Drogendeals am Dortmunder Hafen: Rauschgifthändler kassiert empfindliche Gefängnisstrafe

hzLandgericht Bochum

Nach einer Serie von Kokaindeals rund um den Dortmunder Hafen sowie einem 20-Kilo-Haschisch-Geschäft in Schweden muss ein Rauschgifthändler ins Gefängnis.

Bochum/Dortmund

, 12.06.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein 29-jähriger Drogendealer ist am Bochumer Landgericht zu fünf Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Der zuletzt in Recklinghausen lebende Mann hatte unter anderem zugegeben, über Monate hinweg vom Dortmunder Hafen aus kiloschwere Rauschgiftgeschäfte abgewickelt zu haben.

Der Angeklagte hatte nach anfänglichem Schweigen zu Beginn des Prozesses vor der 9. Strafkammer doch noch ein weitreichendes Geständnis abgelegt. Er gab zu, zweimal mit jeweils 100 Gramm Kokain gehandelt zu haben.

Umschlagplatz für Drogendeals am Dortmunder Hafen

Als einen der Hauptumschlagplätze für den Verkauf hatte die Anklageschrift den Dortmunder Hafen genannt.

In seinem Geständnis hatte der 29-Jährige außerdem seine Verstrickung in eine „Schweden-Geschichte“ zugegeben, einen 20 Kilogramm schweren Deal mit Haschisch, der schließlich bei einer Polizeikontrolle in Schweden aufgeflogen war. Die 20 Kilogramm Rauschgift stammten ursprünglich aus Amsterdam.

Während sein Kumpel bei der Kolonnenfahrt von Helsingborg nach Stockholm (Schweden) mit den Drogen im Kofferraum aufgeflogen sei, habe er sich so gerade noch absetzen können, hatte der 29-Jährige erklärt: „Das war für mich die krasseste Situation meines Lebens.“ Erst nach der Rückreise in Deutschland war der 29-Jährige festgenommen worden.

Kronzeuge hatte die Ermittlungen angestoßen

Der 26-jährige Mitangeklagte soll seinen Freund damals erst mitsamt der 20 Kilo „Ware“ in den Niederlanden abgeholt haben. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Ruhrgebiet soll das Haschisch zwei Tage später mit dem Pkw zum Weiterverkauf nach Schweden transportiert worden sein.

Ursprünglich war auch noch ein illegales Geschäft mit fünf Litern Amphetamin-Öl angeklagt gewesen. Weil sich dieser Vorwurf am Ende auch nach Zeugenvernehmungen nicht mehr aufrecht erhalten ließ, wurde der 29-Jährige in diesem Punkt teilweise freigesprochen.

Angestoßen worden waren die Ermittlungen durch Belastungen von einem sogenannten Kronzeugen, der vor Monaten in einem eigenen Verfahren ausgepackt hatte.

Prozess gegen Mitangeklagten muss neu beginnen

Der Prozess gegen den 26-jährigen Mitangeklagten läuft am Bochumer Landgericht unter einem anderen Aktenzeichen weiter. Mit einem Urteil ist erst in einigen Monaten zu rechnen.

Weil die Richter dem Mann seine Unschuldsbeteuerungen im Prozess („Ich wusste von der ganzen Sache nichts“) nicht so ohne Weiteres abnehmen, sollen nun in einer Prozess-Neuauflage mehrere Zeugen aus Schweden vorgeladen werden.

Der nun verurteilte Hauptangeklagte soll einen Teil der Haftstrafe wegen eigener Drogenabhängigkeit in einer geschlossenen Drogen-Entziehungsanstalt verbüßen.

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