogerie. Dort und in Apotheken und Supermärkten soll es den Test bald zu kaufen geben. © dpa-tmn
Corona-Schnelltests

Dortmunder Supermärkte und Drogerien wollen bald Corona-Tests anbieten

Corona-Schnelltests soll es demnächst nicht nur in Apotheken geben, sondern auch beim Discounter und der Drogerie um die Ecke. Ein Anbieter hat sogar nun einen Starttermin für den Verkauf genannt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn überraschte am Donnerstag (25.2.) mit einer Aussage im ZDF-Morgenmagazin: Corona-Schnelltests für Laien soll es in den kommenden Wochen nicht nur in den Apotheken, sondern auch flächendeckend in den Drogerien und Supermärkten des Landes geben.

Eine Überraschung war das auch für Michael Mantell, den Chef der Hörder Stifts-Apotheke und Sprecher des Dortmunder Apothekerverbands. „Seit drei Wochen liegen bei uns und in anderen Apotheken bereits die Corona-Schnelltests auf Lager und wir warten weiterhin auf die Zulassung der jeweiligen Produkte, sodass wir schnell einen Verkauf starten können“, so Mantell.

Dass nun auch abseits von Apotheken diese Tests verkauft werden sollen, hält der Apotheker aber generell nicht für verkehrt. „In der jetzigen Situation kann man dankbar für alles sein, was verfügbar ist und etwas an Sicherheit bringt. Wenn jetzt die Discounter als Mitbewerber auf den Plan treten, dann ist das nicht schlecht. Konkurrenz belebt schließlich das Geschäft“, erklärt Mantell.

Preiskampf wird erwartet

Problematisch sei hingegen, wenn künftig Menschen ihre Tests beim Discounter einkaufen und bei Problemen damit dann doch wieder die Apotheken für Rat konsultieren.

Laut dem Apotheker würden die neuen Anbieter außerdem dazu führen, dass man bei der Preisgestaltung reagieren müsse: „Wenn ich nun für einen Test 4,70 Euro im Einkauf bezahle und zum Beispiel Aldi den Test für 4,99 Euro den Endkunden anbietet, muss ich sehen, dass ich nicht auf den Waren sitzen bleibe.“

Noch ist unklar, wie teuer die Supermarkt-Tests sein werden und wie groß das Angebot sein wird. Klar ist aber bereits, welche Filialisten in Dortmund Schnelltests verkaufen werden.

Gespräche mit Herstellern laufen

Die Drogerie-Kette dm kündigt einen möglichen Verkaufsstart für den 9. März (Dienstag) an. Der Antigen-Schnelltest von der Marke Boson wird von Technomed vertrieben. Die Abgabemenge pro Kunde soll limitiert werden. Auf wie viele Packungen und was die Tests kosten sollen, ist noch nicht bekannt. Sobald die nächsten Zulassungen erfolgen, will dm weitere Schnelltests anbieten.

Auch bei Müller arbeitet man bereits daran, erste Lieferungen von Schnelltest-Anbietern zu bekommen. „Sobald die Anbieter liefern können, wird es Tests in unsere Filialen geben“, sagt Nadja Gerring, Sprecherin der Drogeriemärkte.

Beim Mitbewerber Rossmann will man hingegen erst einmal die weiteren Entwicklungen abwarten, wie Unternehmenssprecherin Tracy Wiafe auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt. Bis dahin könne man momentan keine näheren Aussagen machen.

Auch in den Dortmunder Edeka-Supermärkten soll es Corona-Tests zu kaufen geben, wie Unternehmenssprecherin Kerstin Holla in Aussicht stellt. „Wir planen ein Angebot zum Kauf von Schnelltests für Kunden in unseren Märkten“, sagt Holla.

Test bei Rewe, Penny und Aldi

Discounter Aldi kündigte an, ab Samstag (6.3.) gebe es Selbsttests an der Kasse zu kaufen: maximal eine Packung pro Kunde, darin enthalten fünf Tests zum Gesamtpreis von etwa 25 Euro. Erkennungsrate laut Aldi: 96 Prozent.

Gleiches gilt laut Unternehmenssprecher Thomas Bonrath für die Dortmunder Märkte von Rewe und Penny.

Auf Anfrage der Redaktion äußerte sich ebenso der Discounter Netto. Auch dort prüfe man die Möglichkeit eines baldigen Schnelltest-Angebots. Eine Anfrage unserer Redaktion beim Discounter Lidl blieb bisher unbeantwortet.

Hinweis: Wir haben diesen Artikel am 1. März um 12.30 Uhr sowie am 3. März um 21:15 Uhr im Hinblick auf den voraussichtlichen Verkaufsbeginn bei dm sowie bei Aldi aktualisiert.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Fabian Paffendorf, Jahrgang 1978, kam 2003 zum Journalismus. Ursprünglich als Berichterstatter im Bereich Film und Fernsehen unterwegs, drehte er kleinere Dokumentationen und Making-Of-Berichte für DVD-Firmen. In diesem Zusammenhang erschienen seine Kritiken, Interviews und Berichte in verschiedenen Fachmagazinen und bei Online-Filmseiten. Seit 2004 ist der gebürtige Sauerländer im Lokaljournalismus unterwegs. Für die Ruhr Nachrichten schreibt er seit Herbst 2013.
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