Drohen dem Fußballmuseum erstmals Verluste?

Finanzausschuss

Warum musste die Stadt für das Deutsche Fußballmuseum eine Rückstellung von 70.000 Euro als Verlustausgleich in den Haushalt 2018 einstellen? Diese Frage stellte sich im Finanzausschuss.

Dortmund

, 21.03.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Drohen dem Fußballmuseum erstmals Verluste?

Laut Vertrag teilen sich Stadt und Deutscher Fußballbund etwaige Verluste des Fußballmuseums. © Dieter Menne

Im Februar hatte der Direktor des Deutschen Fußballmuseums, Manuel Neukirchner, öffentlich in Aussicht gestellt, dass das Museum auch im Jahr 2018 schwarze Zahlen geschrieben habe. 2017 erwirtschaftete das Museum einen Überschuss von knapp 1,2 Millionen Euro. „Wir erwarten ein Ergebnis auf Vorjahresniveau“, kündigte Neukirchner für 2018 an.

Wieso aber muss dann der Kämmerer 70.000 Euro als Rückstellung für einen möglichen Verlustausgleich für 2018 nachträglich in den Haushalt einstellen? Auf Nachhaken der Grünen befasste sich am Donnerstag der Finanzausschuss des Rates mit der Frage; denn die Verträge der Stadt mit dem Deutschen Fußballbund sehen vor, dass Verluste bis zu 500.000 Euro im Jahr je zur Hälfte getragen werden. Alle weiteren Verluste trägt die Stadt allein.

Vorsichtige Kalkulation

Kämmerer Jörg Stüdemann erläuterte, die Rückstellung sei eine vorsichtige kaufmännische Kalkulation. Man habe nicht berechnen können, wie gut der Gutscheinverkauf vor Weihnachten sein werde. „Er war etwas niedriger als in den Jahren zuvor, aber immer noch sehr hoch“, so Stüdemann, „wir werden keinen Verlust zum Abschluss 2018 haben.“

Warum aber tauchen weitere 150.000 Euro als Verlustvornahme für das Museum im Haushalt 2019 auf? Wofür sind die vorgesehen? Das war neben den Grünen auch der Bezirksregierung eine Nachfrage wert.

Widersprüchliche Aussagen

Die Antworten im Finanzausschuss allerdings waren widersprüchlich. Die mündliche Auskunft der Kämmerei lautete im Ausschuss, die 150.000 Euro hätten nichts mit einem entstehenden Verlust zu tun, sondern beruhten im Wesentlichen darauf, dass die Stadt das Gehalt des zweiten Geschäftsführers der „DFB-Stiftung Deutsches Fußballmuseum gGmbH“ nicht mehr direkt bezahle, sondern an die gGmbH überweise. Das habe der Rat auch so beschlossen.

In einer schriftlichen, von Oberbürgermeister Ullrich Sierau unterschriebenen Antwort heißt es allerdings, man könne das Ergebnis des Museums zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht beziffern: „Vorsorglich wurde ein etwaiger Verlustausgleich in den Haushalt der Stadt Dortmund eingestellt.“

Antwort gibt‘s nur schriftlich

Die Grünen wollten vom Kämmerer wissen, was denn nun stimmt. „Sie popeln an der Frage herum, ob Sie hinter das Licht geführt worden sind“, sagte Stüdemann, „das ist nicht der Fall.“ – „Welche Antwort ist die zutreffende?“, insistierte Fraktionssprecherin Ingrid Reuter.

„Die Antwort werde ich nur schriftlich geben“, kündigte Stüdemann an, „es hat seine Ordnung und wird sauber beantwortet.“ Das gelte auch für die Fragen zur Entwicklung der Sponsorenverträge.

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