Zoo Dortmund

Dortmunder Zoo nimmt fast blindes Tier aus einer Beschlagnahmung auf

Der Dortmunder Zoo hat Zuwachs bekommen. Das neue Tier wurde bei einem Polizeieinsatz entdeckt und ist fast blind. Der illegale Handel mit dieser Tierart ist nicht selten.
Der Dortmunder Zoo hat Zuwachs bekommen. Die Zwergplumploridame Rosi stammt aus einer Beschlagnahmung. © Zoo Dortmund/Marcel Stawinoga

Der Zoo Dortmund hat ein neues Tier aufgenommen. Es ist bereits das zweite seiner Art im Zoo, das aus einer Beschlagnahmung stammt.

In einem Vogelkäfig gehalten

Laut der Stadt Dortmund wurde der Zwergplumplori – eine Primatenart – nur zufällig im Jahr 2021 von der Polizei entdeckt. Eigentlicher Anlass des Einsatzes war eine Verhaftung in einer Kasseler Wohnung. Dabei fanden die Beamten das Tier in einem zugedeckten Vogelkäfig.

Um was für eine Primatenart es sich handelt, war zu diesem Zeitpunkt nicht klar. Der Veterinärdienst sowie die Abteilung für internationalen Artenschutz des Regierungspräsidiums in Kassel wurden hinzugezogen. Für das Tier fehlten die Papiere.

Rosi hatte Probleme mit den Augen

Die Primatin wurde mit sogenanntem Sofortverzug beschlagnahmt und erstmal in der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen tiermedizinisch versorgt. Das Tier wies eine deutliche Hornhauttrübung sowie Grauen Star auf. Ein Grund dafür könne eine falsche und zu zuckerreiche Ernährung über Jahre hinweg sein, heißt es in einer Mitteilung des Zoos. Durch eine Augenoperation verbesserte sich die Sehkraft der Primatin jedoch.

Die Zwergplumploris sind in der Kennenlernphase

Das zuständige Tierpflege-Team im Dortmunder Zoo taufte sie auf den Namen „Rosi“. Rosi wohnt nun im Plumplori-Gehege im Regenwaldhaus „Rumah hutan“. Hier lernt sie die anderen Zwergplumploridamen Helene und Marlene am Gitter kennen.

Das Männchen Flori ist erstmal in ein Gehege „hinter den Kulissen“ gezogen, damit die anderen drei sich in Ruhe kennenlernen können. Doch auch er soll bald ins Regenwaldhaus zurückkehren. Wenn sich alle vier gut verstehen, sollen sie künftig zusammen das Gehege bewohnen. Der Gehegekomplex könne aber auch dauerhaft in drei Anlagen geteilt werden, heißt es vom Zoo.

Nach ein paar Wochen im Zoo Dortmund habe Rosi sich nun schon gut eingelebt und das trotz ihrer Augenprobleme.

Zwergplumploris werden häufig geschmuggelt

Rosis bisheriges Leben ließe sich nur in Teilen zurückverfolgen. Sie soll illegal von Russland nach Deutschland gebracht worden sein. Zuvor sei sie im September 2011 von Novosibirsk nach Moskau überführt worden. Wie sie aber überhaupt nach Russland kam, sei unklar, teilt der Zoo mit.

Auch Rosis zukünftiger Mitbewohner Flori stammt aus einer Beschlagnahmung. Er sei 2015 von Bangkok nach München geschmuggelt worden.

Plumploris sind weltweit unter den am häufigsten geschmuggelten und illegal gehandelten Tieren. Der Plumploris e.V., der im vergangenen Jahr auch das Gehege der Tiere umgebaut hat, engagiert sich für den Schutz und die Erforschung der Tierart und hat seinen Sitz im Dortmunder Zoo. Er vermittelte auch Rosi an den Zoo.

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