Thomas Westphal sagt, man habe sich angewöhnt, kurzfristig auf neue Corona-Regeln zu reagieren. © Stephan Schuetze (Archiv)
Coronavirus

„Dritte Welle deutlich höher“: Warum Dortmund auf neue Corona-Maßnahmen drängt

Der bisherige Rekord der Corona-Inzidenz liegt in Dortmund bei etwa 235. Der Oberbürgermeister geht davon aus, dass dieser Wert bald übertroffen wird. Deshalb fordert er neue Beschränkungen.

Etwa zur Zeit der Entscheidung, den Bau des riesigen Weihnachtsbaums auf dem Hansaplatz abzubrechen, hatte Dortmund die bis heute höchste Zahl an Corona-Infektionen innerhalb einer Woche. Die 7-Tage-Inzidenz lag damals, Anfang November, bei rund 235.

Oberbürgermeister Thomas Westphal hat am Freitag (16.4.) daran erinnert, um danach zu sagen, dass die Spitze der Stadtverwaltung aktuell davon ausgehe, „dass die dritte Welle, in der wir uns befinden, deutlich höher sein wird und möglicherweise auch länger“.

Der „Lockdown Light“ hat die Inzidenz sinken lassen

Damals, Anfang November, ist das vorherige exponentielle Wachstum der Fallzahlen durch den sogenannten „Lockdown Light“ gestoppt worden. Dortmunds Inzidenz ist gesunken und bis heute nie wieder an diese 235 herangekommen.

Eine ähnliche Verschärfung des Corona-Schutzes vermisst Westphal jetzt seitens der Landes- und der Bundesregierung. „Das, was Ostern nicht entschieden wurde und seitdem nicht getan wurde“, habe dafür gesorgt, dass man im Kampf gegen die dritte Welle zwei Wochen verloren habe.

Dortmunds offizielle Inzidenz lag am Freitag laut Robert-Koch-Institut bei 173. Noch vor einer Woche befand sie sich nur ganz knapp über der 100er-Grenze.

„Wenn man von einer dynamischen Lage sprechen will, ist das sicherlich mit Fug und Recht eine Tatsache“, sagte Krisenstabs-Chefin Birgit Zoerner zum rasanten Anstieg in den vergangenen Tagen.

Vier Tage mit sehr hohen Werten hintereinander

Von Dienstag bis Freitag (13. bis 16.4.) hatte Dortmund im Schnitt rund 207 Infektionsfälle pro Tag. Nach Berechnung der Stadtverwaltung erreicht Dortmund eine Inzidenz von 200, wenn sieben Tage lang durchschnittlich 177 Fälle auftreten, so Zoerner.

Nach Berechnung unserer Redaktion würden im Schnitt schon 169 Fälle reichen. Aber so oder so: Derzeit liegt der Durschnitt an Neuinfektionen pro Tag deutlich darüber.

Laut Stadtverwaltung wird die neue Inzidenz mit den Werten von Freitag bei 188,7 liegen – der offizielle RKI Wert wird um 0 Uhr veröffentlicht.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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