Dürre-Sommer? Fehlanzeige: So überstand Adolf Hantschels Garten die Sommerhitze

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Die gelben Flecken auf den Rasen vieler Gärten erinnern an den Dürre-Sommer 2019. Bei Adolf Hantschel im Jungferntal stehen die Pflanzen in sattem Grün. Wie hat er das geschafft?

Jungferntal-Rahm

, 29.09.2019, 14:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mickrige Himbeeren, holzige Birnen, bittere Pflaumen; Äpfel, die auf dem Boden liegen, statt am Baum zu reifen; kaputte Rasenflächen, welke Blumen – nur wenige Gartenbesitzer sind in diesem Jahr begeistert von ihren eigentlich grünen Oasen. Schuld sind die Niederschlagsmengen im Sommer, die man ohne Übertreibung als Dürre bezeichnen kann.

Auch Adolf Hantschel (81) hat die Hitze in seinem Jungferntaler Garten zu spüren bekommen, beziehungsweise die Fische in seinem Gartenteich. Ihnen wurde das Wasser zu warm, sie starben alle. Diesem traurigen Erlebnis steht ein außergewöhnlicher Erfolg entgegen. Die Pflanzen in seinem Garten sind trotz mangelnder Niederschläge größer denn je. Eine Lupine, die normalerweise nur hüfthoch wächst, überragt Adolf Hantschel deutlich.

Die Gartenlaube ist komplett zugerankt

Sein ganzer Stolz ist aber sein Wein-Rebstock, die eine Gartenlaube komplett zugerankt hat und mit ihren Blättern erholsamen Schatten spendet. Dicke Trauben hängen dicht an dicht. Sie sind saftig und süß als wenn es keinen Wassermangel gegeben hätte.

Zu dieser Pflanze hat Hantschel ein besonderes Verhältnis. Es war 1965 als er ein gerade geräumtes Grabeland in der Nähe der Actien-Brauerei besuchte. Er fand eine Pflanze, die er für eine Blume hielt, nahm sie mit und pflanzte sie in seinen Garten, den er damals noch in Mengede hatte. Zu seiner Überraschung wurde aus der Blume ein Rebstock. 1979, als er selbst seinen Garten räumen musste, nahm er einen Ableger mit. Dieser Ableger ist jetzt eine 40 Jahre alte Pflanze, die Hantschel täglich pflegt, um sie vor Krankheiten zu schützen – bislang erfolgreich.

Der Rebstock trägt jedes Jahr, doch Versuche, Wein zu keltern, sind bislang gescheitert. „Zu hoher Säuregehalt“, meint Hantschel. Deshalb wird im Hause Hantschel nur Traubensaft eingekocht. Nach seinen Erfahrungen erwartet er diesmal eine Weinernte von über 50 Kilogramm.

Der Boden ist zuverlässig feucht

Gerne verrät Hantschel das Geheimnis dieses Erfolgs. Es ist der Boden des Jungferntals, den er für die Wiederstandskraft gegen Trockenheit verantwortlich macht. Das Jungferntal entstand auf dem Boden eines trockengelegten Sumpfes. Vor vielen Jahren stieß Hantschel beim Umgraben seines Gartens auf die komplett schwarze Erde, die wohl mal ein See-Grund gewesen ist. Hantschel grub tiefer und fand sehr feuchten Boden. An dieser Stelle pflanzte er tief wurzelnde Pflanzen, um den Boden locker zu halten. Seitdem, so sagt er, sei sein Boden zuverlässig feucht. Daraus schließt der erfahrene Gärtner, dass Böden, auf denen die ausgesuchten Pflanzen wachsen, besser Feuchtigkeit halten als in Gärten, in denen nur Gras wächst. Er meint, so kann sich jeder Gartenbesitzer auch in der Sommerhitze eine kühle Oase schaffen.

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