„Dringender Tatverdacht“: Angeklagter im Schalla-Prozess bleibt in Untersuchungshaft

Landgericht Dortmund

Im Prozess um den Mord an der Schülerin Nicole-Denise Schalla wollte der Angeklagte Ralf H. aus der U-Haft entlassen werden. Die Richter erteilten seinem Wunsch jetzt eine deutliche Absage.

Dortmund, Castrop-Rauxel

, 31.10.2019, 19:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
„Dringender Tatverdacht“: Angeklagter im Schalla-Prozess bleibt in Untersuchungshaft

Der Angeklagte und sein Verteidiger Gencer Demir. © Martin von Braunschweig

Am Montag hatten die Verteidiger Christian Dreier und Gencer Demir beantragt, ihren Mandanten vorzeitig zu entlassen, weil alle belastenden Indizien ihrer Ansicht nach nicht verwertet werden dürften.

Die Anwälte halten vor allem den Umstand, dass Ralf H. im März 1999 DNA entnommen wurde, um sie in einer Straftäter-Datei zu speichern, für rechtswidrig. Und weil das so sei, dürfe auch die Tatsache, dass an der Leiche der Schülerin aus dem Jungferntal Genmaterial des Castrop-Rauxelers gesichert wurde, in diesem Verfahren nicht berücksichtigt werden.

Gericht erklärt Beweismittel für rechtens

Das Dortmunder Schwurgericht ist jedoch ganz anderer Ansicht. Bei der Entscheidung zur DNA-Entnahme sei alles mit rechten Dingen zugegangen, entschieden die Richter am Mittwoch. Damit bestehe kein sogenanntes „Beweisverwertungsverbot“ und deshalb bleibe der „dringende Tatverdacht“ gegen Ralf H. in der Welt.

Eine Fortsetzung der Untersuchungshaft sei auch nach fast anderthalb Jahren immer noch akzeptabel, weil dem Angeklagten im Falle einer Verurteilung eine hohe Haftstrafe bis hin zu lebenslanger Freiheitsstrafe drohe.

Wird es weitere Anträge der Verteidiger geben?

Ob die Verteidiger auf die Zurückweisung des Entlassungsantrags mit weiteren Anträgen reagieren, steht derzeit noch nicht fest. Vorsorglich haben die Richter aber ohnehin schon mal weitere Verhandlungstage bis Dezember anberaumt.

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