Anti-Obdachlosen-Bank wurde über Nacht verändert - Bezirksbürgermeister: „Guerilla-Aktion“

Friedrich Fuß ist Bezirksbürgermeister im Dortmunder Kreuzviertel. Als er sich für unser Foto auf der Anti-Obdachlosen-Bank niedergelassen hatte, sah sie noch so aus. © Thomas Thiel
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An einer neuen Bank im Kreuzviertel haben sich die Gemüter erhitzt: Um Obdachlose davon abzuhalten, auf ihr zu übernachten, hatte die Stadt eine zwei Jahre alte Bank durch ein Modell ersetzt, dessen Mittellehnen ein Liegen verhindern. Auslöser des Austauschs war eine Anwohner-Beschwerde wegen Lärm und Müll gewesen.

Nun hat sich das Aussehen der Bank in die Sonnenstraße erneut verändert. Am Donnerstagmorgen (29.9.) waren die beiden Mittel-Armlehnen verschwunden.

Die vier Schrauben, die sie mit der Bank verbunden hatten, wurden sauber entfernt – von wem, ist nicht bekannt. Fest steht nur: Die Stadt war es nicht. Das bestätigte die Pressestelle unserer Redaktion auf Nachfrage.

Bei Dortmunds erster Anti-Obdachlosen-Bank sind über Nacht die Mittellehnen entfernt worden. © Thomas Thiel

„Das war eine Guerilla-Aktion“, sagt Friedrich Fuß, Bezirksbürgermeister der Innenstadt-West, die der Verwaltung den Auftrag für den Bank-Austausch gegeben hatte. Er spricht von „Sachbeschädigung“, die er als Bürgermeister natürlich ablehne. Aber als Privatmensch habe er im ersten Moment gedacht: „Da hat jemand das Problem selbst gelöst.“

Nachdem unsere Redaktion über die Anti-Obdachlosen-Bank berichtet hatte, gab es massive Kritik an dem Austausch. Teilnehmende des Projekts „Jeder Straße ihre Bank“ meldeten sich zu Wort und nannten die neue Bank „menschenverachtend“. Sie hatten Demonstrationen gegen die neue Bank angekündigt und gefordert, dass die Stadt die Bügel wieder abmontiere.

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