Drei Monate nach Blutkrebs-Diagnose: Dortmunderin hofft auf Knochenmarkspende

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Im Oktober 2019 wurde bei Jolanthe Schenk Blutkrebs festgestellt. Viele Evingerinnen und Evinger wollen ihr helfen. Sogar eine Über-90-Jährige hat sich für eine Knochenmarkspende angeboten.

Eving

, 22.01.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Angestellte und Bewohner der Awo-Seniorenwohnstätte Eving am Süggelweg bangen um die Gesundheit einer ihrer beliebtesten Altenpflege-Assitentinnen. Jolanthe Schenk (58), die seit 2003 dort arbeitet, ist an Leukämie erkrankt.

„Ich war vorher immer sehr kurzatmig, habe kaum noch Luft gekriegt“, sagt sie heute, „und fühlte mich immer schnell sehr schlapp“. Zunächst habe sie dem kaum Bedeutung beigemessen und weitergearbeitet. Erst im Urlaub sei sie zum Arzt gegangen. Seine schockierende Diagnose: Blutkrebs.

Jolanthe Schenk hat zwei Chemotherapien hinter sich

Das war im Oktober 2019. Seitdem hat Jolanthe Schenk zwei Chemotherapien hinter sich und mehrere Monate im Krankenhaus verbracht. Doch die Krankheit ist nicht besiegt. Was ihr wirklich helfen würde, ist eine Knochenmarkspende. Zwar gebe es mit einem Spender aus Asien eine 70- bis 80-prozentige Übereinstimmung, aber besser wäre es natürlich, wenn der Wert noch höher läge.

Einige Mitarbeiter des Seniorenheims, vor allem die Wohnbereichsleitung, haben nun im Umfeld des Heims dafür geworben, sich bei der DKMS, einer gemeinnützigen Organisation, die sich um Spenderdateien kümmert, registrieren zu lassen. Auch Bewohner, die das mitbekommen haben, haben gefragt, ob sie helfen können. Eine Bewohnerin, die über 90 Jahre alt ist, wollte sich registrieren lassen, was aber aufgrund ihres hohen Alters nicht möglich ist.

Typisierungsaktion mit 75 Beteiligten

Schließlich fand am 8. Januar direkt in der Einrichtung in Eving eine Typisierungsaktion statt. Etwa 75 Menschen beteiligten sich daran.

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Awo-Sprecherin Cordula von Koenen sagt: „Wir hoffen sehr, dass der große Teilnehmerkreis dazu führt, dass Jolanthe Schenk oder vielleicht einem anderen erkrankten Menschen geholfen werden kann.“ Die Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Jolanthe Schenk ist vorübergehend zu ihrer Tochter Katharina Westphal (39) nach Werne gezogen. Am Tag des Pressegespräches ging es ihr dort den Umständen entsprechend gut. Sie ist auf den Beinen und hilft im Haushalt.

Allerdings steht nun ein weiterer Krankenhausaufhalt an, bei dem über das weitere Vorgehen entschieden wird. Das könne eine weitere Chemotherapie sein oder aber die ersehnte Knochenmarks-Transplantation, sofern ein Spender gefunden wird.

Jolanthe Schenk, die aus Polen stammt und seit 1989 in Deutschland lebt, bedankt sich bei den vielen Menschen, die sich haben testen lassen, und generell für die hohe Anteilnahme an ihrem Schicksal. Sie bekomme täglich einen Anruf von der Seniorenwohnstätte. Ihr größter Wunsch ist es, wieder dort arbeiten zu können. „Ich liebe meinen Beruf“, sagt sie.

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