Dortmunder warten eine Woche lang aufs Coronavirus-Testergebnis

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An der Coronavirus-Diagnostikstelle in Dortmund war es am Mittwoch regelrecht leer. Doch bei der Auswertung der Abstriche hakt es. Auf ein Detail sollten die Getesteten vor Ort besonders achten.

Dortmund

, 02.04.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr als 2500 Dortmunder haben sich bislang mit Verdacht auf das Coronavirus testen lassen. Einige von ihnen warten seit einer Woche auf ihre Testergebnisse. Das führt zu Verunsicherung, die Verantwortlichen sprechen von Engpässen. Hier sind die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

? Wer kann sich aktuell auf das Coronavirus testen lassen?

Zu Beginn der Virus-Ausbreitung wurde betont, nur wer Verbindungen zu bereits positiv Getesteten oder Menschen aus Risikogebieten hat, solle sich testen lassen. Dann kamen alle Dortmunder hinzu, die typische Covid-19-Symptome wie Fieber und trockenen Husten haben.

Am Mittwoch (1.4.) gab es neue, aber widersprüchliche Aussagen: Auch wer keinerlei Symptome hat, aber in einem sensiblen Beruf mit viel Kontakt zu anderen Menschen arbeitet, werde jetzt getestet, sagte Dr. Prosper Rodewyk von der Kassenärztlichen Vereinigung. Die Stadtverwaltung dementiert das. „Hier wird niemand weggeschickt“, heißt es jedoch vom Sicherheitspersonal an der zentralen Diagnostikstelle am Klinikum Nord. Anders als zum Ende der vergangenen Woche gab es am Mittwochmittag keinerlei Wartezeit am Zugang zum Gelände.

? Wo ist der Test möglich?

Die zentrale Anlaufstelle besteht aus Zelten und Containern an der Nordseite des Klinikums Nord, erreichbar über die Beethovenstraße. Sie ist geöffnet montags bis freitags von 8.30 bis 19 Uhr und am Wochenende von 10 bis 15 Uhr. Trotzdem führen einzelne Hausärzte auch weiterhin Tests in ihren Praxen durch.



„Bei uns haben wir die Möglichkeit, dass sich Patienten am Fenster melden und direkt in ein Isolationszimmer gehen“, sagt etwa Dr. Prosper Rodewyk, Facharzt für Innere Medizin. Sein Angebot ist aber nur an Menschen gerichtet, die bei ihm bereits Patienten sind. Coronavirus-Verdachtsfälle dürfen nicht in Kontakt mit anderen Menschen kommen. Das funktioniert bei vielen Hausärzten allein räumlich nicht.

? Warum sind bislang nie mehr als 250 Dortmunder pro Tag getestet worden, obwohl es deutlich mehr Kapazitäten geben soll?

Wer sich testen lassen wollte, habe in den vergangenen Tagen auch einen Abstrich bekommen, sagt Anke Widow, Sprecherin des Gesundheitsamtes: „Das hat mit der Laborkapazität gar nichts zu tun.“ Die liege in Dortmund inzwischen bei 1200 Tests pro Tag, darin seien aber auch Aufträge aus anderen Städten enthalten. Es seien offenbar schlicht nicht mehr Personen zur Testung gekommen. Allerdings hakt es in den Laboren gerade.

? Wie lange muss man auf das Testergebnis warten?

Laut Dr. Prosper Rodewyk dauert die Mitteilung des Testergebnisses aktuell bis zu einer Woche. So lange sollen die Verdachtsfälle in häuslicher Quarantäne bleiben.

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Die Wartezeit sei im Diagnosezentrum am Klinikum Nord nicht so lang - sie trete eher bei Patienten auf, die sich in einer Hausarztpraxis testen ließen. Es seien nicht für alle Anlaufstellen dieselben Labore zuständig.

? Wo liegen die Probleme?

„Die Materialien für die Auswertungen waren vergriffen“, sagt Rodewyk zu den Verzögerungen: „Die ganze Welt testet jetzt.“ Die Ärzte tragen tagelang dieselben Schutzanzüge und -masken, obwohl man sie viel häufiger wechseln sollte. Inzwischen habe die NRW-Landesregierung verfügt, dass auch tiermedizinische Institute bei Coronavirus-Tests mithelfen.

Außerdem sind andere, ganz praktische Probleme aufgetreten. „Sie müssen auch jemanden haben, der 2000 Leute anruft oder ihnen E-Mails schreibt“, so Prosper Rodewyk. Er selbst habe etwa am Samstag neue Ergebnisse übermittelt bekommen. Die wenigen positiven Fälle habe er persönlich sofort angerufen, Mitteilungen über negative Bescheide gingen dann erst am Montag raus.

? Worauf sollte man sonst achten?

Dortmunder berichten unserer Redaktion, sie hätten ihre Testergebnisse nicht bekommen, weil Kontaktdaten falsch notiert wurden. Es schadet sicherlich nicht, die Daten mit dem Test-Personal abzugleichen.

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